Burgörner-Geschichte, Chronik

Chronik d. Dorfes Burgörner – Teil I

Der Hof – Burgörner

In 3 Teilen

Geschichte

Frühere Besitzer &

Caroline und Wilhelm von Humboldt

Die zusammengestellten Artikel, Veröffentlichungen, Schriften einschließlich der weiterführenden Anmerkungen und Erläuterungen sind in der jeweiligen Fassung, Rechtschreibung und Grammatik übernommen. Die Originaltexte wurden lediglich aus Raumgründen auf das Wesentliche gekürzt. In nachstehenden Anmerkungen wird auf die verwendete Literatur hingewiesen, so dass Interessierten die Möglichkeit zum Vergleich, zur Berichtigung oder auch Erweiterung gegeben ist. Ein Anspruch auf Vollständigkeit des behandelten Themas besteht nicht. Erweiterungen, Ergänzungen neue Erkenntnisse der Forschung sollen anregen, diese vorliegende Arbeit auch in Zukunft zu bereichern.

EHRENAMTLICHER BEAUFTRAGTER FÜR ARCHÄOLOGISCHE + DENKMALSPFLEGE DES LANDESAMTES FÜR ARCHÄOLOGIE SACHSEN-ANHALT FÜR DAS GEBIET HETTSTEDT / BURGÖRNER SOWIE EHRENAMTLICHER ORTSCHRONIST FÜR HETTSTEDT / BURGÖRNER
E. Graf 2004

Der Hof – Burgörner

Teil I – Geschichte

Die älteste Erwähnung eines Ortes ,,Oerner” enthält der Text einer Urkunde aus dem Jahre 973. Ob es sich dabei nun um Groß- oder schon um unser Burg-Örner handelt, ist bisher noch nicht ausreichend geklärt. Die ältesten Ortsbezeichnungen ,,Burg-Örner” findet man in der Chronik von S. Spangenberg unter ,,Fol. 191 a“:

Anno 1160 ist Markgraf Albrecht von Brandenburg, der Bär genannt, Grave zu Askanien und Herr zu Bernburg, mit seiner Gemahlin Frau Sophien, geborene Grävin von Rhyneck ins gelobte Land ……. und weiter heißt es:

(Fol. 192) Und um diese Zeit, achte ich, sei auch die Pfarre zu Turow bei Köthen ans Kloster kommen. Sonst hat dieses Kloster auch das Jus patronatus gehabt an mehr Kirchen, als zu Rottelsdorf, zu Todtendorf, zu Klein Örnern, zu Großen Örnern an der S.Stephans Capella in der Baussen Hofe, zu Sebickerode. Diese Orte haben die Priores, wie auch die Pfarre zu Closter Mansfeld zu bestellen gehabt.

Burgörner erscheint zum ersten Male urkundlich im Jahre 1342. Da jedoch bereits 1337 antiquum Ornere unterschieden wird (entspricht früher; oder alt) ist davon auszugehen, daß bereits ein Neu-Örner welches eben Burgörner ist, vor dem Jahre 1337 bestanden hat. Als früheste genannte Grundbesitzer in der Flur von Burgörner erscheinen die Grafen von Mansfeld in den Jahren 1342 und 1346. (1)

Nr. 55 1342 1. Januar Mansfeld

Burchard Graf von Mansfeld und seine Söhne Siegfried und Otto übereignen der Klosterjungfrau von Aken im Kloster Gerbstedt! Mark jährlicher von dem Conrad Budel, Heyso von Welbsleben und dessen Ehefrau aufgelassener Einkünfte in Burgörner. (2)

Nr. 57 1343 31. Mai Mansfeld

Conrad Budel Ritter, Heyso von Welbsleben und dessen Ehefrau bekunden, dass sie dem Kloster Gerbstedt Einkünfte zu Burgörner verkauft haben, und dass dieselben von den Grafen Burchard Albrecht Siegfried und Otto von Mansfeld dem Kloster übereignet sind.



In weiteren Urkunden

1346 Benedictiner Kloster Wimmelburg Nr.58 – 9. Februar (3)
„Siegfried und Otto Grafen zu Mansfeld übereignen dem Kloster Wimmelburg Einkünfte aus Alt-Örner, Burg-Örner, Augsdorf und Polleben, die vorher Johann Sorge und Heyso von Welbsleben zu Lehen gehabt.“ (Org.: Staatsarchiv Magdeburg – In dorso: in alden Örnerin et in novo)

1362
Da nun erst 1362 neben dem Dorfe (villa) von einem Hofe Borchorner die Rede ist, so ist es wahrscheinlich, daß die Grafen von Mansfeld nicht nur die alleinigen Besitzer des Ortes und seiner Flur waren,sondern daß sie auch den Hof und die dabei auf dem Bergkopfe (Kirchberg d. Vf.) gelegene, nicht große Burg erbaut haben, von welcher einige Reste, die Mauern des Turmes, noch sichtbar sind. Diese Burg wird die Bestimmung gehabt haben, die Nordgrenze der Grafschaft Mansfeld gegen feindliche Einfälle zu decken. Nachdem jedoch um die Mitte des 15. Jahrhunderts Hettstedt mansfeldisch geworden war, wurde die Burg bei Klein-Örner entbehrlich und ist deshalb schon in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Verfall geraten. (Wiedersprüchlich zu den Aussagen von C. Spangenberg für das Jahr 1505; 1519 u. 1552)

Ob es sich nun bei dem in den Urkunden genanntem Haus um die nachweislich befestigte Anlage(4) auf dem Kirchberg handelt, – mit einem befestigten Vorwerk im Tal dem „Hof Burgörner“ oder ob das eine das andere notwendig gemacht hat, wir wissen es nicht. (siehe auch Anlage: Burg-Oerner eine Arnsteiner Burg?)

