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Luftangriffe vor 73 Jahren

Treu unserem Leitsatz „ Der Geschichte auf der Spur“ Wir möchten in Anbetracht der gegenwärtigen Tatsache, dass wieder viele Menschen durch Krieg und Bombenhagel ihr Leben verlieren, schlicht und einfach an das Leid erinnern, welches unsere Heimatstadt vor 73 Jahren durchstehen musste. Nicht im Stile abhängiger absatzorientierter Zeitungen, sondern aus eigenen Aufzeichnungen und denen eines selbst Betroffenen  „Herrn Dr.-Ing. Dr. h. c. Karl Kaiser, Leiter der Forschungs-Abteilung MKM“. Er schreibt wie folgt in seinem unveröffentlichten Buch: Erinnerungen eines Walzwerkers „  … Mitte des Krieges setzten die großangelegten angloamerikanischen Luftangriffe auf Industrieanlagen und Großstädte ein. Zum Schutz der Bevölkerung waren in Privathäusern, in öffentlichen Gebäuden, als auch in besonderen Bauten, Luftschutzräume (LSR) geschaffen worden. In Hettstedt befand sich ein sicherer Luftschutzraum östlich des Augustaplatzes (heute Luisenplatz). Ein in den Steilhang eingearbeiteter großer Lagerraum. Auf dem Messingwerk wurde hierfür der in etwa 50 m tiefe verlaufende Jakobstollen benutzt. Er war durch einen Stollen hinter der Leichtmetallgießerei zugänglich gemacht und gut 2 m hoch und breit. Er konnte die Anzahl einer Schicht der Belegschaft aufnehmen. Anfänglich wurden die Luftangriffe …

Kleiner Schtattfiehrer dorch Hettschtedt

Werte Leser! Manchmal kommen einem doch die besten Ideen, wie unsere Mansfelder Mundart noch Anwendung finden kann. Eine davon sei dieser kleine Stadtführer durch Hettstedt. Ich habe mir dabei erlaubt, die Führung hauptsächlich auf die Sehenswürdigkeiten im Stadtkern, sowie in angrenzenden Stadtteilen zu beschränken. Dabei verliere ich einige Worte über Geschichte, Geschwätz und Neues eben was sich dem Betrachter bietet. Ich hoffe, mein Werk wird jeden in Mundart geläufig und führt auch die Ausgewanderten zurück auf alte und neue Spuren. Viel Spaß und gutes Gelingen bei der Anwendung! Hettstedt , im November 2012 Wollefjank  Heimatgedanken Die Wipper fließt vom Harze her vorbei an alten Mauern.  Die Weiden neigen sich vor ihr, fast meinte man, sie trauern. Die Brücken kreuzen ihren Lauf, es trutzen Türme und Tore. Barocke Dächer mit goldenem Knauf, die Kirche mit hoher Empore. Hier stand eine Burg zum Trutz, vor Räuber und Kriegsgewalten. Das Wipperwasser gab ihr Schutz, der Bergfried ist noch erhalten.          Sie speiste oft in ihrem Lauf die Gräben der Hütten und  Mühlen. Forellen schwimmen schnell flussauf, die Wassermassen spülen. …

Eine Birke zum 1. Mai

Eine Birke oder auch Birkenzweige aufzustellen geht auf einen uralten Brauch zurück. Das ursprüngliche Frühjahrsfest unserer Vorfahren begann in der Nacht zum 1. Mai, wenn die Vermählung der Erdmutter mit dem Himmel zur Förderung der Fruchtbarkeit feierlich begangen wurde. In der Walpurgisnacht zum 1. Mai ist es vieler Orts noch üblich Maibäume oder Birkenzweige aus dem Wald ins Dorf zu holen. Aber nicht nur stattliche Bäume, sondern auch kleine Stämmchen und Zweige werden im „Wonnemonat“ aufgestellt. Sicher erinnert sich mancher an seine Jugendzeit als es noch üblich war Birkenzweige vor die Tür zu stellen. Insbesondere zu Pfingsten gehörte eine „Maie“ einfach zum Fest dazu.

