Monate: Februar 2010

Freiherr von und zum Stein

Karoline von Humboldt in einem Brief an Alexander von Rennenkampff: Berlin, den 18/19. November 1822 ………. Wir blieben bis zum 15. August in Burgörner, von wo ich Ihnen, teurer Alexander, im Juni zum letzten Male schrieb. Dann gingen wir nach Tegel………….. ……. Stein war mit seinen Töchtern vier Tage bei uns in Burgörner. Therese ist sehr schön geworden, ein sanftes, frommes und doch lebendig liebes Wesen. Henriette ist gesünder und liebenswürdig. Stein fand ich wohl etwas gealtert, besonders wegen der zunehmenden Unbequemlichkeit des Auges, aber im Geist und Gemüt ganz denselben. Wir haben unbeschreiblich viel zusammen gesprochen………………….. Karl, Freiherr vom und zum Stein preußischer Staatsmann * 1757 – †1831 ; 1796 Oberpräsident, der westfälischen Kammer, 1804 Wirtschaftsminister, leitet 1807/08 die Reorganisation des preußischen Staates, ging, von Napoleon geächtet, 1808 nach Österreich, 1812 nach Russland, kehrte 1813 zurück und nahm 1814 –15 am Wiener Kongreß teil. Bekenntnis des Freiherrn vom und zum Stein in einem Brief aus Petersburg, 1. Dezember 1812. Übersetzung der original Handschrift: ….. Es ist mir leid, dass E. E. in mir den …

Volksfest zu Burgörner

Aus dem Wochenblatt für den Mansfelder Gebirgskreis vom 26. Mai 1841 Der Morgen des 17. Mai führte dem Dörflein Burgörner einen gar festlich-frohen Tag herauf. Seine verehrte Gutsherrin, die wahrhaft edle Gemahlin des Herrn General von Hedemann geb. Freiin v. Humboldt, feierte an ihm ihr Wiegenfest. Von jeher fand diese ihre größte Freude darin der Schule und der Dürftigen des Ortes sich wohltuend anzunehmen. Jährlich zahlte sie für die Kinder der ärmeren Gemeindeglieder das Schulgeld und beschaffte für das Schul-Inventar, wie für einzelne fleißige und sittlich gute Kinder Bibeln, andere nötige Schulbücher und Utensilien. Jährlich erfreuet sie zum Weihnachtsfeste sämtliche Schulkinder und mehrere Ortsarme durch Festgeschenke. Bei ihrer Anwesenheit in Burgörner tut sie gar vielen wohl und besorgt die Heilung dürftiger Kranker. Ihr Herr Gemahl, bekannt mit solchen frommen Sinne, meinte an ihrem Geburtstagsfeste welches sie diesmal zufällig in Burgörner feierte, ihr keine größere Freude bereiten zu können als wenn er ihr Geschenke zur Verteilung an die Schulkinder überreichte für diese Tanz und Bewirtung veranstaltete und für die Gemeinde Tanzmusik und Getränke besorgte. Von diesem …

Gasthof z. Deutschen Kaiser

(Inh. Oskar Höfer) Leider besitzen wir, außer dem Bild einer großen Hochzeitsgesellschaft, keinerlei weitere Angaben. Wir hoffen jedoch, dass durch die Veröffentlichung sich jemand findet der zu Bild und Gaststätte, wenn auch nur in der Überlieferung, Angaben machen kann. Erhalten gebliebenes Zigarren-Etui. Geschenk an einen Stammkunden. Das Gasthaus befand sich direkt links neben dem „Gasthof zum Landhause“ in Burgörner. Auf dem Bild ist rechts ein Fenster zu sehen, dahinter befand sich ein kleiner Saal bzw. ein größeres Vereinszimmer mit einer sich anschließenden Kegelbahn. Dieses Fenster zu einer Tür ausgebildet, war dann bis ungefähr 1975 der Eingang zu einer „Konsum-Verkaufstelle“ welche die Bevölkerung von Burgörner mit Lebensmittel aller Art einschließlich Fleisch-Waren versorgte. Die bereits erwähnte Kegelbahn diente als Lagermöglichkeit. Das an der linken Bildseite mit dem Giebel zur Straße stehende Gebäude ist das ehemalige Konsum-Lager in welchen die Kegelbahn vom Gasthaus zum Deutschen Kaiser untergebracht war. Das Wohngebäude war und ist in Privatbesitz.