Kartenausschnitt mit der Darstellung der Grenze der Grafschaft Mansfeld

Die Karte befindet sich in Luthers Sterbehaus in Eisleben


Bildtafel II
überliefert uns C. Spangenberg im VI.Titel, XII. Burgörner:
,,Es hat mehr den einerlei Adel alda gehabt. Erstlich die Heupte, welche auch zu Vatterode Güter und auf Mansfeld ein Burglehen gehabt. Anno 1366 hat gelebt Gebhartt Heupt, welcher eine Baußin von Großen Örner zum Weibe gehabt und mit ihr einen Sohn, Curd Heupt genannt, gezeuget, welcher noch 1430 bei Leben gewesen.

Nach den Heupten haben die von Wyenrode Burgörner inne gehabt, Burckhartt und Conrad von Wienrode; sind Vettern gewesen und hat Curd nur einen Sohn gelassen mit Namen Heinrich. Und als derselbige ohne Erben abgegangen ist das Haus an die Graven zu Mansfeld gefallen. Dennen hat es Busso von Vitzenhagen Anno 1470 um 600 Rheinisch fl. abgekauft. Und dieser Vitzenhagen Genealogiam habe ich also gefunden:
 

1364 – eine weitere Erwähnung des Hofes Burg-Örner
In einer Urkunde vom 21 (28?) Juni 1364 belehnt Kaiser Karl der IV. Graf Gebhardt zu Mansfeld mit dem Bann der Grafschaft und dem Kupferbergwerk innerhalb einer örtlich umschriebenen Grenze.
(der später sog. kaiserlichen Berggrenze) (5)

Im Text zum Grenzverlauf heißt es: “ … die wippher neder byß an den Hof Borgorner, und von Borgorner bis an das Welfsholtz..

Nr. 69 – 1372 28. Oktober
Gebhard Graf von Mansfeld verkauft dem Kloster Gerbstedt eine früher durch die gewesenen Aebtissin Gertrud von Aken von Conrad Budel und Heyse von Welpsleben erkaufte Jahrgülte zu Burg-Örner. (6 )
 
Nr. 16 – 1400 Josaphatorden – Kloster Mansfeld
Es zahlen den Bischof von Halberstadt jährliche Procuration (Fürsorge ct.) Claustrum Mansfeld I sexagenam grossorum, sowie die Pfarrkirche zu Borchorner 4 solideos et dantur de monasterio Closter-mansfeld, cui dicitur incorporata (7)
 
1420 erste Mansfeldische Erbteilung (8)
Bei der Teilung des bisher gemeinsamen Besitzes des Gesamt – Grafenhauses und der Erbauseinandersetzung am 16. Juni 1420 bekamen unter anderen auch „die Lehen des Hauses Burgörner“, Graf Volrad und Albrechts Söhne Günther und Hoyer“.
 
Bei Fol. 166 – wird uns überliefert, Anno 1430 hat das Dorf nach Arnstein gedienet.

1430 Mittwoch nach Severi
(Severi 1430 war Samstag der 23.Oktober – Mittwoch danach = 27. Oktober)
 
eine weitere Erbteilung auf betreiben von Graf Günther V. unter anderen wurde festgelegt, daß die Höfe Burg Örner und Vatterode gen Arnstein dienen und auch die Lehen an denselben Höfen und Dörfern bei Arnstein bleiben.
 
1509
fiel Burg-Örner mit Gross-Örner den Grafen vom Vorderort zu.
„Aber anno 1509 vier Jahre für den kalten Winter ist dieser Ort zween Tage vor Lichtmeß um 9 Uhr gegen Nacht angegangen und beinahe gar abgebrunnen.“ Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau heißt es dann: „viel stattlicher, gewaltiger“ u.s.w. „, sondern auch Arnstein und Friedberg, daß man darauf haushalten können, wiederum mit notdürftigem Gemach versehen und dann auch Burg Oerner wieder gebauet.“ –
 
Umb das Jahr
 
1519 hat G. Heger von Mansfeld die alte Burg Oernern wiederumb etlicher maßen verneuern und die Gebeue, daß man da wohnen können, verbessern lassen.

1529 Folge 55
berichtet C. Spangenberg: ,,Anno 1529 acht Tage vor Jacobi (25. Juli – 8 = 17. Juli 1529) von einem Unwetter im Amte Arnstein welches sich etliche Jahre danach wiederholte” – als Amtsverwalter werden genannt: ,,Diethmar nach demselben Heger von Bendorf, Hansen Bruder, diesem folgte Caspar Röder, so hernach gen Burgörner kam” (in welcher Eigenschaft, als Amtmann, Gutsverwalter oder Pächter, ist nicht bekannt)
 
1533/34
In der Wüstung Alt-Molmerswende(9) haben Heinrich, Hans und Steffen Pilgenrodt zu Steinbrücken 3 Höfe und 3 Hufen Landes. (10) die ihnen Heinrich von Vitzenhagen zu Burg-Örner geliehen hat.
 
Als 1552
Ein Geschrei in die Grafschaft Mansfeld ausgebrochen, als sollte G. Albrecht mit einem starken Kriegsvolk kommen, seinen Teil der Herrschaft wieder einzunehmen, entwichen viel seiner Widersacher; und wurden auch den 13. Oktobbris etliche Bürger von Eisleben mit ihren besten Wehren auf Mansfeld und etliche gen Burg Oernern gelegt.
 