250. Geburtstag von W. von Humboldt

(* 22. Juni 1767 in Potsdam – † 8. April 1835 in Tegel) Ich kann kaum der Begierde wiederstehen, so viel als nur immer und irgend möglich ist, sehen, wissen, prüfen zu wollen. Der Mensch scheint doch einmal dazu da zu sein, alles was ihn umgiebt, in sein Eigenthum, in das Eigen- thum seines Verstandes zu verwandeln, und das Leben ist kurz. Ich möchte, wenn ich gehen muß, so wenig als möglich hinterlassen, das ich nicht mit mir in Berührung gesetzt hätte. Zum Gedenken an eine der großen Persönlichkeiten der deutschen Geschichte anlässlich seines  250. Geburtstages am 22. Juni 2017 Vorwort Schon zu DDR-Zeiten  wurden Alexander und Wilhelm von Humboldt als bedeutende Gelehrte der deutschen Geschichte gewürdigt. Im Februar 1949 wurde die Berliner Universität in „Humboldt-Universität“ umbenannt. Der Widerspruch bestand darin, dass es sich bei Wilhelm von Humboldt um einen Freiherrn, also Junker handelte. Das stand im Widerspruch zur bisherigen Geschichtsdarstellung, in welcher diese als brutale Unterdrücker der Bauernschaft dargestellt wurden. Seit Anfang der 70er Jahre waren die DDR-Oberen besonders bemüht, internationale Anerkennung ihres  Staates als offizielles Mitglied der UNO zu erzielen. Dies gelang am 16. September 1973. Man vermied …

Märztage 1921

Auf Spuren der Ereignisse um Burgörner Die Erkennbar zunehmenden Aktivitäten linksgerichteter Aktionsausschüsse zu Streiks und Aufständen im Mitteldeutschen Industriezentrum, am Anfang des März 1921, forderte die Regierung zu Gegenmaßnahmen heraus. Die ehemals am Hettstedter Bergschlösschen angebrachte Gedenktafel enthält Angaben, dass bereits am 6. März 1921 Streik-Aktionen im Mansfelder Land geplant wurden und nicht erst nach Einmarsch der Sicherheitspolizei am 19. März. Der Oberpräsident der Provinz Sachsen (Hörsing-SPD) richtete daher am 16.3.1921 an die Bevölkerung des Industriereviers im Regierungsbezirk Merseburg einen Aufruf, in dem er den Einmarsch bewaffneter Kräfte ankündigte. Aufruf Frauen! Arbeiter! Bürger! Seit mehr denn zwei Jahren ist das Industrierevier mehr oder weniger ein dauernder Herd von Unruhen. Wilde Streiks, Raub und Plünderungen der ersten Zeit wurden von Banden-, Einzeldiebstählen, Terror, Sachbeschädigungen, Erpressungen und Körperverletzungen der letzten Zeit abgelöst. Im Gegenzug zu den übrigen Teilen der Provinz, in denen die Felddiebstähle fast ganz verschwunden sind, ist der Landwirtschaft des Industriereviers ein ungeheurer Schaden durch Banden- und Einzeldiebstähle zugefügt. Ist es ein Wunder, wenn die Landwirte wenig Lust haben, ihre Felder intensiv zu bewirtschaften? Dieselben …

Hölz-Putsch im Mansfelder Land

Durchwachte Nacht. Erinnerung an den Hölz-Putsch im Mansfelder Land. Von Wilhelm Braune (Rektor der Schule in Burgörner) Gründonnerstag 1921. Prächtigste Frühlingssonne lacht über dem Mansfelder Lande. Durch die weit geöffneten Fenster riecht man förmlich den neuen Lenz. Es ist die Zeit, in der man sich wieder wie von neuem geboren fühlt. Da hält es uns nicht in der engen Stube. Es drängt uns hinaus. Man geht in den Stall, greift zu den Werkzeugen mit denen man den Garten bestellt und macht sich im Hausgarten zu schaffen. Überall sieht man die Bergleute, soweit sie nicht Schicht haben oder die Angehörigen in ihren oft mit viel Liebe und großem Fleiß gepflegten Gärten beschäftigt. Auch nach ihren Feldern gehen sie hinaus. Aber es liegt was in der Luft. Seit einigen Tagen hört man von einem Putsch. Der Name Hölz geht von Mund zu Ohr, man raunt sich leise zu, dass irgendwo sich Scharen von Aufrührern zusammengefunden hätten. Inzwischen ist in die kleine Bergstadt des Mansfelder Landes eine Abteilung Sicherheitspolizei eingerückt. Man hat ihr eine Schule zur Unterkunft frei gemacht. …

