246. Geburtstag von Karoline v. Dacheröden

246. Geburtstag v. Karoline v. Dacheröden

Zum 246. Geburtstag von Karoline von Dacheröden am 23.02.2012

Karoline von Humboldt

(Nach einem Gemälde von F.W.Schadow 1817)

Humboldt war 1801-1808 als preußischer Ministerresident in Rom beim Vatikan. Von dort wird er 1808 von Karl Freiherr vom Stein (1757-1831) zum Leiter der Sektion für Kultus und Unterricht im Ministerium des Innern in Preußen ernannt. *

W.v. Humboldt um 1814

(Zeichnung von E. Stroebling)

Das größte Opfer, das seine neue Stellung von ihm verlangte, war die Trennung von Karoline. Ihre Übersiedlung nach Berlin war zunächst unausführbar, da Humboldts Bleiben dort ganz ungewiss erschien.

Er konnte nicht daran denken, Frau und Kinder in diese Ungewissheit zu verwickeln, und behielt die Möglichkeit einer Rückkehr nach Rom immer im Auge. Mitte April 1809 war er durch die Geschäfte genötigt, auf unbestimmte Zeit nach Königsberg zu gehen, wo der Hof und die Minister weilten. Der am 20. November erfolgte Tod seines Schwiegervaters zwang ihn mit Urlaub nach Erfurt und den Dacherödenschen Gütern zu eilen, um die Erbschaftsangelegenheiten zu regeln.

Humboldt an Caroline

Burgörner am 16. Dezember 1809

……………..Ich bin erst seit einer Stunde hier, sitze aber schon ganz etabliert in Deiner Stube, in der Du als Mädchen wohntest….. Es ist freilich hübsch in Rom, aber heute ist es unleugbar hier amüsanter. Eine Pracht, eine Größe, eine Schönheit überall….

Burgörner bleibt doch immer der Ort, wo mir mein Glück zuerst erschienen ist. Es ist kein Schritt hier, der nicht eine süße Erinnerung bezeichnet. So innerlich und eigentümlich kann mich keine andere Gegend ergreifen……….

Humboldt an Caroline

Berlin 24. Februar 1810

……..Gestern war Dein Geburtstag, mit welcher Inbrunst habe ich Deiner gedacht….
Es schmerzt mich unendlich, Dir heute nichts schenken zu können………

Aber ein Sonett muß ich Dir doch schicken, das ich in Burgörner in den Tagen, als ich da war, gemacht habe..

 An Li.

Gegrüßet seid mir, freundlich holde Hügel,
Die schon mein Blick so lange nicht geschaut,
Auf die ich früh des Lebens Glück gebaut,
Wohin so oft mich trug der Sehnsucht Flügel.

Rasch eilt das leben mit verhängtem Zügel,
Von Nacht und Stürmen finster oft umgraust;
Doch wer gern lauscht des Busens innerm Laut,
Dem glänzet der Erinnrung sanfter Spiegel.

Mir leuchtet er in Euch. Des Tages Schwüle
Wich allgemach; der Ähren Häupter wallten,
Bewegt vom leisen Hauch der Abendkühle..

Die Sonne sank hinter des Berges Falten;
Da sagte mir ihr Blick zu die Gefühle,
Die engeltreu sie mir seitdem gehalten.

Es schwebte mir dabei ein Abendspaziergang vor, dessen Du Dich nicht mehr erinnern wirst..

Es war an einem Kornfeld, bei Sonnenuntergang……. Tausende solche Erinnerungen sind an Burgörner geknüpft, und darum liebe ich es so sehr……

Anmerkung:

* 1809 gründete er die Berliner Universität und das neuhumanistische Gymnasium in Preußen. Das durch ihn installierte dreigliedrige Bildungssystem besteht auch heute noch grundsätzlich: Grundschule, Gymnasium und Universität.

Zum vorstehenden Beitrag verwendeten wir Ausschnitte aus:

Wilhelm und Caroline von Humboldt in ihren Briefen, Band III

Anna von Sydow, Berlin 1909 –Mittler und Sohn

Die Bilder 1 u. 2 sind aus „Wilhelm von Humboldt –Werden und Wirken“

Herbert Scurla – VLdN. Berlin 1970 u.

3 u.4 aus Privatarchiv entnommen

Team, hettstedt-burgoerner.de, Februar 2012