1555
ward alda ein öffentlich Berggerichte gehalten, so doch sonst entweder zu Eisleben auf S. Katharinen Hofe oder zu Mansfeld auf dem Silberhof pflegte gehalten zu werden.
 
1559
brannte das Malzhaus zu Burgörner. Denn es daselbst einen stattlichen Breuhof gehabt und gut wohlschmeckendes Bier da gemachet, welches man gen Halle und sonst an viel andere Orte verführet.
 
1560
Schulden halber sahen sich die Grafen Johann Georg, Peter Ernst, Hans Albrecht, Hans Hoyer und Hans Ernst von Mansfeld genötigt, Burgörner nebst dem Amte Polleben und dem Vorwerke Siersleben (10) mit der lehnsherrlichen Zustimmung des Erzbischofs Sigismund von Magdeburg unter Einwilligung aller Mitbelehnten wiederkäuflich an Caspar und Hans von der Schulenburg für 16,000 Thaler auf 15 Jahre zu verkaufen.

Bildtafel IV
Bildtafel V

1564
hat sich im Anfang des Juli ein Streit erhoben zwischen Hansen und Casparn von der Schulenburg, als damals Inhabern von Burgörnern und G.Christoffern zu Mansfeld daher, daß die Schulenburger dem Graven etliche Viehe der Trift halben genommen. Dagegen er ihnen das ihre wieder abgetrieben und darauf Hakenschützen angenommen. Ist aber durch friedfertige Leute Erweiterung verkommen und die Sache zu friedlicher Handelung und Vertrag gebracht

1566
den 29. Martii (März) ist Oswald von Trota auf Burgörner als einen Pfandschilling gezogen.Den 2. May danach ist eine unzüchtige Dirne, so keiner Vermahnung zur Buße noch einiger Warnungen geachtet, zu Burg Oerner für der Hütten auf eine glühende Schlacke gefallen und sich greulich verbrannt

1570
Nachdem man eine gute lange Zeit auf der Berghütte (denn also heißet die Schmelzhütte zu Burg Oerner) nicht geschmelzet hatte, hat man in diesem Jahr den 9. Novembris zum ersten mal darinnen wieder angefangen. (Die beiden Aussagen: ,,2. Mai 1566 – Unfall durch eine glühende Schlacke vor der Hütten” und  ,,9. November 1570  Wiederaufnahme des Schmelzbetriebes nach langer Zeit” –4 Jahre? – ,,nach langer Zeit”  sind etwas widersprüchlich bzw. merkwürdig – d. Verf.)

1571
ist im Augusto viel Gesperres zwischen Grafen Carlen dem Jüngern zu Mansfeld, Graven Peter Ernsten Sohn,und Hansen von der Schulenburg, Einhabern des Hauses Burgoernern. Über dem Hasenjagen eingefallen, so doch ohne weitern tätlichen Eingriff in Fried entscheiden. (Zu beachten wäre in C. Spangenbergs Aufzeichnungen die Formulierung von 1552 ,,gen. Burg Oernern” und ,,Einhabern des Hauses Burgoernern” die Unterscheidung zwischen Burg und Haus. d. Verf.)

1574
brannte im Mayen das Breuhaus zu Burg Oernern gar ab.

1652
Nach manchem Besitzerwechsel und mannigfachen Teilungen innerhalb der von Schulenburgschen Familie wurde Burgörner samt dem Vorwerke Siersleben im Jahre 1652 von der geborenen und verwitweten Gräfin Barbara Magdalena von Mansfeld ausgeklagt und mit Wiederkaufsrecht an den kurfürstlichen Sächsischen Oberaufseheramts-Verwalter D. Adam Timaeus für 20,000 Thaler auf 15 Jahre cediert, aber von dessen hinterlassenen Erben am 24. November.
 
1668
Dem Grafen Johann Georg von Mansfeld, dem letzten evangelischen Gliede des Grafengeschlechtes, werden gegen Übernahme der Schulden des Erblassers und Gewährung eines Deputates an Geld und Naturalien, auch einer Begräbnisstätte in der Kirche zu Thal-Mansfeld eingeräumt. perdonationem inter vivos remuneratoriam (11)
 
Graf Johann Georg wendete das Amt Burgörner gleicherweise seiner Gemahlin Loise Christine, einer geborenen Gräfin von Stolberg und nachmaligen Herzogin zu Sachsen – Weissenfels, zu. Als nun dieselbe nach des Grafen Tode sich im Jahre
 
1712
mit dem Herzoge Christian von Sachsen-Weissenfels vermählt hatte, verkaufte sie Burgörner samt dem 1706 dazu erworbenen Vorwerke Rödichen am 29. November 1713 an den Quedlinburgischen Stiftshauptmann Freiherrn Posadowsky von Postelwitz, welcher kurz vorher auch „das freie Vorwerk Siersleben“ von dem Grafen Christian von Solms käuflich erworben hatte..
 
1714, am 26. Februar
vollzog König Friedrich Wilhelm I. von Preußen als Oberlehnsherr die Belehnung des Käufers mit:

Burgörner, Rödichen (Rödgen) und Siersleben
 
 
Anmerkungen: Teil I
 
1.) Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Mansfelder Gebirgskreises Grössler und Brinkmann 1893
 
2.) Urkundenbuch der Klöster der Grafschaft Mansfeld – Herausgegeben von der Historischen Commision der Provinz Sachsen – Bearbeitet von Dr. Max Krühne Druck und Verlag von Otto Hendel Halle 1888
 
3.) Siehe dazu 2.
 
