Jahr: 2012

Kronleuchter auf dem Brocken

Gefertigt von der „Fa. Berg & Co.“ aus Burgörner! „Fa. Berg & Co.“ war ein Betrieb in Burgörner, der nach dem Krieg versucht hat Arbeitsplätze zu schaffen. Mit viel Mut versuchten Sie wieder Interesse zu wecken für die schönen Dinge im Leben, trotz der damaligen Wirtschaftslage. Ehemalige Fertigungsstätte – ganz rechts im Bild der Saalanbau Im ehemaligen Saal der Gaststätte „Zum Krug“ fertigte die Firma in Kunstschmiedearbeit Lampen, Leuchter und Wandschmuck. Die Ausführungen in Verbindung mit Holz und dazu passenden Lampenschirmen in Eigenanfertigungen aus sogenannten “Igelit“ waren sehr beliebt. Zunehmende Aufträge auch für öffentliche Einrichtungen, deren Beleuchtungseinrichtungen dem Krieg durch Zerstörung oder als Buntmetall zum Opfer gefallen waren, veranlasste die Firma ihre Produktion in ein größeres Gebäude zu verlegen. Dazu bot sich eine leerstehende Lagerhalle der Ziegelei Remus an. (späteres Verwaltungsgebäude der LPG – R. Luxemburg) Produktionsstätte der Firma Berg & Co.1952 (Ansicht nachempfunden) Außer einigen Einzelstücken aus der Bedarfsfertigung* die evt. nach ca. 60 Jahren noch erhalten sein könnten, gibt es eine Besonderheit auf welche uns ein ehemaliger Einwohner von Burgörner aufmerksam machte. Deckenlampen …

Dankveranstaltung in St. Nikolai

27.11.2012: Mit einem fröhlichen Lied: „Wollt ihr fleißige Handwerker sehen, dann müsst ihr nach Burgörner in die Kirche gehen!“ begrüßten die Kinder von der „Kindertagesstätte Altdorf“ die zahlreichen Gäste die an einer Dankveranstaltung in der renovierten St. Nikolai-Kirche in Burgörner teilnahmen. Nach der erfolgreichen Renovierung der Kirche wurde am 27. November 2012 den vielen fleißigen Handwerkern und Helfern gedankt. Durch die zahlreichen Spenden waren diese Arbeiten erst möglich geworden. Pfarrer Paul und der Vertreter des Gemeinde-Kirchenrates sprachen im Namen der Kirchengemeinde Burgörner allen Helfern insbesondere den vielen Handwerkern den Dank für ihre hervorragende geleistete Arbeit aus. Ebenso der Stadtverwaltung Hettstedt und der Direktion des „Mansfelder Kupfer und Messingwerkes“ für die Unterstützung. Viele Einwohner nutzten die Gelegenheit, das nunmehr wieder hergestellte Bauwerk zu besuchen. Mit der Darbietung eines sehr anspruchsvollen Programmes schloss der „Chor der Walzwerker“ diese Veranstaltung ab. Für einen gemütlichen Abschluss sorgten die Frauen der evangelischen Frauenhilfe, die im Anschluss für alle Gäste selbst gebackenen Kuchen und Kaffee bereithielten. Für den Sammler bearb. E. Graf/Chronist im November 2012        

Erfinderin des Lichterbaumes

Leider recht unbekannt ist, dass uns Karoline von Humboldt eine schöne Sitte hinterlassen hat. Der Weihnachtsforscher Dr. Heinz Gebhardt * nannte sie: „Die Erfinderin des Weihnachtsbaumes“. Weihnachtsbäume, allerdings noch ohne Lichterschmuck, gab es bereits im 17. Jahrhundert. Wir wissen das aus einer Klage des Konrektors Grabow vom Berlinischen Gymnasium zum Grauen Kloster, der 1680 gegen die Bäume wetterte: „…Unter anderen Lappalien, damit man die alte Weihnachtszeit oft mehr als mit Gottes Wort begeht, ist auch der Weihnachts- oder Tannenbaum, den man zu Hause aufrichtet, …” „Der erste mit Lichtern geschmückte Weihnachtsbaum stand in der Wohnung der Familie von Humboldt, Unter den Linden 26, dort, wo später das Cafe Bauer eröffnet wurde und übrigens auch 1884 die ersten elektrischen Lampen in Berlin brannten. In dem schlichten, zweistöckigen Eckhaus der Südseite der Linden und der Friedrichstraße wohnte Caroline von Humboldt in den Tagen der Befreiungskriege und schrieb am 29.12.1815 an ihren Gatten, der an den Friedensverhandlungen in Frankfurt am Main teilnahm: „Weihnachten ist aufs schönste ausgefallen……. An zwei Enden eines langen Tisches brannten zwei kleine Weihnachtsbäume, einen …

