Alle Artikel in: Burgörner-Geschichte

Die "Berggrenze"

Ein Straßenname „Berggrenze“ Im Hettstedter Ortsteil Burgörner-Altdorf, trägt eine Straße den Namen „Berggrenze“. In der Vergangenheit hatte man diese Straße immer mit Namen der gegenwärtig aktuellen, politischen Größen bezeichnet. Nach der demokratischen Wende 1990, einigten sich die Stadträte von Hettstedt diese ehemalige Dorf-Hauptstraße mit dem historischen Namen „Berggrenze“ zu benennen. Diese „Berggrenze“ hat nun mit einer Abgrenzung zu den Bergen des auslaufenden Harzgebirges, wie teilweise fälschlich angenommen und kritisiert wurde, überhaupt nichts zu tun. Vielmehr ist „Berggrenze“ die uralte Bezeichnung für eine Grenze die ein Gebiet umfasst, in welchem mit kaiserlichem Privileg, den Grafen von Mansfeld gestattet war, Bergbau zu betreiben. Wegen Streitigkeiten zwischen den Nachfolgern, den Kursächsischen und preußischen Bergbaubetreibern über die Nutzung des Wipperlaufes als Aufschlagwasser für die Hütten, kam es zu Streitigkeiten und 1747 zu einem Vergleich. Daraufhin wurde ein Teil der Berggrenze mit 40 Grenzsteinen, neu markiert. Seit dieser Zeit verläuft nun die sogenannte „Kaiserliche Berggrenze“, welche laut Kaiserlichem Dekret von 1364 „die Wipper entlang bis an den Hof Burgörner führte“, nunmehr bis an die einstige Berghütte, (Kupferkammerhütte oder Bleihütte wie …

Die Brache bei Burgörner

von Kurt Ziegel, stud. praehist. Veröffentlicht im „Heimatring der Grafschaft Mansfeld“. Nr.10 Beilage zur Eisleber Zeitung v. 25. Mai 1934 Seit dem vorchristlichen Jahrtausend, als Mitteldeutschland eines der wichtigsten Kulturgeschichtlichen Gebiete Europas wird, zeigte sich in unserer Mansfelder Heimat eine dichte Besiedlung. Die verschiedensten Kulturen sind nach den Bodenfunden hier festzustellen, auch die Grabung auf der Brache bei Burgörner, auf einem Gebiete von ungefähr 40 Morgen beweist, dass diese Höhen ein Siedlungsgelände für die bedeutendsten Kulturgemeinschaften der jüngeren Steinzeit und der späten Bronzezeit war. Im Oktober 1933 begann man die sogenannte Brache urbar zu machen, um Gelände für Kleingärten zu gewinnen. Bei den Arbeiten stieß man schon nach kurzer Zeit auf Gefäßscherben und Bestattungsreste. Eine amtliche Untersuchung der Landesanstalt für Vorgeschichte in Halle stellte fest, dass es sich hier um ein Siedlungsgebiet größeren Ausmaßes handelte. Foto eingefügt aus einer Privatsammlung. Die Brache liegt in einer Höhe von 200 m (N.N.) am rechten Wipperufer. Von hier war die umliegende Landschaft gut zu übersehen. Die hohe Lage und der steile Hang nach der einen Seite schützte gegen …

Burgörner-Geschichte

Burgörner eine wirtschaftlich intakte Großgemeinde mit ca. 4000 Einwohnern wurde 1950 gerade deswegen in das zu dieser Zeit recht unbedeutend gewordene Hettstedt eingemeindet. Als nun auf Grund der Strukturen in der DDR die erwarteten Einnahmen von Burgörner für Hettstedt ausblieben, erlosch jegliches kommunale Interesse. Der Ortsteil Burgörner-Neudorf mit dem Bahnhof „Hettstedt“ und dem umliegenden Straßennetz wurde schon nach 1875 allgemein als Bestandteil von Hettstedt angesehen. Von Burgörner- Altdorf wurde nun nach 1950 nur noch von einem sterbenden Ortsteil gesprochen dem man mit der umliegenden, heruntergewirtschafteten Industrie, rücksichtslos gegenüber Mensch und Natur, arg zusetzte. Burg – Örner., Diesem Burgörner in dem viele Familien trotz aller Widrigkeiten seit vielen Generationen wohnen, möchten wir hiermit ein Denkmal setzen. Burg, ist wohl berechtigt auf Grund der archäologisch nachgewiesenen ca. 4000 Jahre alten Befestigungen auf einer Höhenlage, und Örner, den Namen für dieses Gebiet findet man erstmals auf einer Tauschurkunde von Kaiser Otto 973. Nicht zuletzt lässt der „Hof Burgörner“, als Grenzpunkt der kaiserlichen Berggrenze 1364 genannt, auch seine strategische Bedeutung erkennen Zur Geschichte von Burgörner soll nun an dieser …