4.) Siehe dazu ,,P. Grimm, Burgwälle Nr. 222 Hettstedt, Ortst. Burgörner (Abb. 7, 8, 10, 42)”
 
Name: Kirchberg, Die Burg, – Hollunderberg (wurde fälschlicherweise abgeleitet von Hollerberg. ,,Holler” ist die mundartliche Bezeichnung für Flieder richtiger, ,,Flieder Berg” jedoch im Sprachgebrauch überliefert
Hollerberg. Die Bepflanzung wurde im Auftrage der Familie W.v.Humboldt durchgeführt. – ,,Caroline und Wilhelm von Humboldt in ihren Briefen“, Band 1-7 (d.Vf).

Mansfelder Blätter: 2457/4335; a) W 5,0; S 12,5; b) W 4,5; S 12,0.
Lage: Bergrücken, unmittelbar östl. über dem Dorf.

Beschreibung: a) Der östl. beackerte Teil des Bergrückens wird von einem breitgepflügten Wall mit vorgelegten breitem Graben geschützt. Auf dem Acker nur vorgeschichtliche Scherben.

(Anmerkung Verf.: Bei der Verlegung eines Kabels zur Antennengemeinschaft wurde das Gelände in Ost-West Richtung durch einen Graben durchschnitten. Dabei wurde die Struktur des Walles sowie des östlich vorgelagerten Grabens deutlich sichtbar)

b) Der westliche, jetzt als Friedhof benutzte, Teil des Berges (Anmerkung: Verf. Es sind keine anderen Bestattungsplätze in Burgörner bekannt! seit 1354 der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes) zeigt auf seiner Südwestecke eine durch eine Böschung und eine vorgelegte Terrasse abgetrennte, quadratische, mittelalterliche Burgstelle von etwa 60 x 60 m Seitenlänge mit erhaltenem Turm an der Südwestecke. Sage von einem Kloster und zugehöriger Burg (3)

Erw.: 1159 Bertoldus de Ornare (4), ob zugehörig ?
1342 Dorf Borchornere, Borgornere (5)
 
Konstanz, 7.Juni 1714, Kaiser Sigismund belehnt die Grafen Volrad, Gebhard und Busso zu Mansfeld mit den Reichslehen (Org. Landesarchiv Magdeburg VI. A a 1) entnommen Band II, ,,Urkundenbuch des Mansfelder Bergbaues” -. Mück 1910.

6.) Siehe 2.
 
7.) Siehe 2. u. Anlage ,,Burgörner in Geschichtsquellen der Provinz-Sachsen”
 
8.) P.Grimm (siehe auch) Mansfeldischen Erbteilung im fünfzehnten Jahrhundert, Professor Dr. Leers / Eisleben
 
9.) Wüstungskunde ,,Der Mansfelder Kreise /Seekreis und Gebirgskreis“ von Erich Neuß Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar 1971 – Seite 231
 
Hufe = 7 – 15 ha. Ursprünglich nur Bezeichnung für bäuerlichen Anteil an der Dorfgemarkung
 
11.) laut C. Spangenberg hat ein Herr N.-v.-München bestimmt, daß nach seinem Tode der Münchenhof (Vorwerk Siersleben dem Kloster Walbich zufalle. Bis zur Reformation diente er den Walbecker Benediktinerinnen als Klosterhof und fiel dann an die Grafen von Mansfeld zurück.
 
12) Durch Schenkung / Gabe evt. ,,Das eine beinhaltet das Andere”, z.B. Vergeltung (Gegenleistung)
 
13.) Auflistung von Burgörner betreffendem Archiv – Bestand:
,,Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt Abt.Magdeburg Az. : Li.-56511-70 Ortsgeschichte Zeit bis etwa 1815”

a) am Standort Magdeburg
Rep.U 11, A Grafschaft Mansfeld und Herrschaft/Fürstentum Querfurt
Rep. Cop. Amtsbücher
Rep. A 5c Lehnsakten der Grafschaft Mansfeld magdeburgischer Hoheit
Rep. A 6 Landstände des Erzstifts ! Herzogtums Magdeburg

b) am Standort Wernigerode
Nr. 1452 Auf Absterben des Herrn Geheimen Rats von Pohadowsky* Amtsinhaber zu Burgörner, gesuchte und verstattete Hinläuten (1736)**

Posadowski ** Die Jahreszahl 1736 beruht sicherlich auf einen Schreibfehler – (siehe Anlagen zu Teil 3)
,, Der Hof Burgörner – Caroline und Wilhelm von Humboldt” > Ahnentafel der Caroline von Dacheröden<
 
Anmerkungen zu den Bildtafeln I. – VI.
Bildtafel I.) Seite 4
 
Früheste bekannte Erwähnung der Ortsbezeichnung ,,Örner” (Groß-Örner oder Burg-Örner ?) in einer Urkunde von:
 
Anno 973 Allstedt, am 22. Oktober
 
Kaiser Otto II. bestätigt einen in Gegenwart seines Vaters zwischen
Erzbischof Adalbert von Magdeburg und Abt Werinhar von Fulda abgeschlossenen Tauschvertrag.
 
Übersetzung der lateinischen Urkunde aus dem Landesarchiv Magdeburg.
 
Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit Otto durch göttliche fördernde Gnade Kaiser. Da es sich gebührt, dass wir für die Nutzung der Kirchen durch Kaiserliche Autorität sorgen, und da es sich ziemt, durch uns zu bekräftigen, was zum bequemeren Handeln in den zu diesen Kirchen gehörenden Besitzungen von deren Leitern beabsichtigt wird, daher haben wir beschlossen, das wir auf Bitten unserer Getreuen, nämlich des Erzbischofs Adalbert der heiligen Magdeburger Kirche und des ehrwürdigen Abtes Werinhar des heiligen Fuldaer Klosters, den wie ihnen in Gegenwart unseres frömmsten Vaters in Trebur geschlossenen Tausches auf die gleiche Weise durch unsere Autorität bekräftigen. Es hat nämlich der Erzbischof nach den gegenseitigen Recht des Tausches über die Dinge seiner Kirche alles das in das Recht und den Besitz des heiligen Märtyrers Cristi Bonifacius gegeben, was seine Kirche in der Provinz und den südlichen Grafschaften Thüringens durch unseres aller gnädigsten Vaters und unser Geschenk und Freizügigkeit in den nachfolgenden genannten Orten als Eigentum besaß das ist Tüngeda, Gräfentonna, Brüheim, Ost-Mihle, Creuzburg, West-Mihle, Dachwig, Walschleben, Körner, Kirchheilingen, Rockstedt und Salzungen mit allen ihren Zubehör und ihren Nutzungen sowohl in Kirchen als auch in anderen Gebäuden und Hörigen beiderlei Geschlechts, bebauten und unbebauten Ländereien, Weinbergen, Wiesen, Weiden, Waldungen, Jagden, Fischereien, Salzwerken, Gewässern und Wasserläufen, Mühlen, auch beweglichen und unbeweglichen, zugänglichem und unzugänglichem, Einnahmen und Einkünften, erforschtem und noch zu erforschenden und allen ihren Nutzungen und ihrem Zubehör. Und damit dieser Tausch fest und zuverlässig bestehen bleibt, haben wir auf Bitten desselben unseres Erzbischofs alles das, was wir an Nutzungen und Besitz in Drikkestedt hatten, in diesem Besitzwechsel durch großzügige Freigebigkeit übertragen und ebenso hat dagegen der vorerwähnte ehrwürdige Abt Werinhar von den Besitzungen des heiligen Märtyrers Bonifacius zu gleichen Tausch in das recht und den Besitz des heiligen Märtyrers Mauricius alles das gegeben, was er in Freckleben, Schackstedt, Burg-Örner (oder Groß-Örner ?),

Leimbach, Vatterode, Harkerode, Mansfeld, Thondorf, Rothenwelle, Nienstedt, Pforta, und Eisleben oder auch anderen Orten oder zu diesen Orten gehörenden Teilen von Orten, die slawische Familien bewohnen, mit allen ihren Nutzungen und ihren Zubehör sowohl in Kirchen oder anderen Gebäuden als auch in Hörigen beiderlei Geschlechts, bebauten und unbebauten Ländereien, Weinbergen, Wiesen, Weiden, Waldungen, Fischereien, Gewässern und Wasserläufen, Mühlen auch beweglichem und unbeweglichem, zugänglichem und unzugänglichem, Einnahmen und Einkünften, erforschtem und noch zu erforschendem hatte. Da also die Erhaltung und der Schutz dieser beiden Orte und zusteht, haben wir diesen Tausch, so wie er in Gegenwart unseres frömmsten Vaters durch die Hände der Vögte, nämlich Rikdag der heiligen Magdeburger Kirche und Adalbert des heiligen Fuldaer Klosters, vollzogen und bestätigt worden ist, auch durch unsere Autorität bekräftigt und bestätigt. Und damit diese Bestätigung unserer Autorität für beide seiten fest und zuverlässig bestehen bleibt, haben wir befohlen, diese Urkunde des Tausches zu schreiben und durch den Aufdruck unsres Siegels zu siegeln, die wir auch unten mit eigner Hand bekräftigen.

Zeichen des Herrn Ottos, des großen und unbesiegbaren Kaisers. Notar Willigis, ich  habe für den Erzkanzler Rodbert unterschrieben. Gegeben an den 11, Kalenders des November im Jahre der Menschwertung des Herrn 973, in der 2. Indiktion, im 13. Jahre des Königtums und im 6. des Kaisertums des allergnädigen Herrn Kaisers Otto des Jüngeren, geschehen in Allstedt.

Getreu in Gottes Namen
Amen!

Bildtafel II.) Seite 6
 
Cyriakus Spangenberg – Sohn von Johannes Spangenberg (Reformator)
Siehe dazu: Anmerkungen-Zusätze-Erläuterungen Nr. 33 aus
,,Die Chronik des Dorfes Burgörner”

Kirche Teil I
Bildtafel III. ) Seite 8

Das zur Urkunde gehörige Siegel ist aus Platzgründen hier in den Anmerkungen nachgereicht um ein zusammendrängen des Urkundentextes zu vermeiden.

Am Pergament- Streifen hängendes Siegel – Böhmer XI. Reg. 2380,

Die Urkunde ist eine Abschrift des Originals: Wien R.R.F. 36

Eine weitere vorhanden Urkunde

Ausgestellt ebenfalls von Kaiser Sigismund 1437, am 21.Juli in Eger

mit fast identischen Text – bestätigt den Grafen Volrad, Gebhard und Gunther zu Mansfeld, die Privilegien von 1364 und 1417

,,Urkundenbuch des Mansfelder Bergbaues“ Mück 1910.

Eine Weiterbehandlung des Urkundentextes ist in ,,Die Chronik des Dorfes Burgörner” Bergbau, vorgesehen.

