Bergbau & Hütten, Mansfelder Bergwerksbahn

Bergwerksbahn

Eine technische Einrichtung, die lange Zeit auch wie selbstverständlich zu Burgörner gehörte, war die Werksbahn. Ein Stück der ehemaligen umfangreichen Gleisanlage (siehe Karte) zwischen den Eduard-Schacht und dem Bahnhof Klostermannsfeld/Benndorf konnte als Museumsbahn erhalten werden. Bei den älteren Bewohner von Burgörner sind die Bahntransporte von und zu den Hütten, die Transporte mit der glühenden Schlacke einschließlich des Standortes des Brotwagen an der Kupferkammer- Spurhütte noch gut in Erinnerung.

Nachstehende Angaben sind entnommen, dem Werk:

DIE MANSFELD’SCHE KUPFERSCHIEFER BAUENDE GEWERKSCHAFT

FESTSCHRIFT ZUM X. DEUTSCHEN BERGMANNSTAGE

10.-12. SEPTEMBER 1907

Mansfelder Bergwerksbahn.

Die Mansfelder Bergwerksbahn ist eine schmalspurige Bahn mit Lokomotivbetrieb von 0,75 in Spurweite. Sie dient vorwiegend dem Transport von Minern nach den Hütten sowie dem Brennmaterialientransport von den Bahnhöfen Mansfeld Und Hettstedt nach den meisten Werken. Auf einigen Strecken wie z. B. Personenbahnhof Krughütte – Hohenthalschächte sowie Benndorf – Zirkelschacht findet zur Zeit auch Arbeitertransport statt. Die Mansfelder Bergwerksbahn wurde in den Jahren 1882—1886 erbaut, nachdem man mit den beiden im Jahre 188o hergestellten schmalspurigen Verbindungsbahnen zwischen dein Ernstschachte und der Kochhütte von 1 km Länge und zwischen der Kupferkammerhütte und den Glückhilfschächten von 4,5 km Länge recht günstige finanzielle Resultate erzielt hatte. Ihrem Bau folgte im Jahre 1901 die Herstellung eines normalspurigen Gleisanschlusses, welcher die Krughütte und die Ottoschächte mit dem Staatsbahnhof Eisleben verbindet und gegenwärtig zum Anschluss der Segengottes-Schächte noch weiter ausgebaut wird.

Die Hauptlinie (durchgehendes Gleis) der Bergwerksbahn beginnt auf der Krughütte, geht von hier über den in der Nähe der Ernstschächte angelegten Bahnhof Ernstschächte nach Bahnhof Mansfeld und von hier über das 81. Lichtloch F nach dem Trennungsbahnhofe Leimbach. Durch letzteren wird dieselbe geteilt in eine westliche Linie nach der Eckardthütte und in eine östliche resp. nordöstliche Linie welche sich über das 26. Lichtloch S, die Gottesbelohnungs- und Kupferkammerhütte nach dem Bahnhofe Hettstedt erstreckt.

Von dieser Hauptlinie zweigen ab:

1.  das Anschlussgleis nach dem Clotildeschachte vom Personenbahnhof Krughütte aus von 1,300 km Länge,

2.  das Anschlussgleis nach den Ernstschächten und der Kochhütte vom Bahnhof Ernstschacht mit 1,214 km Länge,

3.  das Anschlussgleis nach den Hohenthalschächten vom Bahnhof Ernstschacht aus mit 1.800 km Länge,

4.  das Anschlussgleis nach dem Zirkelschachte vom 81. Lichtloch F aus mit 2,852 km Länge,

5.  das Anschlussgleis nach den Freieslebenschächten von km Station 14,250 der Hauptstrecke ab mit 0,211 km Länge,

6.  das Anschlussgleis nach den Eduard- und Glückhilfschächten vorn Bahnhof Kupferkammerhütte aus mit 4,5 km Länge.

Bei km Station 3,5 dieses Anschlusses zweigt sich außerdem noch ein 5,800 km langer Gleisanschluss nach den Niewandtschächten und dem Paulschachte bei Helmsdorf ab. Die Länge des durchgehenden Gleises inkl. sämtlicher Abzweigungsgleise beträgt 47,70 km. Dazu sind an Anschluss- und Nebengleisen auf den Werken und Bahnhöfen 26,281 km verlegt, so dass sich die Länge sämtlicher Bergwerksbahn – Gleise auf 73,981 km beziffert. Hierzu würden noch die Gleisanlagen des normalspurigen Anschlusses der Krughütte – Ottoschächte und des Segengottesschachtes mit insgesamt 5,917 km treten. Die größte Steigung der Bahn auf freier Strecke beträgt 1:35 und die zur Anwendung gekommenen engsten Kurven, deren Beseitigung jedoch nach Möglichkeit erstrebt wird, haben einen Radius von 6o m.

Das Bildmaterial wurde uns aus privaten Archiven und Sammlungen zur Verfügung gestellt – ganz besonders danken wir Herrn Helmuth Philipp für die Bereitstellung von Bildmaterial.

„20-jähriges Bestehen des Vereins Mansfelder Bergwerksbahn
e.V. im Oktober 2011“