Die Mamburg

Dem Wunsche vieler Heimatfreunde etwas über die sagenhafte „Mamburg“ bei Burgörner zu erfahren möchten wir hiermit, soweit es möglich ist, nachkommen. Links und rechts die Hochfläche des vermuteten Standortes der Mamburg. In der Mitte überragt durch die Halde des „Eduard-Schachtes“. (Blickrichtung von Burgörner, Südöstlich) Nach Friedrich Stolberg, Handbuch “Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit“ Harzverein für Geschichte und Altertumskunde – 1968 284. Mamburg, Burgstelle. Hettstedt, Ortsteil Burgörner, Kr. Hettstedt (Mansfelder Gebirgskreis), Bez. Halle (Merseburg). Name: Mamburg, Monburgsberg. Meßtischblatt: 2457/4335 Hettstedt; etwa S 11,0; W 5,5. Allgemeine Lage: Ostharzrand gegen die Mansfelder Mulde (Schwabengau) örtliche Lage: Etwa 210 m NN auf nach Westen vorspringendem Bergrücken, südöstlich von Burgörner im Gebiet des Küsterholzes und des aufgelassenen „Eduard.“- Schachtes. Baugrund: Unterer Buntsandstein über jüngerem Zechsteingips. Beschreibung: Gelände von den Halden des nahen Schachtes Eduard überschüttet, keine nachweisbaren Spuren. Geschichte: Name von Größler & Brinckmann von Personennamen „Mano“ hergeleitet. Altere Karten zeigen nur Grünland, keine naheren Daten. Lii. u. Abb.: B. u. K D m. Prov. Sachsen XVIII S. 101 f., dazu Hist. K. …

Das Schlackenbad

bei Hettstedt in der königlich-preußischen Grafschaft Mansfeld von M. Büttner Versetzen wir uns etwa 150 Jahre zurück in die damals königlich-preußische Grafschaft Mansfeld und besuchen auch das zur Zeit 5000 Einwohner zählende Bergstädtchen Hettstedt, so finden wir südlich in unmittelbarer Nähe an der Magdeburg-Erfurter Chaussee das Schlackenbad. Dieses war die Schöpfung und das Eigentum des damaligen Bürgermeisters Heddrich. Die Schlackenbäder, benannt nach der weltbekannten Mansfelder Schlacke, sind eine merkwürdige Zeiterscheinung des Mittelalters. Jedoch sind sie noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts anzutreffen. Heute sind diese Schlackenbäder schon fast alle der Vergessenheit anheimgefallen, so daß es also wohl lohnt, sich etwas mit diesen alten Mansfelder Kulturerscheinungen zu befassen. Das bisher nachweislich älteste Schlackenbad finden wir schon im Jahre 1484 in Röblingen a.S. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wird in Eisleben ein  solches Bad eingerichtet, und zwar auf der Mittelhütte. Das Hettstedter Schlackenbad wurde im Jahre 1854 unter dem Namen „Friedrich-Wilhelmsbad“ gegründet. In einem Sonderdruck aus der Illustrierten Zeitung vom 19. Mai 1855 (Druck : F.A. Brockhaus in Leipzig; Verfasser: Dr. Rupprecht, prakt. Arzt und Bergarzt), …

Überlieferungen aus Burgörner

Merkwürdige Bezeichnungen wie Sockendorf und Regenbeeck, Hollerberg und Mordkaulen. Burgörner erweiterte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Ansiedelungen bedingt durch den Arbeitskräftebedarf der wachsenden umliegenden Industriebetriebe um den Ortsteil Neudorf. Die Gemeinde Burgörner mit den Ortsteilen Burgörner-Altdorf und Burgörner-Neudorf wurde 1950 nach Hettstedt eingemeindet. Der Ur–Ort Burgörner trug den Spitznamen „Sockendorf“ und die Einwohner nannte man daher aus Spaß die Sockendörfer. Nicht ganz Unrecht hatte der Conferencier „Manfred Uhlig“ als er in der Fernsehaufzeichnung „Alte Liebe rostet nicht“ erklärte, die Sockendörfer heißen so weil sie sich nach Hettstedt auf die Socken machen müssen wenn sie einkaufen wollen. Früher soll es auch bei Volksfesten und dergleichen zu Auseinandersetzungen gekommen sein wenn Auswärtige die Bezeichnung als Schimpfwort benutzten, weil sie über dessen Herkunft nicht informiert waren. Was bedeutet den nun: Sockendorf? In Burgörner wurde auf Grund des dort anstehenden Kalksteines Gips gebrannt und als Baumaterial nach dem Harz verkauft, laut eines Schriftstückes von 1781. (nachzulesen im Staatsarchiv Magdeburg) Anfang des 19. Jahrhunderts betrieb ein Herr „Castedello“ diese Kalkhütte, ein zugezogener oder durch die Kriegswirren …

Opfer – 1. Weltkrieg

1. Weltkrieg – 1914-1918 Da fast alle Familien in Burgörner-Altdorf betroffen waren, bauten die Einwohner zum Gedenken an ihre Gefallenen und vermissten Angehörigen diese Gedenkstätte. 1945 wurde diese Gedenkstätte als erste Amtshandlung von den Kommunisten gesprengt. Die hier gezeigten Bilder stammen alle aus Privatbesitz.