Bildtafel IV. u. V.) Seite 12 u.12

Die Bildnisse der Grafen von Mansfeld:

Bruno I.  Mansfeld Vorderort u. seine Oheime                                                        Johann Georg I Mansfeld Vorderort Eisleben
Johann Albrecht Mansfeld Vorderort Arnstein
Johann Hoyer Mansfeld Vorderort Artern
Johann Ernst Mansfeld Vorderort Heldrungen

entsprechen dem Jahr 1563 gem. einem, mit diesen Personen im Zusammenhang stehenden Vertragsabschluß im gleichen Jahre.

Bildtafel VI.) Seite 14

Karte der Grafschaft Mansfeld,  um  1750

Aus ,,Karten der Grafschaft Mansfeld
von Professor Dr. Hermann Größler in Eisleben
Unter Nummer 19. Der Kartenbeschreibungen,  veröffentlicht auf Seite 1 bis 19 im 11. Jahrgang der Mansfelder Blätter von 1897

heißt es:
,,Eine angeblich im Jahre 1750 an das Licht der Öffentlichkeit gelangter, offenbarer Nachstich der ,,Seutter-Lotterschen-Karte (von 1697) von fast derselben Größe (59,5 x 48,5 cm), aber mit ins Deutsche übersetzter Aufschrift ist folgende: ACCURATE | Geographische Delineation | der Grafschaft | MANSFELD | Sowohl | Chur Sächsisch: als Brandenb | HOHEIT | benebst denen Aemtern Sangerhausen, | Querfurth, Sittichenbach, Allstaedt | und andern angrenzenden Gegenden. | in Amsterdam by P.Schenk | mit Königl. und Churfürstl Sächs. | Privilegio. Am unteren Rande steht neben der Notarum Explicatio in ganz kleiner Schrift: Pieter Mol sculpfit.”
 
Weitere Anlagen zu Teil I.
Burgörner und die v. Vietzenhagen

 
aus
 
Wüstungskunde
Der Mansfelder Kreise (Seekreis und Gebirgskreis)
von Erich Neuß
Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar 1971
 
Seite 71
1311: Der Ritter Dietrich v. Viczenhagen hat vom B. von Halberstadt zu Lehen u. a. den Zehnten zu Dudenhagen in nemore.
(Lage: In Gemarkung Pansfelde, etwa 1250 m w Ortsmitte nahe dem Zusammenfluß der Quellbäche der Schwenecke, auf dem Flurstück “ die Dorfstätte“
 
Seite 371
Vitzenhagen, Lage: In Feldmark Königerode, s der ehemaligen Landeskrenze gegenüber Schielo, beiderseits des Renneckenbaches

1325 Oktober F.Bernhard III. von Anhalt belehnt Hinze van Bodendike mit dem dorp tu Vitzenhagen mit allene rechte Bemerkungen: Rodungssiedlung im Hagen eines Vizo des 10. oder 11. Jhs., die Sitz eines in der Grafschaft Falkenstein ansässigen niederen Dienstadelsgeschlechtes war (Vasallen der Grafen von Falkenstein ). Die von Vitzenhagen waren bis ins 16. Jh. hier begütert u. wandten sich dann ins Mansfeldische u. in die Gegend von Aschersleben. Zuletzt war Ermsleben der Hauptstammsitz. Das Geschlecht, das mit Dietrich Visstzenhachen (so 1303) urkundlich beginnt und auf den Heinrich von Vissenhagen folgt, starb bald nach 1704 aus
 
Seite 218
Mißtorf, Meßdorf, auch Meißdorf ( Unbedeutende, frühzeitig wieder eingegangene Siedlung des 9. Oder 10. Jhs. Lage: 1 km nö. des Neuen Schlosses
1533 werden 7 Hufen genannt die von 4 Braunschwender Bauern bewirtschaftet werden.
1533 hatte Heinrich von Vitzenhagen den Scheffelzehnt von einigen Hufen in Meißdorf
 
Seite 334
In der Feldmark Königerode „in Schneblingen“
1533 war Lehnsherr das Amt Rammelburg bis auf “ 1/2 Hufen, die Heinich von Vietzenhagen verliehen hatte.
 
Seite 166
1524 belehnt das Stift Halberstadt, Graf Hoyer von Mansfeld mit dem Kelingfeld (in der Nähe der Konradsburg) das der Graf dem eb. Kanzler Dr. Christoph Türck und den Brüdern von Vitzenhagen abgekauft hat.
 
Seite 231
1533/34 In der Wüstung Alt-Molmerswende haben Heinrich, Hans und Steffen Pilgenrodt zu Steinbrücken 3 Höfe und 3 Hufen Landes, die ihnen Heinrich von Vitzenhagen zu Burg Örner geliehen hat.
1 Hufe = 7 – 15 ha. Ursprünglich nur Bezeichnung für bäuerlichen Anteil an der Dorfgemarkung
 
 
II
 
Aus der Rammelburger Chronik von H. Schotte,

Seite 145
1533 Hatte eine Familie von Vitzenhagen noch außer anderem Besitz im Amte (Rammelburg) Zehnforderungen an Steinbrücken usw.
In einem Streit mit Sigmund v. Vitzenhagen bekunden 1560 einige Steinbrücker und Hermeröder, daß, solange ihnen gedenke – bis 64 Jahre zurück – nicht der Garbenzehnten, sondern der Geldzehnten gegeben sei.
 
Seite 382
Zinsgüter der Dörfer Steinbrücken und Abberode
An Steffen Pilgenrodt – giebet Heinrichen von Vitzenhagen zu Klein Öhrner
Jährlichen 1 Zehendhuhn per se.
 
An Niclaus Vallein – giebet Heinrich von Vitzenhagen zu Klein Örner, 1 Zehendhuhn, und dienet uns mit der Hand, Summa per se.