Hettstedter Rad-Kunst-Fahrverein

Weitgehend in Vergessenheit geraten, ist der einstige Hettstedter Rad-Kunst-Fahrverein. In der „Betriebs-Sportgemeinschaft-Stahl-Walzwerk-Hettstedt“ fand er eine neue Heimstadt. Ihr Können zeigten die Sportler zur Festveranstaltung anlässlich des „1. Mai 1952“ im Kurt-Wabbel-Stadion in Hettstedt/Burgörner. Die Fotos wurden uns, ohne weitere Angaben, von einem Leser zur Verfügung gestellt, dem wir an dieser Stelle danken. Wer kann weitere Angaben über den Verein bzw. Personen machen?                                              

Kleinsthalde sucht Käufer

Zu unserem in der Rubrik „News-Medien/Presseberichte enthaltenen Beitrag, schickte uns ein Leser nachstehenden Zeitungsausschnitt. Vor nunmehr 175 Jahren wurde darin klar und deutlich bekannt gegeben, dass die Halden im Alt-Bergbau-Gebiet des Mansfelder Landes zu erhalten sind und jede Veränderung strafrechtliche Folgen nach sich zieht. Sicherlich haben derartige Ankündigungen zum Erhalt dieser einmaligen Landschaft beigetragen. Sollten wir, vertreten durch die Behörden, nicht ein solches Erbe weiter pflegen statt es zu verschleudern ?   Aus unserem nachstehenden Fundstück, einem Artikel der damaligen DDR-Tageszeitung der „Freiheit“, kann man entnehmen, dass es auch > nach 151 Jahren < Bemühungen gab die Alt-Bergbau-Halden zu schützen, um sie der Nachwelt zu erhalten. Für „Hettstedt-Burgoerner“ bearb. E.Graf/Chronist Aug. 2012

Wiedergefunden – Der Wetterkreuzstein

Verkehrsteilnehmer, welche zurzeit die innerstädtische, östliche Umfahrung der Stadt vom Hettstedter-Bahnhof aus benutzen, entdeckten an der höchsten Stelle dieser Umleitung einen wiederaufgestellten, aufrecht stehenden Stein. Ansicht von Süden Von Heimatfreunden vermisst, wurde er im Frühjahr 2012 nach Feldarbeiten wieder entdeckt. Fundstelle Die an die Stadtverwaltung Hettstedt herangetragene Bitte der Heimatfreunde, diesen Stein an der ehemaligen Wege-Kreuzung wieder aufzustellen, wurde nunmehr nachgekommen. (Dieser Stein) Er ist eigentlich ein Wegweiser aus alter Zeit, markiert gleichzeitig den höchsten Punkt im Feld, welcher die Flurbezeichnung „Das Wetterkreuz“ trägt. Wetterkreuze sind im Allgemeinen hochgelegene Punkte, an dem unsere Vorfahren glaubten ihren Göttern näher zu sein um ihre Bitten für günstiges Wetter und eine ertragreiche Ernte vorzubringen. Dieser Brauch ist mancherorts übernommen worden in Form des „Wettersegens“, den der Pfarrer während der Sommermonate am Schluss der Pfarrmesse zum Schutz der Früchte gegen Unwetter und schädliche Gewalten sprach. Jedoch hatte unser Kreuzweg am Wetterkreuz noch eine andere wichtige Bedeutung. In einem Bericht zu einer Grenzbeziehung der Kaiserlichen-Berggrenze von 1711 wird er als Grenzpunkt genannt – es heißt es unter anderem: … von da …

