Alexander von Humboldt
und Burgörner ?
Alexander von Humboldt, nach einem Gemälde, angefertigt um 1800. So müsste er ausgesehen haben, zur Hochzeit seines Bruder Wilhelms 1791, und als er das Junge Paar in Burgörner besuchte.
Mit „Leider“, so müssen wir unsere Ausführungen zu diesem Besucher in Burgörner beginnen. Leider gibt es keine authentische Nachrichten, Briefe oder sonstige Nachweise welche die Aktivitäten A. v. Humboldt in Burgörner bestätigen. Einmal liegt es daran, dass A. v. H. keine Briefe gesammelt hat, zum anderen hatte er sich in diesen Jahren intensiv mit seinem Studium und seiner Arbeit beschäftigt so das nur Briefe von ihm an seine Freunde erhalten blieben.
(Siehe: „Die Jugendbriefe A.v.H. 1787 – 1799 Akademie Verlag Berlin 1973)
An einem im Dezembertag des Jahres 1790 erhielt der Geologe und Inspektor der Freiberger Bergakademie, Abraham Gottlob Werner, die Studienbewerbung eines zwanzigjährigen Mannes des Freiherrn Alexander von Humboldt.
Am 14. Juni 1791 wird Humboldt als Student der Bergakademie immatrikuliert, unter Werners Schülern wohl der berühmteste. Er wohnt in dem Haus Weingasse 2, Johann Friedrich Freiesleben, Professor der Markscheidekunst, nimmt ihn in seine Familie auf. Sein Sohn, Johann Carl Freiesleben, wird Humboldts Studienkamerad und Freund.
Wie angestrengt er arbeitet, geht aus einem Brief hervor:
Ich bringe fast alle Morgen von 7-12 in den Gruben zu (wobei Auf-die-Grube-Gehn oft ein bis zwei Stunden dauert), den Nachmittag habe ich Unterricht und den Abend jage ich Moose, (naturwissenschaftliche Studien) Dennoch bin ich im ganzen sehr froh. Ich treibe ein Metier, das man — um es zu lieben — nur leidenschaftlich treiben kann; ich habe an Kenntnissen unendlich gewonnen; und ich arbeitete nie mit der Leichtigkeit als jetzt.
Am 26. Februar 1792 verläßt Humboldt Freiberg wieder und geht im März einer glänzenden Karriere entgegen die als Bergassessor in Preußen beginnt. Im Juni erhält der gerade 23jährige Humboldt den Auftrag, die von Preußen erworbenen Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth einer geognostischen, montanistischen Untersuchung zu unterziehen. Das tut er mit umfassender Gründlichkeit. Auf geradezu geniale Weise stellt er in seinem Bericht den
Humboldts Leistungen als Naturforscher sind hinlänglich bekannt. Weitaus weniger weiß man um seine Verdienste für die Entwicklung des Bergbaus. Es gelang ihm nicht nur in kurzer Zeit, die Ertrage beträchtlich zu steigern, er richtete auch eine »Freie Bergschule mit unentgeltlichem Unterricht ein, regelte die Unterstützung von Berginvaliden, beschäftigte sich mit den schlagenden Wettern und erfand eine Pinglampe, Vorläufer der Sicherheits-Grubenlampe von Davy.
Hier in Burgörner………….
veranstaltete man anlässlich des 100. Geburtstages, Alexander von Humboldt wurde am 14.September 1769 in Berlin geboren, im Humboldthain eine Gedenkfeier. In deren Verlauf an einer Eiche (leider nunmehr todkrank), eine noch heute vorhandene Tafel angebracht wurde.
Von den damals noch lebenden Familienmitgliedern wurden keine Einwände für diese besondere Ehrung erhoben, man kann deshalb davon ausgehen, dass der Tafeltext zutreffend ist, auch wenn uns heute dazu schriftliche Nachweise fehlen.
Über diese Feier, in deren Verlauf das ehemalige „Küsterholz“ den Namen „Humboldthain“ erhielt, hat sich ein Bericht aus dem „Hettstedter-Wochenblattes erhalten. Zur besseren Lesbarkeit sind die Spalten und das Schriftbild geändert, Text unverändert. – den vollständigen Artikel finden Sie im im Anhang zu diesen Ausführungen!