Dieser Bericht über einen Flur-Umzug, veröffentlicht im ,,Mansfelder Heimatkalender” vermittelt uns einen Eindruck über die Verhältnisse zwischen den beiden Nachbarorten und deren Grenzen.

Burg-Oerner eine Arnsteiner Burg ?
 
War nun die südliche Grenze des Herrschaftsbereiches Arnstein mit der Burg Oerner* – Oder stand Sie an der nördlichen Grenze der Grafschaft Mansfeld? Diese Frage ist sicher irgendwie schon längst streng wissenschaftlich erklärt, jedoch warum wird in den ältesten bekannten Urkunden z.b. in dem Privileg von Kaiser Carl IV. vom 24.Juni 1364 (der Kaiser gibt dem edlen Gebhard, Grafen von Mansfeld… als Reichslehen den Bann der Grafschaft… Kupferwerk und Berggerichte, die binnen diesen nachbeschriebenen Grenzen und Scheidungen gelegen sind… die Wippra nieder bis an den Hof Burgörner, von Burgörner bis an das Welbes-Holz) bei der Festlegung der Grenzen in welchen den Mansfelder Grafen gestattet war Bergbau zu betreiben, wird ausdrücklich der Hof Burgörner und nicht die an einem doch sehr markanten Punkt gelegene Burg als Grenzpunkt bezeichnet. Da diese Berg-Grenze im allgemeinen der Grenze der Grafschaft folgt, könnte man davon ausgehen, daß die Burg zu dieser Zeit außerhalb des Herrschaftsbereiches der Mansfelder Grafen lag. Vielleicht fällt ihr Ausbau zu einer mittelalterlichen Burg mit der Erbauung der Wasserburg in Hettstedt um 1204 -1224 durch die Arnsteiner zusammen?

Die Arnsteiner, ein sehr altes Geschlecht, wahrscheinlich aus Schwaben, werden in der Vorrede zum Sachsenspiegel genannt ,,die von arnestein”. Eike von Repgow hat ,,Die Vorrede von der Herren Geburt aus dem Codex pictoratus Heidelbergensis aufgenommen.“ Zwischen 1292 und 1294 trat Walther IX von Arnstein in den Deutschen Orden ein – erstmals 1296 genannt – und übergab Arnstein an seinen Schwager Otto von Falkenstein der mit seiner Schwester Ludgard verheiratet war.
(Aus Stammtafeln Europäische Herrscher- und Fürstenhäuser – Hermann Grote)
 
Nach dem Aussterben der Falkensteiner im Jahre 1334, fiel die Herrschaft an die Grafen von Regenstein, die sie jedoch 1387 an die Grafen Busso und Günther von Mansfeld verkauften.

* Durch die Zuordnung der Herrschaft Arnstein zu den Regensteinern könnte man der sagenhaften mündlichen Überlieferung unserer Urgroßeltern  ,,von der Raubritterburg   Burg-Oerner glauben schenken. Ein Regensteiner war bekannt für Wegelagerei und mußte dafür harte Strafen in Kauf nehmen.(Albrecht von Regenstein um 1338 gefangen im Quedlinburger- Holzkasten)  könnte er nicht auch an der Südgrenze, an einem uralten, wichtigen Handelsweg von Süd nach Norden aktiv gewirkt haben? Das setzt aber voraus, daß die Burg wie oben, unbestätigt vermutet, seit altersher  zur Herrschaft Arnstein gehörte und erst durch Kauf an die Grafen von Mansfeld kam? Ebenso könnte sie aber auch zum Schutze dieses Handelsweges gedient haben sowohl von den Arnsteinern als auch von den Mansfelder Grafen. Die Schreibweisen, Burg Oerner oder mehr auf den Ort bezogen Burgörner, insbesondere in den Überlieferungen des Chronisten C. Spangenberg, können möglicherweise auch durch spätere Bearbeitungen zustande gekommen sein. (d. Vf.)

Bei der Erbteilung 1420 kam der Arnstein (auch hier ist zu unterscheiden, Arnstein = die Burg oder die Herrschaft Arnstein) an die Linie Vorderort. 1442 zwang der sächsische Kurfürst die Grafen, die Herrschaft Arnstein als Lehen zu nehmen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts mehrfach zwischen einzelnen Vertretern der Mansfelder verkauft, kam diese Burg 1519 an Hoyer VI., der sie, nach im einzelnen unbekannten Zerstörungen im Bauernkrieg, um 1530 wieder ausbaute und wohnlich herrichtete.

(Aus ,,Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt – Geschichte der Burg Arnstein”)

Burgörner in
in Geschichtsquellen
der
Provinz Sachsen
und
angrenzender Gebiete.


Herausgegeben von der Historischen Commission der Povinz Sachsen
 
Zwanzigster Band

Urkundenbuch
der
Klöster der Grafschaft Mansfeld

Herausgegeben von der Historischen Commission der Povinz Sachsen
 
Bearbeitet von Dr. Max Krühne
Halle
Druck und Verlag von Otto Hendel
(1888)
 
Aus dem Vorwort Seite XI
 
Das bei Mansfeld ( Vgl. Spangenberg, Historie von Ankunft, Stiftung und anderen Sachen des Kloster Mansfeld, Eisleben 1574) bereits 1042 ein Kloster bestand, welches später zum Josaphat-Orden übertrat, machen erhaltene Nachrichten nicht unwahrscheinlich. Schutzpatron war die hlg. Maria. Die Vogtei hatten die Grafen von Mansfeld, wenn das erst durch Urkunden des XV. Jahrhunderts beglaubigt wird, wohl immer. Die Kirche zu Burg-Örner war dem Kloster einverleibt….
 