Freiherr v. Hardenberg

Frhr. Georg Anton v. Hardenberg auf Wiederstedt, Landrat, Nachbar von Burgörner Wilhelm von Humboldt, schreibt während eines Aufenthaltes in Burgörner an seine Frau Caroline: Burgörner, 11. November 1822 …..Mit Hardenberg* habe ich heute ziemlich den ganzen Tag allein zugebracht, und neulich war er fast den ganzen Abend bei mir. Wir haben also sehr viel gesprochen, und es hat mich doch nicht ohne Interesse gelassen. Ich habe erst jetzt eine rechte Idee von seinem Wesen und Empfinden. Er ist doch eigentlich sehr konsequent und hat auch eine viel mehr innerliche Natur, als man sonst denkt, so dass es einem begreiflich wird, dass er und Novalis** haben Brüder sein können. Die Grundlage seines ganzen Wesens ist unstreitig, wenigstens jetzt, da die katholische Religion und die bestimmte Idee, die überall durchleuchtet, dass er am Rande des Grabes steht. Die veredelt nun schon an sich den Menschen und setzt ihn über das bloß Irdische hinweg, und das ist auch in ihm sichtbar. Dabei fühlt er sehr tief das Unglück, alle seine Brüder verloren zu haben, und kommt sich ganz …

Presseberichte

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Kriegsopferdenkmal

Das 1945 gesprengte Kriegsopfer-Denkmal im Kirchgarten der Lutherkirche im Ortsteil „Burgörner-Neudorf“. Im Hintergund die später abgerissene „Zionskirche“ davor das Kriegsopferdenkmal im Kirchgarten. Die Reste der gesprengten Gedenkstätte für die 258 Kriegsopfer im Ortsteil Burgörner-Neudorf. 132 Personen aus dem I. Weltkrieg (1914-1918) sind aus Burgörner-Neudorf gefallen, gestorben oder vermisst. 126 Personen aus dem II. Weltkrieg. (1939-1945) In beiden Kirchen, in der Nikolai-Kirche (Burgörner-Altdorf) und in der Lutherkirche (Burgörner-Neudorf), befinden sich Bücher in denen die Opfer des II. Weltkrieges aus den beiden Ortsteilen erfasst sind.            

Kaufhaus "Emma Nordt"

Das Kaufhaus „Emma Nordt“ in der Humboldtstraße in Burgörner-Altdorf. Bei Nordt’s konnte man vom Wetzstein bis zur Sauren Gurke so ziemlich alles kaufen. Die Personen auf dem Bild: Emma Nordt mit ihren Kindern: Elli, Walter, Helene und Herta. In der Mitte mit den beiden Dackeln, ihr Mann Albert. Er war Hüttenaufseher auf der Kupferkammer-Rösthütte.

Gasthof zum Landhaus

Von Otto Wagner, später durch die Tochter Änne (verh. m. Karl Müller) weitergeführt bis etwa 1960. Dann wurde der Gasthof übernommen durch die DDR – HO Gesellschaft und völlig niedergeführt und abgerissen. Der Gasthof verfügte weiterhin über ein Ladengeschäft für Waren des täglichen Bedarfs einschließlich Zigarren und Brathering. Der Laden ist von Frau Müller bis zur erzwungenen Aufgabe auch noch mit Obst und Gemüse im Angebot weiter geführt worden. Der Gasthof bot einschließlich Gast- u. Vereinszimmer auch einen Saal mit Bühne wo Theaterstücke u. Veranstaltungen aller Art auf- und ausgeführt wurden. Weiterhin enthielt dieser Saal Vorrichtungen zum Aufstellen von Turngeräten und seitlich eine Kegelbahn. Die Familie Wagner betreute gastronomisch mit einem Zelt, einschließlich dazugehöriger Küche und kompletter Bestuhlung Schützen- und, Sängerfeste, beteiligte und behauptet sich mit diesem Festzelt mehrere Jahre auf der Eisleber Wiese. Während des II. Weltkrieges musste dann alles an die Wehrmacht abgeliefert werden. Das Ende einer Ära. Beachtenswert auch das moderne Motorrad am linken Bildrand welches eine Zeiteinordnung der Bilddarstellung „Ende der 20ziger Jahre“ zulässt. Auf dem Bild die Familie Otto Wagner. Auf …