Brunnen für die Schule in Burgörner-Neudorf

Beim Durchstöbern alter Zeitungen, im „Hettstedter-Wochenblatt vom Februar 1897“, entdeckten wir einen Artikel über die Schule in Burgörner-Neudorf. „Einem großen Missstand wird jetzt endlich abgeholfen. Wenn die Schulkinder sich in der Pause einmal durch einen Trunk Wasser erfrischen wollten, dann mussten sie zur Nachbarschaft laufen. ….. „ Um einen erfrischenden Schluck Wasser zu bekommen, liefen sie an einen in der Nähe gelegenen Brunnen mit Pumpe „an die Schucke“ . Es gab zu dieser Zeit in Burgörner-Neudorf nur sehr wenige Brunnen. Die Pumpen wurden dauernd von den Erwachsenen in Anspruch genommen. Jeder Haushalt brauchte Wasser zur Essenzubereitung, zum Waschen, zum Trinken usw. Wenn nun auch noch die Schulkinder dazwischen kamen, fühlten sich die Erwachsenen belästigt und im geplanten Tagesablauf behindert. Weiter heißt es in dem Artikel: „ …. Jetzt wird nun in erfreulicher Weise der Schulhof seinen eigenen Brunnen erhalten. Mit der Abteufung desselben ist bereits begonnen. Seine Herstellung erfordert nicht geringe pekuniäre (d.h. finanzielle) Opfer, da voraussichtlich erst in einer Tiefe von 30-33 m auf eine ausgiebige Wasserader zu rechnen ist. Der Nutzen ist aber …

Befestigungsring am Bahnhof

Was ist das ? Das ist der erhalten gebliebene Befestigungsring an welchen der Kutscher vom einstigen Hotel „Kaiserhof“ seine Pferde angebunden hat wenn er die Gäste vom Bahnhof „Hettstedt“, welcher in Burgörner-Neudorf liegt, abholte oder wieder zur „Bahn“ brachte! Nun ist er endgültig weg, der Ring, das letzte Zeugnis einer längst vergangenen Noblesse. Bei Bauarbeiten im Oktober 2012 am Bahnhofsvorplatz wurde er mit der alten Straßendecke entfernt und verschwand im Bauschutt.

246. Geburtstag v. Karoline v. Dacheröden

Zum 246. Geburtstag von Karoline von Dacheröden am 23.02.2012 Karoline von Humboldt (Nach einem Gemälde von F.W.Schadow 1817) Humboldt war 1801-1808 als preußischer Ministerresident in Rom beim Vatikan. Von dort wird er 1808 von Karl Freiherr vom Stein (1757-1831) zum Leiter der Sektion für Kultus und Unterricht im Ministerium des Innern in Preußen ernannt. * W.v. Humboldt um 1814 (Zeichnung von E. Stroebling) Das größte Opfer, das seine neue Stellung von ihm verlangte, war die Trennung von Karoline. Ihre Übersiedlung nach Berlin war zunächst unausführbar, da Humboldts Bleiben dort ganz ungewiss erschien. Er konnte nicht daran denken, Frau und Kinder in diese Ungewissheit zu verwickeln, und behielt die Möglichkeit einer Rückkehr nach Rom immer im Auge. Mitte April 1809 war er durch die Geschäfte genötigt, auf unbestimmte Zeit nach Königsberg zu gehen, wo der Hof und die Minister weilten. Der am 20. November erfolgte Tod seines Schwiegervaters zwang ihn mit Urlaub nach Erfurt und den Dacherödenschen Gütern zu eilen, um die Erbschaftsangelegenheiten zu regeln. Humboldt an Caroline Burgörner am 16. Dezember 1809 ……………..Ich bin erst …

Leichenbegängnis vor 200 Jahren

Fundstück zu einem Ereignis welches über 270 Jahre zurückliegt aus: Ein herrschaftliches Leichenbegängnis vor 200 Jahren von Erich Freygang-Hettstedt Auf dem Boden des Schlosses zu Burgörner sind vor einiger Zeit ganz verstaubte Akten gefunden worden. Wenn sie auch heimatgeschichtlich nicht von besonderer Bedeutung sind, so bieten sie kulturgeschichtlich doch immerhin manches Interessante. Im wesentlichen betreffen sie Familienangelegenheiten der Dacherödens, die einstmals die Güter Burgörner und Siersleben besaßen, denn der Kgl. Preußische Regierungspräsident und Kammerherr Car Friedrich von Dacheröden hatte diese Güter durch die Heirat mit Freifrau Helene Ludmilla von Posadowski bekommen. Er starb 1741 (37) und wurde in Magdeburg beigesetzt. So handelt denn ein Aktenstück von den Begräbniskosten. Fein Säuberlich sind alle Rechnungen quittiert zusammengeheftet. Sie bieten so bis in die kleinsten Kleinigkeiten hinein einen Überblick über die Kosten der Bestattung, gleichzeitig geben sie uns einen Einblick in die damaligen Verhältnisse bei der Beisetzung einer vornehmen Leiche. Carl Friedrich von Dacheröden wurde natürlich als hoher Kgl. Beamter im Dom beigesetzt. Dafür mussten an das Domkapital 200 Taler gezahlt werden. Weitere 30 Taler bekam die Kirche …

