Jahr: 2014

Museumsbesuch

Obwohl Burgörner, ohne Zweifel ein so geschichtsträchtiger Ort ist, hat es hier nie so etwas wie ein Museum gegeben. Gefundene Sachzeugnisse unserer Vorfahren gingen in die Museen nach Halle oder Eisleben. Funde auf eigenen Grundstücken wurden oft von den nachfolgenden Generationen (unerkannt) vernichtet. Nach den politischen Unruhen von 1919-1921 wurde nach einer Ausschreibung, gemäß des Beschlusses der Stadtverordneten Sitzung vom 19. Juli 1921, H. Berger Bürgermeister von Hettstedt. Dem Bürgermeister Berger, einen sehr heimatverbundenen Mann, verdankt die Stadt Hettstedt unter anderem auch die Einrichtung des „Hettstedter Heimatmuseums“ (1925) in der ehemaligen Johanniskapelle, am alten Städtischen Krankenhaus. Der Bezug zu Burgörner stellt sich mit vielen der hier gezeigten Ausstellungsstücke ein. Einem Model der Dampfmaschine vom Burgörner-Revier, Archäologische Fundstücke rund um Hettstedt, dazu eine Nachbildung eines Steinkisten Grabes. Ein derartiges Grab ein sogenanntes „Hünengrab“ konnte 1934 auf der Brache oder Lindenberg in Burgörner ausgegraben werden. Viele Sachzeugnisse aus verschiedenen Epochen unserer Heimat wurden hier gesammelt und aufbewahrt. Anlässlich der Feierlichkeiten „750 Jahre Kupferschiefer Bergbau“ wurde das „Hettstedter Heimatmuseum“ 1950 neu gestaltet und nun in einem Gebäude am …

Schlacht am Welfesholz

Theodor Körner – Schlacht am Welfesholz – Burgörner Wenn nach fast 900 Jahren von der sagenhaften Schlacht am Welfesholz die Rede ist, erinnert man sich an den Text auf der Tafel am „Hoyerstein“ und evtl. noch an die Vertreter der kriegführenden Parteien Graf Hoyer von Mansfeld und Wiprecht von Groitsch. Was allerdings weniger bekannt ist, dass wir diese Zeilen dem Aufenthalt von Th. Körner bei Wilhelm von Humboldt in Wien verdanken und seinem Studienfreund Carl Schmid aus Burgörner, der ihm diese sagenhafte Geschichte aus unserer Heimat zusandte. Aus dem Briefverkehr zwischen Theodor Körner und Carl Schmid, der Sammlung und Bearbeitung des Lehrers O. Schröter aus Dankerode1), geht hervor: Alter Freund! Leipzig den 17.  August (1810 ?) „Die Schlacht am Wülfesholze, wozu Du mir das Sujet gabst, ist mir als Ballade sehr gelungen. Ich lese sie Dir in Eisleben am Wölfesholze selbst.“ Aus dem nächsten Brief: „Dem Herrn Bergstudenten Carl Schmid auf der Gottes Belohnung-Hütte bei Eisleben Alter Freund! Leipzig den 7.Oktober 1810,  „Bald erwarte ich einen Brief von Dir – Meine Muse ist sehr fruchtbar jetzt. Schicke …