 
 

1342 Januar 1 Nr. 54
 
Conrad Budel Ritter, Heyso von Welbsleben und dessen Ehefrau Zacharia bekunden, dass sie mit Einwilligung des Grafen Burchard von Mansfeld dem Kloster Gerbstedt genannte Güter in Burg-Öerner verkauft haben.
(Staatsarchiv Magdeburg)
 
1342 Januar 1. Mansfeld Nr. 55
 
Burchard Graf von Mansfeld und seine Söhne Siegfried und Otto übereignen der Klosterjungfrau von Aken im Kloster Gerbstedt ! Mark jährlicher von dem Conrad Budel, Heyso von Welbsleben und dessen Ehefrau aufgelassenrer Einkünfte in Burgörner.
(Orig. : Staatsarchiv Magdeburg )
 
1343 Mai 31. Mansfeld Nr. 57
 
Conrad Budel Ritter, Heyso von Welbsleben und dessen Ehefrau bekunden, dass sie dem Kloster Gerbstedt Einkünfte zu Burgörner verkauft haben, und dass dieselben von den Grafen Burchard Albrecht Siegfried und Otto von Mansfeld dem Kloster übereignet sind.
 

1346 Februar 9, Nr. 58
Benedictiner – Kloster Wimmelburg
Siegfied und Otto Grafen zu Mansfeld übereignen dem Kloster Wimmelburg Einkünfte aus Alt-Örner, Burg-Örner, Augsdorf und Polleben, die vorher Johann Sorge und Heyso von Welbsleben zu Lehen gehabt.
(Org.: Staatsarchiv Magdeburg. – In dorso: in alden Örnerin et in novo.)
  
 
1372 Oktober 28 Nr. 69
Gebhard Graf von Mansfeld verkauft dem Kloster Gerbstedt eine früher durch die gewesenen Aebtissin Gertrud von Aken von Conrad Budel und Heyse von Welpsleben erkaufte Jahrgülte zu Burg-Örner.
(Orig.: Staatsarchiv Magdeburg)
 
 
1400 Nr. 16 Josaphatorden -Kloster Mansfeld

Es zahlen den Bischof von Halberstadt jährliche Procuration (Fürsorge ect.):
Claustrum Mansfeld I sexagenam grossorum, sowie die Pfarrkirche zu
Borchorner 4 solideos et dantur de monasterio Closter-mansfeld, cui dicitur incorporata.
 
Dazu S. Spangenberg
 
(Fol. 191 a): Anno 1160 ist Marggraf Albrecht von Brandenburg, der Bär genannt, Grave zu Askanien und Herr zu Bernburg, mit seiner Gemahlin Frau Sophien, geborene Grävin von Rhyneck ins gelobte Land …….

(Fol. 192)
Und um diese Zeit, achte ich, sei auch die Pfarre zu Turow bei Köthen ans Kloster kommen. Sonst hat dieses Kloster auch das Jus patronatus gehabt an mehr Kirchen, als zu Rottelsdorf, zu Todtendorf, zu Klein Örnern, zu Großen Örnern an der S.Stephans Capella in der Bausssen Hofe, zu Sebickerode. Diese Orte haben die Priores, wie auch die Pfarre zu Closter Mansfeld zu bestellen gehabt.
 
Dazu Prof. Dr.Hermann Größler Bau- u. Kunstdenkmäler des Mansfelder Gebirgskreises
 
Seite 106 Dorf (oder Kloster-)Mansfeld:
 

Außer den schon früher genannten Kirchen in dem (um1350 bereits wüsten) Dorfe Osterköthen, in Kühnau und inThurau, für deren Zugehörigkeit zum Kloster sich später freihich keine Spur mehr findet, besaß das Kloster nach Spangenberg noch das Patronatsrecht über die Kirchen zu Rottelsdorf, Todendorf (Thondorf), Siebigerode, Klein-oder Burgörner und die S.Stephanskapelle zu Großen-Örner.
 
Register:
 
Klein-Örner 1400 Seite 326
 
Alt-Örner 1337 Seite 635
1346 Seite 638
 
Burg-Örner 1342 Seite 33/4
1343 Seite 36
 
Neu-Örner 1346 Seite 638
1372 Seite 45
1400 Seite 326
 
Kirche 1400 Seite 326
Pfarrer: Berthold
1342 Seite 33/4
1343 Seite 36
 
 
Bauern (in vorgenannten Urkunden als Einwohner bzw. Landnutzer benannt) Beteke, Krovel, Vogt, Gorne, Meygere, Mes, Mollere, Pecker, Peine, Tele, Schepper, Spangenberg, Stapel
 
Weitere Personen in Verbindung mit der Ortsangabe Ornere, Ornera, Ornaria, Örnern.
 
1262 Seite 555 – Bartholdus de Ornaria
 
1264 Seite 558 – miles Bartoldus de Ornera
 
1291 Seite 152 – dominus Conradus Ornere
 
1293 Seite 566 – Jordan u. Bertholdum de Ornere
 
1300 Seite 324 – Curd von Ornern
 
1343 Seite 580 – famulus Bartoldus de Ornere

(Auf Grund vorliegender Urkunden mit der Ortsbezeichnung: Orner bis 1300 und ab 1342 Klein-, Neu- oder Burg-Örner könnte, ist allerdings nur spekulativ, der Bau der mittelalterlichen Burg auf dem Kirchberg in diese Zeit fallen? Der Nachweis muss allerdings erst erbracht werden!) d. Verf.