Monate: März 2010

König "Friedrich Wilhelm IV"

Besucher in Burgörner – 1846 – König „Friedrich Wilhelm IV.“ von Preußen Die vierziger Jahre waren die glücklichste Zeit Friedrich Wilhelms IV., bis sie jäh durch die Revolution im März 1848 unterbrochen wurden. Er war spät auf den Thron gelangt, fühlte sich aber im Vollbesitz seiner Kräfte, und Aristokratie, Intellektuelle und Volk setzten gleichermaßen ihre Hoffnungen auf ihn, denn das letzte Jahrzehnt seines Vaters war eine Epoche der Erstarrung gewesen. Die Illustration zeigt den König von Preußen im Jahre 1843. Hettstädt, den 1. Juni 1846 Heute hatten wir das seltene Glück,, Se. Majestät unseren allergnädigsten König in unseren Mauern zu bewillkommnen. Wie dies geschehen ist, davon haben sich Tausende überzeugt. Für die, welche nicht zugegen sein konnten, sei diese Relation. Schon früh mit Tagesanbruch regten sich hunderte von Händen, um mit den schon früher gewundenen Kränzen die Häuser zu schmücken, Ehrenpforten zu bauen u.s.w. Unsere Stadt glich buchstäblich einem geschmückten Festsaal. Flaggen mit dem preußischen und bairischen Farben weheten auf Türmen und Häusern und alle erwartete sehnsuchtsvoll den geliebten Landesvater. Endlich verkündete das laute Hurrah …

Kindergarten Altdorf

„50 Jahre“ Unser alt-ehrwürdiges Gebäude auf einer Postkarte um 1920. Als Kindergarten – Einrichtung ab 1959 Die ersten Anfänge Ein Foto von den immer sehr beliebten Faschingsveranstaltungen, verkleiden, sich putzen, mal etwas ganz großes sein, hat seinen Reiz bis heute nicht verloren. Möglicherweise holen heute diese Kinder, aus den ersten Jahren unseres Kindergarten oder wie es den nun heißt „Kindertagesstätte“, schon wieder ihre Enkel von hier ab. 1985/1986 Aus einem Zeitungsbericht zum Jubiläum 40 Jahre Kindergarten Altdorf Am 7. Oktober 1959 nahmen 26 Kinder den Kindergarten in Besitz. Aus der damaligen Gaststätte war eine Kindereinrichtung entstanden. Zum damaligen Zeitpunkt war in der oberen Etage noch eine Wohnung. 1959 befand sich die Toilette noch im Hof und die Küche diente gleichzeitig als Waschraum. Von 1959 bis 1965 war die Stadt Rechtsträger der Einrichtung. 1965 wurde es ein Betriebskindergarten des damaligen Walzwerkes. Im Mai 1966 wurden Innentoiletten und ein Waschraum geschaffen. Bis 1988 hatte der Kindergarten eine Kapazität von 72 Kindern, die in 4 Gruppen betreut wurden. Danach wurde die Kapazität reduziert und es wurden nur noch …

Das Schlackenbad

bei Hettstedt in der königlich-preußischen Grafschaft Mansfeld von M. Büttner Versetzen wir uns etwa 150 Jahre zurück in die damals königlich-preußische Grafschaft Mansfeld und besuchen auch das zur Zeit 5000 Einwohner zählende Bergstädtchen Hettstedt, so finden wir südlich in unmittelbarer Nähe an der Magdeburg-Erfurter Chaussee das Schlackenbad. Dieses war die Schöpfung und das Eigentum des damaligen Bürgermeisters Heddrich. Die Schlackenbäder, benannt nach der weltbekannten Mansfelder Schlacke, sind eine merkwürdige Zeiterscheinung des Mittelalters. Jedoch sind sie noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts anzutreffen. Heute sind diese Schlackenbäder schon fast alle der Vergessenheit anheimgefallen, so daß es also wohl lohnt, sich etwas mit diesen alten Mansfelder Kulturerscheinungen zu befassen. Das bisher nachweislich älteste Schlackenbad finden wir schon im Jahre 1484 in Röblingen a.S. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wird in Eisleben ein  solches Bad eingerichtet, und zwar auf der Mittelhütte. Das Hettstedter Schlackenbad wurde im Jahre 1854 unter dem Namen „Friedrich-Wilhelmsbad“ gegründet. In einem Sonderdruck aus der Illustrierten Zeitung vom 19. Mai 1855 (Druck : F.A. Brockhaus in Leipzig; Verfasser: Dr. Rupprecht, prakt. Arzt und Bergarzt), …

