Jahr: 2018

Der Hollerberg in Burgörner

„Einen Berg den ich immer kahl gekannt habe“. So schreibt Karoline von Humboldt in einem Brief, vom 28. September 1820, an den mit der Familie befreundeten Alexander von Rennenkampff 1). …. nachdem ich fünf ruhige Wochen in Burgörner, umgeben von vielen älteren Verwandten und Nachbarn, in süßen Erinnerungen meiner Kinder- und Jugendjahre dort verlebt habe. Das Wohnhaus, dass nach unserer ländlichen Sitte schön und geräumig ist und das mein Elternvater erbaut hat, als er vor 100 Jahren aus Italien kam, ist während unserer letzten Abwesenheit im Jahre 1818 repariert und die obere Etage ausgebaut, gedielt und in wohnlichen Zustand gesetzt worden. Meine Anpflanzungen fand ich gewachsen und einen Berg, der wenige Schritte vom Gut liegt und den ich immer kahl gekannt habe, grün und im Zuge anzuwachsen. Dieser Berg, auch im Herbst sehr schön anzuschauen. Im Briefwechsel, während der Brautzeit in Briefen oft genannt, hatte auch der Berg bei Wilhelm von Humboldt einen bleibenden Eindruck hinterlassen, der sich in zahlreichen Versen wieder findet. So schreibt Humboldt an Karoline, Burörner 3. August 1817, 2) „Ich war …

Luftangriffe vor 73 Jahren

Treu unserem Leitsatz „ Der Geschichte auf der Spur“ Wir möchten in Anbetracht der gegenwärtigen Tatsache, dass wieder viele Menschen durch Krieg und Bombenhagel ihr Leben verlieren, schlicht und einfach an das Leid erinnern, welches unsere Heimatstadt vor 73 Jahren durchstehen musste. Nicht im Stile abhängiger absatzorientierter Zeitungen, sondern aus eigenen Aufzeichnungen und denen eines selbst Betroffenen  „Herrn Dr.-Ing. Dr. h. c. Karl Kaiser, Leiter der Forschungs-Abteilung MKM“. Er schreibt wie folgt in seinem unveröffentlichten Buch: Erinnerungen eines Walzwerkers „  … Mitte des Krieges setzten die großangelegten angloamerikanischen Luftangriffe auf Industrieanlagen und Großstädte ein. Zum Schutz der Bevölkerung waren in Privathäusern, in öffentlichen Gebäuden, als auch in besonderen Bauten, Luftschutzräume (LSR) geschaffen worden. In Hettstedt befand sich ein sicherer Luftschutzraum östlich des Augustaplatzes (heute Luisenplatz). Ein in den Steilhang eingearbeiteter großer Lagerraum. Auf dem Messingwerk wurde hierfür der in etwa 50 m tiefe verlaufende Jakobstollen benutzt. Er war durch einen Stollen hinter der Leichtmetallgießerei zugänglich gemacht und gut 2 m hoch und breit. Er konnte die Anzahl einer Schicht der Belegschaft aufnehmen. Anfänglich wurden die Luftangriffe …

Kleiner Schtattfiehrer dorch Hettschtedt

Werte Leser! Manchmal kommen einem doch die besten Ideen, wie unsere Mansfelder Mundart noch Anwendung finden kann. Eine davon sei dieser kleine Stadtführer durch Hettstedt. Ich habe mir dabei erlaubt, die Führung hauptsächlich auf die Sehenswürdigkeiten im Stadtkern, sowie in angrenzenden Stadtteilen zu beschränken. Dabei verliere ich einige Worte über Geschichte, Geschwätz und Neues eben was sich dem Betrachter bietet. Ich hoffe, mein Werk wird jeden in Mundart geläufig und führt auch die Ausgewanderten zurück auf alte und neue Spuren. Viel Spaß und gutes Gelingen bei der Anwendung! Hettstedt , im November 2012 Wollefjank  Heimatgedanken Die Wipper fließt vom Harze her vorbei an alten Mauern.  Die Weiden neigen sich vor ihr, fast meinte man, sie trauern. Die Brücken kreuzen ihren Lauf, es trutzen Türme und Tore. Barocke Dächer mit goldenem Knauf, die Kirche mit hoher Empore. Hier stand eine Burg zum Trutz, vor Räuber und Kriegsgewalten. Das Wipperwasser gab ihr Schutz, der Bergfried ist noch erhalten.          Sie speiste oft in ihrem Lauf die Gräben der Hütten und  Mühlen. Forellen schwimmen schnell flussauf, die Wassermassen spülen. …

Eine Birke zum 1. Mai

Eine Birke oder auch Birkenzweige aufzustellen geht auf einen uralten Brauch zurück. Das ursprüngliche Frühjahrsfest unserer Vorfahren begann in der Nacht zum 1. Mai, wenn die Vermählung der Erdmutter mit dem Himmel zur Förderung der Fruchtbarkeit feierlich begangen wurde. In der Walpurgisnacht zum 1. Mai ist es vieler Orts noch üblich Maibäume oder Birkenzweige aus dem Wald ins Dorf zu holen. Aber nicht nur stattliche Bäume, sondern auch kleine Stämmchen und Zweige werden im „Wonnemonat“ aufgestellt. Sicher erinnert sich mancher an seine Jugendzeit als es noch üblich war Birkenzweige vor die Tür zu stellen. Insbesondere zu Pfingsten gehörte eine „Maie“ einfach zum Fest dazu.