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Herbstgedanken

120. Wilhelm von Humboldt schreibt an seine Frau aus Burgörner, 15. November 1824 ….Die hübsche und lange hier mit mir vertraute Natur hat mich wieder sehr angezogen. Ich bin gleich am Tag nach meiner Ankunft auf den Kirchberg gegangen und habe lange oben verweilt. Die falbe Sonne und die entlaubten Bäume haben doch auch einen eigenen Reiz. Man entbehrte viel lieber den Winter, aber wenn er einmal da ist, kann man doch auch nicht seine Reize verkennen, die er unleugbar hat. Es wird mir hier immer alles neu, wie wir zuerst hier zusammen wohnten. Die tiefe Liebe bleibt doch durch das ganze Leben der höchste Genuss……… 121. Humboldt an Caroline Burgörner, 20. November 1824 Ich schrieb Dir gestern vom Hüttenmeister Böttcher. Er ist Montag krank geworden und hat gleich gesagt, dass er nicht wieder aufstehen würde. In der Nacht seines Todes hat er die Stunde, Mitternacht, richtig bestimmt. Er hat von allen Menschen Abschied genommen und auch den Hüttenleuten sagen lassen, dass er in seiner Todesstunde an sie gedacht. Der Mut und die Treu so …