14.09.-245. Geburtstag v. Alexander v. Humboldt

Alexander von Humboldt und Burgörner? Alexander von Humboldt (*14. September 1769 in Berlin, † 6. Mai 1859) nach einem Gemälde, angefertigt um 1800. So müsste er ausgesehen haben zur Hochzeit seines Bruders Wilhelm in Erfurt und als er das junge Paar in Burgörner besuchte. Im Dezembertag des Jahres 1790 erhielt der Geologe und Inspektor der Freiberger Bergakademie, Abraham Gottlob Werner, die Studienbewerbung des zwanzigjährigen Alexander von Humboldt. Am 14. Juni 1791 wird er als Student der Bergakademie immatrikuliert und unter Werners Schülern, wohl der Berühmteste. Der Professor der Markscheidekunst, Johann Friedrich Freiesleben, nimmt ihn in sein Haus (Weingasse 2) und in seine Familie auf. Sein Sohn, Johann Carl Freiesleben, wird Humboldts Studienkamerad und Freund. Wie angestrengt er arbeitet geht aus einem Brief hervor: > Ich bringe fast alle Morgen von 7-12 in den Gruben zu (wobei Auf-die-Grube-Gehn oft ein bis zwei Stunden dauert), den Nachmittag habe ich Unterricht und den Abend jage ich Moose. (naturwissenschaftliche Studien) Dennoch bin ich im ganzen sehr froh. Ich treibe ein Metier, das man — um es zu lieben — …

Videos

Aufnahmen von D. Haas. Vielen Dank ! __________________________________________________________ Aufnahmen von „Serokoenig“. ab 09:22 – Burgörner-Altdorf 1) Mansfeld Museum 2) St. Nikolaikirche 3) Burgruine 1) ab 3:15 – Brücke über dem Schmalzgrund Vielen Dank an „serokoenig“ für die tollen Aufnahmen.

Lutherkirche in Burgörner-Neudorf

Die Mansfelder Kupferschiefer bauende Gewerkschaft begann 1885, aufgrund des Bevölkerungszuwachses in dem Ortsteil Burgörner-Neudorf, mit dem Bau einer evangelischen Kapelle für ca. 500 Andächtige. Auf dem sogenannten Krause’sen Berg oben auf dem Plateau. Dicht an dem von der Kupferkammer nach dem Bahnhof führenden Weg wurde dafür am 18. April der erste Spatenstich getan. (laut „Hettstedter-Wochenblatt, 28.4.1885) Die in einer beeindruckenden Holzkonstruktion erbaute Andachtsstätte war nach 50 Jahren in einem desolaten Zustand. Zeitzeugen berichteten das oft die Schiefern-Außenverkleidung bei Wind so stark klapperte, dass man dem Wortlaut der Predigt nur mit Mühe folgen konnte. Aus diesem Grunde wurde von den Kirchengemeinden Burgörner und Molmeck der Bau einer neuen Kirche beschlossen. Nach längerer Planungszeit war es dann soweit. Am 8. September 1935 fand die Grundsteinlegungsfeier für den Neubau der Lutherkirche in der alten Zionskirche in Burgörner-Neudorf statt. Nach der Predigt, gehalten von Herrn Pfarrer Herdikerhof-Drakenstedt, folgte der Akt der Grundsteinlegung. Drei Monate später am 8. Dezember wurde mit einem Festgottesdienst das 50 -jährige Bestehen der Neudorfer Zionskirche unter Mitwirkung der Gesangvereine „Liederkranz“ aus Burgörner-Neudorf und „Zion“ aus Molmeck …

Fundstücke im Netz

Beim durchstöbern haben wir interessante Artikel gefunden. 1) Zeit-Online – In Freiheit verödet (1991) 2) Der Spiegel – Niedergang des DDR-Kombinats Mansfeld (1990) 3) Zeit Online – Aus Ruinen – Schloß Wiederstedt ist gerettet (1989)      

Hölz-Putsch im Mansfelder Land

Durchwachte Nacht. Erinnerung an den Hölz-Putsch im Mansfelder Land. Von Wilhelm Braune (Rektor der Schule in Burgörner) Gründonnerstag 1921. Prächtigste Frühlingssonne lacht über dem Mansfelder Lande. Durch die weit geöffneten Fenster riecht man förmlich den neuen Lenz. Es ist die Zeit, in der man sich wieder wie von neuem geboren fühlt. Da hält es uns nicht in der engen Stube. Es drängt uns hinaus. Man geht in den Stall, greift zu den Werkzeugen mit denen man den Garten bestellt und macht sich im Hausgarten zu schaffen. Überall sieht man die Bergleute, soweit sie nicht Schicht haben oder die Angehörigen in ihren oft mit viel Liebe und großem Fleiß gepflegten Gärten beschäftigt. Auch nach ihren Feldern gehen sie hinaus. Aber es liegt was in der Luft. Seit einigen Tagen hört man von einem Putsch. Der Name Hölz geht von Mund zu Ohr, man raunt sich leise zu, dass irgendwo sich Scharen von Aufrührern zusammengefunden hätten. Inzwischen ist in die kleine Bergstadt des Mansfelder Landes eine Abteilung Sicherheitspolizei eingerückt. Man hat ihr eine Schule zur Unterkunft frei gemacht. …