Die Bergknappen

Die Bergknappen in ihrem Berufs- und Familienleben        von Eduard Heuchler Erschienen im Jahre 1857 bei Rudolf Kuntze, Dresden Aus „Bergmännisches Handbuch für Schule und Haus“ – Karl Nothing Band I. vom deutschen Bergbau / Knappverlag Halle a.S. 1925 Illustrierungen zu S.130 „Würdigung des Bergmannsberufes durch die Kunst“ Bergwerk in alten Zeiten Aus dem gleichem Werk: Nach Paul Meyersheims Loggienbild in der Villa Borsig, Berlin. Bei dem Bildnis handelt es sich um das erste Bild „Erzsuche“. Aus einer Bilderreihe von einst sieben, von denen noch vier Stück, im Märkischen Museum in Berlin, erhalten sind. Der Gesamttitel dieser Bilder „Werdegang einer Lokomotive“ . „Treue Kameraden“ von A. v. Heyden Aus „Bergmännisches Handbuch Für Schule und Haus“ – Karl Nothing Band I. Ein Fundstück – Motiv einer Postkarte Gruß aus dem Mansfeld‘schen. No Fritze, do biste jä; das is wuhl Dei erschter Hund, dän de dorchgedreckt hast? Ja Vetter, ich haha au mächtig geschwitzt, es gung ä linschen schwer. Ja siehste Fritze, Du dachtst wuhl, so ä Hund kann mer au su leichte drecken, wie de …

300. Geburtstag Friedrich II

Ereignisse zur Zeit „Friedrich des Großen“ in und um Burgörner aus Anlass seines 300. Geburtstages am 24.1.1712 Dieses vor 227 Jahren entstandene Werk enthält auf Seite 445/456 die Angaben: Burg Oerner, ein Dorf mit einem Amte des Herrn von Dachröden enthält, mit Inbegriff von 13 Kolonistenwohnungen und des Amtes, überhaupt 41 Feuerstellen, worunter 5 große und 20 kleine Cossäten* sind……… Die Gemeine** ist dem Amte dienstpflichtig und steht mit der sächsischen Stadt Hettstedt in Koppelhütung. Neben dem Ackerbaue und der Viehzucht nähren sich verschiedene Einwohner von der Arbeit in den Königlich preußischen Rothenburgschen und den Churfürstlichen sächsischen Bergwerken. Es ist eine Wassermühle an der Wipper von zwei Mahlgängen hierselbst.  Mühle von Burgörner um 1890 Die Kirche von Burgörner, welche ein Filial von Thondorf ist, gehört zur ersten Mansfeldischen Inspektion und erkennt den König als ihren Patron. Im Jahre 1784 war 212 die Seelenzahl und in den vorhergehenden zehn Jahren sind 84 geboren und 56 gestorben. Anmerkung Bearbeiter: * Cossäten (Kossäten) – Landarbeiter ** Gemeine – alle Anwohner Unsere Gemälde-Kopie zeigt Friedrich II. (1763) ( Es …

St. Nikolai – Dachsanierung

Endlich, nach vielen Jahren des Bangens ist es nun doch gelungen die Mittel zusammen zubringen, die für eine dringende Reparatur der Kirche notwendig sind. Einer historisch bedeutsamen Kirche in der schon die Familie Humboldt und deren Nachkommen weilten. Die Kirche, hier noch im Weihnachtsschmuck, wird wohl nun für längere Zeit nur den Handwerkern zur Verfügung stehen. Diese werden bei näherer Betrachtung auch die Schäden sehen, welche das undichte Dach an der Decke hinterlassen hat. Die Decke lässt sich hoffentlich so bearbeiten, dass nicht die für Burgörner so wertvolle Orgel abgerissen werden muss. Dies wäre mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Nachdem der Ablauf der Arbeiten in den einzelnen Schritten festgelegt war, begannen die Arbeiten mit dem Aufstellen der Gerüste. Welche Schäden, auch am Dachstuhl, im Laufe der Zeit entstanden sind wird sich nun zeigen. Hoffen wir auf einen günstigen Verlauf der Arbeiten, in der Hoffnung, dass bald wieder eine Taufe in dem über 395 Jahre alten Taufstein stattfindet. Hans Werner Scharf, Grafiker und Gemeinde-Kirchen-Rat, stellte uns die Bilder zur Verfügung. Vielen Dank ! St. Nikolai in Burgörner-Altdorf bekommt …