Burgörner

Burgörner ist eine nähere Bezeichnung in der Ansiedlung Örner, hergeleitet aus Ari, Iri, Arneri eine der ältesten Ansiedlung unserer Heimat. Die umliegenden Höhenlagen waren geeignet Zufluchtstätten mit Befestigungen zu tragen, Burgen entsprechend den jeweiligen Anforderungen, Erdwälle, Holzbefestigungen bis zur Steinburg des Mittelalters so das um die Burg Örner, die Ortsbezeichnung Burgörner entstand. Was wiederum keinesfalls eine Altersbestimmung sein kann, denn es ist durchaus möglich das eine Besiedelung durch die Schnitter von den Höhenlagen, den Burgen aus erfolgte und somit der älteste Ursprung dieser beiden Örner nämlich Burg- und Großörner auf den Höhenlagen im Nordosten dieser Orte zu suchen ist. Burgörner entwickelte sich auf Grund des ständigen Zuwachses an Einwohner, die im umliegenden Bergbau und später in der umliegenden Industrie Arbeit fanden. Das Territorium von Burgörner erstreckte sich, im Süden begrenzt durch den Kriegsgraben und den Lauf des Regenbeek bis an die Wipper, die Wipper entlang, bis Eingangs der Wipperstraße, überquerte hier die Straße, an der einstigen Bauernbank bis zur Höhenkante des „Hohen Berges“ weiter in südlicher Richtung bis an die Gerbstedter Straße von hier dann …

Lengefelds

(wird fortgesetzt – zeitlich ungeordnet je nach Fund) Am 8. Juli 1789 vereinten sich die Schwestern Lengefeld mit Humboldt zu einem Besuch in Burgörner und Caroline ging dann mit den Freundinnen zur Badekur nach Lauchstädt, wo Laroche und Schiller sie aufsuchten und Schiller sich mit Charlotte von Lengefeld verlobte. – Dazu Ausschnitte aus Briefen – Schillerchronik/Gero v. Wilpert 11.Juli 1789, Weiterreise der Schwestern Lengefeld nach Burgörner zu Karoline von Dacheröden. Schiller begleitet sie eine Wegstrecke. Dr. W. Hoyer /SCHILLERS LEBEN IN BRIEFEN UND ZEUGNISSEN sowie R.Freese/ Wilhelm von Humboldt, Sein Leben und Wirken 13.7.1789, An Schiller – Von Charlotte von Lengefeld aus Burgörner Guten Morgen, lieber Freund, ich muß Ihnen hier ein Wort sagen, dass Sie sehn dass ich Ihrer denke, ………. ………Gestern abend sind wir hier angekommen. Laroche, den Sie kennen, ist hier und ein Herr von Humboldt, der auch schon vorigen Winter bei uns war. Die anderen sind alle im Garten, mir tut die Einsamkeit so wohl, und ich unterhalte mich so gern mit Ihnen, ich möchte wohl, Sie hätten so viele Zeit …

Überlieferungen aus Burgörner

Merkwürdige Bezeichnungen wie Sockendorf und Regenbeeck, Hollerberg und Mordkaulen. Burgörner erweiterte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Ansiedelungen bedingt durch den Arbeitskräftebedarf der wachsenden umliegenden Industriebetriebe um den Ortsteil Neudorf. Die Gemeinde Burgörner mit den Ortsteilen Burgörner-Altdorf und Burgörner-Neudorf wurde 1950 nach Hettstedt eingemeindet. Der Ur–Ort Burgörner trug den Spitznamen „Sockendorf“ und die Einwohner nannte man daher aus Spaß die Sockendörfer. Nicht ganz Unrecht hatte der Conferencier „Manfred Uhlig“ als er in der Fernsehaufzeichnung „Alte Liebe rostet nicht“ erklärte, die Sockendörfer heißen so weil sie sich nach Hettstedt auf die Socken machen müssen wenn sie einkaufen wollen. Früher soll es auch bei Volksfesten und dergleichen zu Auseinandersetzungen gekommen sein wenn Auswärtige die Bezeichnung als Schimpfwort benutzten, weil sie über dessen Herkunft nicht informiert waren. Was bedeutet den nun: Sockendorf? In Burgörner wurde auf Grund des dort anstehenden Kalksteines Gips gebrannt und als Baumaterial nach dem Harz verkauft, laut eines Schriftstückes von 1781. (nachzulesen im Staatsarchiv Magdeburg) Anfang des 19. Jahrhunderts betrieb ein Herr „Castedello“ diese Kalkhütte, ein zugezogener oder durch die Kriegswirren …