Märztage 1921

Auf Spuren der Ereignisse um Burgörner Die Erkennbar zunehmenden Aktivitäten linksgerichteter Aktionsausschüsse zu Streiks und Aufständen im Mitteldeutschen Industriezentrum, am Anfang des März 1921, forderte die Regierung zu Gegenmaßnahmen heraus. Die ehemals am Hettstedter Bergschlösschen angebrachte Gedenktafel enthält Angaben, dass bereits am 6. März 1921 Streik-Aktionen im Mansfelder Land geplant wurden und nicht erst nach Einmarsch der Sicherheitspolizei am 19. März. Der Oberpräsident der Provinz Sachsen (Hörsing-SPD) richtete daher am 16.3.1921 an die Bevölkerung des Industriereviers im Regierungsbezirk Merseburg einen Aufruf, in dem er den Einmarsch bewaffneter Kräfte ankündigte. Aufruf Frauen! Arbeiter! Bürger! Seit mehr denn zwei Jahren ist das Industrierevier mehr oder weniger ein dauernder Herd von Unruhen. Wilde Streiks, Raub und Plünderungen der ersten Zeit wurden von Banden-, Einzeldiebstählen, Terror, Sachbeschädigungen, Erpressungen und Körperverletzungen der letzten Zeit abgelöst. Im Gegenzug zu den übrigen Teilen der Provinz, in denen die Felddiebstähle fast ganz verschwunden sind, ist der Landwirtschaft des Industriereviers ein ungeheurer Schaden durch Banden- und Einzeldiebstähle zugefügt. Ist es ein Wunder, wenn die Landwirte wenig Lust haben, ihre Felder intensiv zu bewirtschaften? Dieselben …

Völkerschlacht bei Leipzig

Anlässlich der Völkerschlacht bei Leipzig vor 200 Jahren, ist es angebracht auch den Einwohnern aus Burgörner zu gedenken, die an diesem Geschehen unmittelbar beteiligt waren. An die kriegerischen Ereignisse von 1806 bis 1816 erinnerten in der St. Nikolai Kirche zwei Kästchen mit erhalten gebliebenen Erinnerungsstücken, Orden und Ehrenzeichen von Kriegsteilnehmern an den sog. Befreiungskriegen.  Orden und Ehrenzeichen der Kriegsteilnehmer. (Foto Paul Pfeffer) Im Archiv der Kirchengemeinde von Burgörner wurden dazu von Pfarrer Lic. Hartmann (1929-1973) zwei Schriftstücke gefunden. An das Kirchen, Amt in Burg -Ömer Abgabe d. Denkmünze Seine Königliche Hoheit der Prinz Regent haben die von Eurer Hochwohlgeborenen an Allerhöchst denselben eingereichten Ordens Insignien, mit welchen der verstorbene General der Kavallerie a.d. von Hede­mann dekoriert gewesen ist, an uns abgeben zu lassen geruht. In Folge dessen remittieren wir Ihnen die dabei uns zugegangene Kriegsdenkmünze des g. von Hedemann anliegend mit dem ergebensten Ersuchen dieselbe in Gemäßheit seiner Allerhöchsten Bestimmung an diejenige Kirche zur Aufbewahrung gelangen zu lassen, zu deren Parochie der Verstorbene zuletzt gehört hat. Berlin, den 15 ten Februar 1860 Königliche General Ordens …