Caroline von Humboldt in ihren Briefen an Alexander von Rennenkampff
Albrecht Stauffer Berlin 1904 Ernst Siegfried Mittler und Sohn
Brief Nr. 37 Tegel, 25.Juni 1827
……….. Ich saß vor zwei Jahren in Burgörner einmal bei einem jungen Mann, den ich kurz nach meiner Heirat hatte kennen lernen und seitdem nicht wieder gesehen. Er schien sehr erfreut, er ist ein intimer Freund meines Schwagers Alexander, und unter anderem kam er auch damit heraus: ” Ich sitze hier wie im Traum, daß es dreißig Jahre und drüber sind, wo ich Sie hier sah, und Sie sehen noch so aus wie damals.” Ich konnte das Lachen nicht unterdrücken und sagte ihm: Sehen Sie, wenn das wahr wäre, so wäre es auch vor dreißig Jahren mit der Hübschheit nicht so weit her gewesen, als man es damals sagte. Es tat mir aber doch leid, daß ich so in meiner Lustigkeit geantwortet hatte, denn der liebe gute Mensch – heißt Freinsleben (?), ein Sachse und jetzt hoher Offiziant beim Bergwesen in Freiberg – wurde ganz perplex und ist solch eine gute Seele……………….
Anmerkungen: (?) Entsprechend der Berufsbezeichnung handelt es sich um:
Freiesleben, Carl
1774 Freiberg – 1846 Niederauerbach; 1787 – 90 Freiberger Gymnasium, Oster, 1790 Stipendiat d. Bergakademie, 1792 – 95 Stud. jur. in Leipzig, 1796 Bergassessor in Marienberg, 1799 Bergmeister d. Reviere Johanngeorgenstadt, Schwarzberg u. Eibenstock in Johanngeorgenstadt, 1800 Oberbergvogt d. mansfeldischen u. thüringischen Bergbaues in Eisleben, 1808 Assessor mit Sitz und Stimme beim Oberbergamt u. Oberhüttenamt Freiberg, 1816 Bergrat, 1838 Leiter d. gesamten sächs. Montanwesens.
Die Zeit-Angaben im vorstehenden Brief und weitere bekannte Ereignisse lassen die Vermutung zu, unter Berücksichtigung des Bezugsdatums > 25.Juni 1827 < sowie
Vor zwei Jahren: > = 1825 möglicher Treff zwischen A-v. Humboldt u. C. Freiesleben in Burgörner.
kurz nach meiner Heirat: = (nach dem 29. Juni 1791 )
A-v-H (8 Tage) zur Hochzeit seines Bruders nach Erfurt vom 24.6. – 2.7. 1791
Vor dreißig Jahren:A-v-H hatte C. Freiesleben in Freiberg, kennengelernt, im Juni 1791 (erster Brief an F.>nach dem 14. 6. 1791)
und darüber: von Juli 1791 bis Mai 1792 evt Treffen mit C.F. in Burgörner, möglicherweise (nicht nachgewiesen) nach der Inspektionsreise um Naumburg, Artern, Bad Kösen und Sulza (am 5.7.1791 zurück in Freiberg – Grubenbefahrung)
kurz nach meiner Heirat: (von Juni bis bis Mai 1792) (erster Brief an Forster aus Burgörner 16 August 1791 Brief an Jacobi 22. August 1791 – seit zwei Monaten erst, lebe ich hier .
Umzug nach Auleben – ab Juni 1792 bis März 1793
Einen weitaus sicheren und auch belegbaren Nachweis für einen Aufenthalt des preußischen Oberbergmeisters Alexander von Humboldt in Hettstedt, enthält ein Bericht welcher sich in den Archivalien der Bergschule in Freiberg erhalten hat.
Börner, K. G.:
Beschreibung einer am 8ten Dezbr. 1791 mit dem Hrn. V. Humboldt gemachten Fahrt auf dem Grubengebäude Siebentes Lichtloch des Jakob Adolp Stollns (auf dem Revier No. XXVI. Schnäpfen-Berg im Manßfeldischen) nebst einigen dabei gemachten Bemerkungen:
Börner – u. Jakob Adolp Stollen










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