Monate: April 2016

Der Schlüsselstollen

Wo es in der Tiefe regnet. Nach einem Bericht der Neuen Berliner Illustrierten 13/1987. Eine Bearbeitung für Hettstedt-Burgörner  „der geschichte auf der spur“. „Jetzt fahren wir übern Schlüsselstollen“, sagt der Mann am Steuer. Hier, tief unter uns? Was sehe ich durchs Fenster des Lasters? Eine Halde, davor hagere Häuser mit be­rußten Dächern. Kreisfeld, Helbra, Benndorf & Klostermansfeld…. Sied­lungen ohne Dorfcharakter die sich gleichen, ineinander übergehen wie Vororte einer sich ankündigenden großen Stadt. Doch die gibt es hier nicht. Groß sind nur die alles überragenden Spitzhalden, noch größer untertage die Gruben. Kupferschieferreviere mit weitaus mehr Stollen, als etwa Straßen, Wege und Schienenstränge das Mansfelder Land durchziehen. So beschreibt es der am Steuer des Lastwagens sitzende Kum­pel Werner N. Er hat wohl, wie alle Bergleute hier, ein besonde­res Gefühl für diesen durchwühlten Landstrich aus dem sie nie fortzie­hen würden. Hier wohnen die Väter, haben die Vorväter ihre Gräber. So­lange die Alten denken können, bra­chen Männer die Mansfelder Erde auf und der Schacht grub Furchen in ihre Gesichter. „Nun fahren wir in den Schlüsselstollen“, klingt es am Steuer. Ich aber sehe …