Bäckereien in Burgörner-Altdorf

Von unserem Leser Hr. Löblich wurde uns dieses Bild zugesandt. Sein Urgroßonkel Bäckermeister Willi Probst hatte in Burgörner-Altdorf im Haus seiner Schwiegereltern eine Bäckerei eingerichtet. Leider ergab unsere Recherche nur, dass Willi Probst Anfang der 50-ziger Jahre eines viel zu frühen Todes gestorben ist. Nachkommen sind aus Burgörner verzogen und konnten von uns nicht befragt werden. Wir haben diese Zusendung zum Anlass genommen, an weitere einst in Burgörner ansässige Bäckereien zu erinnern. Im Einwohnerverzeichnis von Burgörner 1927 wird ein Bäckermeister Voigt, Schloss-Str. 3 genannt. Dieses Haus-Grundstück, ein im damaligen Stil errichtetes Bergmannshaus (siehe dazu unsere Ausführungen in „Gustav Ballin“) wurde 1936 im Auftrag von Bäckermeister August Steinbrück umgebaut und aufgestockt. (Zimmer- und Bautischlerarbeiten Karl Graf) Als nachfolgende Betreiber dieser Bäckerei sind uns bekannt: Bäckermeister Jabin mit Familie, Bäckermeister Bügener mit Familie Bäckermeister Müller mit Familie In den Ladenbereich wechselte dann ein Gemüsegeschäft. Die Wirtschaftsräume wurden von einem Stützpunkt für Schädlingsbekämpfung „Rattengift ect.“ belegt. Haus und Grundstück unterstand letztendlich der sogenannten Grundstück-Verwaltung, die es dann nach dem Brand durch Abriss beseitigte. Überlieferungen zur Folge soll einst an dieser Stelle …

Sturm über Burgörner-Altdorf (1994)

Viele Einwohner werden sich sicherlich noch daran erinnern. Ein Sturm, man kann auch sagen eine Windhose, bildete sich 1994 am Himmel und verwüstete u.a. den Friedhof. Zum Glück wurde niemand verletzt (soweit bekannt). Bilder vom Friedhof Burgörner-Altdorf:

Maschinen-Meister "William Richards"

Bei all den schwungvollen Reden anlässlich des 125- jährigen Gedenkens der Errichtung des Maschinendenkmals wurde eine Persönlichkeit vergessen: William Richards, der es durchaus verdiente wenn man ihn, der hier Großartiges zum Beginn der Industrialisierung in Deutschland geleistet hat, mit einbezogen hätte. Früh mussten die Erbauer der ersten Dampfmaschine in Deutschland erkennen, dass neue Antriebsarten auch neue Erkenntnisse erfordern. Da die Steuerung, welche einen gleichmäßigen Lauf der Maschine ermöglichen sollte, Schwierigkeiten bereitete, kam VELTHEIM 1) schnell zu der Überzeugung, dass nur eine nochmalige Reise nach England Abhilfe schaffen könne. C. Veltheim C. F. BUCKLING trat diese Reise, von der einige seiner Briefe erhalten sind, im Februar 1786 an. Er studierte die Steuerung genau, fertigte Aufzeichnungen an und es gelang ihm, den Ma­schinenwärter WILLIAM RICHARDS zur Übersiedlung nach Preußen anzuwerben. Am 26. 8. 1786 trafen beide auf dem Burgörner Bergbau-Revier ein.                                              Revierkarte vom Burgörner Bergbau-Revier Richards William, Mechaniker (Sohn des Kunststeigers Francis Richards), geb. 18.Juni …