Kuss-Hut-Sanner

Eine Anekdote aus Burgörner Hier in Burgörner wohnte ein Altwarenhändler Friedrich Sander, eben „ein Lumpenmann“ Wenn nun von ihm die Rede war, dann sprach man von – „Kuss Hut Sanner“ – warum ? Nun war das zu seiner Zeit vor 80 – 90 Jahren nicht so, dass mit der Kleidung so umgegangen wurde wie heute. Erst nach mehrmaligen wenden und vererben an die Familienmitglieder, wenn es wirklich nicht mehr zu gebrauchen war, dann – erhielt es der Lumpenmann. Das traf auch für Haushaltgeräte zu welche schon mehreren Generationen gedient hatten und nun total verbeult und hin waren. All das brachte beim Lumpenmann immer noch ein paar Pfennige ein. Zu seinem Warenlager gehörten auch gut erhaltene Kleidungsstücke aus Haushaltsauflösungen. Diese wurden nun wiederum noch zu den damalig sehr beliebten Kostüm und Maskenbällen, oder auch zu Hochzeiten und ähnlichen Anlässen als Festbekleidung verliehen. Kurzum er war also viel mit seinem Fahrrad unterwegs um die Ware einzusammeln womit er seinen kargen Lebensunterhalt verdiente. Auf einer dieser Touren kam er in Hettstedt an dem noblen „Reichskaffee“ vorbei. Er stellte …

Fundstücke

In dieser Kategorie werden wir sogenannte Fundstücke unterbringen. Dies sind Berichte, Bilder etc. die man in keine Kategorie einordnen kann. Fundstücke sollen einfach nur interessant sein. Hast du auch ein Fundstück? Dann nichts wie her damit.

Friedrich von Gentz

1774 – 1832 Gentz, Friedrich von, * 2. 5. 1764 Breslau (Wroclaw, Polen), † 9. 6. 1832 Weinhaus bei Wien, bedeutender politischer Schriftsteller. 1785-1802 im preußischen, ab 1802 im österreichischen Staatsdienst, „Auftragsschreiber“ und publizistischer Berater zunächst in der Außenpolitik gegen Napoleon, ab 1815 enger Mitarbeiter des Außenministers und späteren Staatskanzlers Metternich, mit diplomatischen und publizistischen Aufgaben betraut. Protokollführer auf dem Wiener Kongress („Sekretär Europas“). Gentz‘ Werke sind wichtige Quellen zur politischen Ideengeschichte. Aus „Wilhelm von Humboldt – Sein Leben und Wirken, dargestellt in Briefen, Tagebüchern und Dokumenten seiner Zeit“ – von Rudolf Freese /1953 ……… in den nun folgenden Jahren seiner Ehe, die am 29. Juni 1791 in Erfurt geschlossen wurde. Den Rest des Jahres verbrachte er mit seiner Frau in Burgörner, wo sie im November Gentz als Gast empfingen. In dieser Zeit entstanden auch Humboldts erste schriftstellerischen Arbeiten. Ursprünglich als ein Brief an Gentz gedacht, ent­standen im August 1791 die „Ideen über Staatsverfassung Eingehender noch als in dieser Schrift behandelt Humboldt die Probleme des Staates in seinen „Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der …

Gasthof z. Kronprinzen v. Preussen

Inh. Hermann Barthel Dieser Gasthof, später umbenannt „ZUM KRUG“ hat ebenso wie das „Landhaus“ und der „Deutsche Kaiser“ (siehe da) das gesellschaftliche Leben in Burgörner bestimmt. Ausgestattet mit Saalbetrieb (im Bild rechts) und einer ausgedehnten Gartenanlage mit Kegelbahn bot er insbesondere auch der Vielzahl von Vereinen, die es zur Kaiserzeit in Burgörner gab, eine Heimstatt. Dieser Gasthof war nicht nur eine gastronomische Einrichtung, er war auch die Poststelle von Burgörner. Mit Pferd und Wagen, wie hier auf diesem Bild, brachte der Postillion die Post und nahm die zu beförderten Postsachen, wahrscheinlich auch Paketsendungen wieder mit. Später kam dann ein, links neben der Tür angebrachter, öffentlicher Briefkasten sowie ein Telefonanschluss dazu. Diese Einrichtungen haben sich bis zur Aufgabe des Gasthofes 1959 gehalten. Die Angaben zu den Inhabern, soweit sie zu ermitteln waren:. Den Kirchen-Registern von Burgörner ist zu entnehmen: Wilhelm Friedrich Castedello, geb. 1822; heiratet 1865 die 1834 geb. Tochter des Schänkwirtes, Johann Carl Günther. Inhaber des Gasthofes um 1834 – Johann Carl Günther Wilhelm Friedrich Castedello stirbt 1874 an einem Schlaganfall – er wird in …

Prof. Dr. Friedrich August Wolf

1783-1806 o. Professor für Philologie und Pädagogik an der Universität Halle Wolf wirkte an der Seite von Wilhelm von Humboldt maßgeblich an der Einrichtung der 1810 gegründeten Berliner Universität mit. Als Lehrer derselben vertrat er die klassische Philologie als selbständige philologisch-historische Wissenschaft und forderte einen verstärkten Unterricht der Alten Sprachen an Gymnasien. 70. Caroline an Humboldt (Erfurt, 9. Mai 1804) ……… Wolf hat mir geschrieben und mich um die Erlaubnis gebeten, mich in Burgörner zu besuchen; ich habe ihn zur Pfingstwoche hinbeschieden……… E.G./Chronist Febr.2010