Gasthof zum Landhaus, Handel & Gewerbe

Gasthof zum Landhaus

Von Otto Wagner, später durch die Tochter Änne (verh. m. Karl Müller) weitergeführt bis etwa 1960. Dann wurde der Gasthof übernommen durch die DDR – HO Gesellschaft und völlig niedergeführt und abgerissen.

Der Gasthof verfügte weiterhin über ein Ladengeschäft für Waren des täglichen Bedarfs einschließlich Zigarren und Brathering. Der Laden ist von Frau Müller bis zur erzwungenen Aufgabe auch noch mit Obst und Gemüse im Angebot weiter geführt worden.

Der Gasthof bot einschließlich Gast- u. Vereinszimmer auch einen Saal mit Bühne wo Theaterstücke u. Veranstaltungen aller Art auf- und ausgeführt wurden. Weiterhin enthielt dieser Saal Vorrichtungen zum Aufstellen von Turngeräten und seitlich eine Kegelbahn. Die Familie Wagner betreute gastronomisch mit einem Zelt, einschließlich dazugehöriger Küche und kompletter Bestuhlung Schützen- und, Sängerfeste, beteiligte und behauptet sich mit diesem Festzelt mehrere Jahre auf der Eisleber Wiese. Während des II. Weltkrieges musste dann alles an die Wehrmacht abgeliefert werden. Das Ende einer Ära.

Beachtenswert auch das moderne Motorrad am linken Bildrand welches eine Zeiteinordnung der Bilddarstellung „Ende der 20ziger Jahre“ zulässt.

Auf dem Bild die Familie Otto Wagner. Auf Grund der schlechten Aufnahmequalität schwer zu erkennen. Frau Wagner hält ihre Tochter Änne, Otto Wagner mit Hund. Die dritte Person?

Ein Blick in das Gastzimmer mit Frau und Herrn Otto Wagner, beachtenswert das Klavier an der linken Seite des Bildes. Es war ein sogenanntes elektrisches Klavier, die Schachteln welche die gelochten Papierstreifen enthielten sieht man auf dem Instrument liegen. Es war die Musik-Box der damaligen Zeit und schon ein hochmodernes Gerät. Die Ausstattung des Raumes lässt schon ein gewisses Niveau für eine Dorfgaststätte erahnen, aber auch eine Besonderheit der damaligen Zeit. Heute würden die Gäste nicht mehr so dicht zusammenrücken wie es die Bestuhlung auf diesem Bild vorsieht.

Das war vom ehemaligen „Gasthof zum Landhaus“ übrig geblieben. Der stehen gebliebene Saal wurde eine zeitlang als Turnhalle genutzt und dann in eine Auto Reparaturwerkstatt umgebaut.

Einer der Vorgänger von Gastwirt Otto Wagner -Der vierte Inhaber seit Erteilung der Konzession „Hermann Becht“ – „Gasthof zum Landhause“.

Gartenlokal mit Kegelbahn von 1910– 1919.

Zur Beachtung: Auch hier gibt es schon das Ladengeschäft unschwer an dem Fenster rechts neben den Hauseingang zu erkennen !

Geschichtliches zu einer Gaststätte in Burgörner

Erlaubnisschein zum Gast und Schankwirtschaft Betriebe für: die Witwe Friederike Möttig in Burgörner.

Auf Grund des § 33 der Gewerbeordnusig für den Norddeutschen Bund voin2l.Juni 1869 (Bundesgesetzblatt pro 1869 Seite 245) und No. 12 der Ausführungs-Anweisung dazu wird dem Obengenannten hiermit die kreispolizeiliche Erlaubniß ertheilt in Ihren jetzigen Locale in Burgörner das Gewerbe der Gast und Schanknahrung zu betreiben.

Dieser Schein hat nur Gültigkeit für die Person des oben-genannten Inhabers und für das vorbezeichnete Local, ist nicht auf Zeit ertheilt und kann nur zurückgenommen werden, wenn sich ergeben sollte, daß die gesetzlichen Voraussetzungen, unter denen die Concession erfolgt ist, entweder gar nicht vorhanden waren oder nicht mehr vorhanden sind ( § 53a.a.O. )

Die Inhaberin hat sich den bereits ergangenen und noch ergehenden, ihr Gewerbe betreffenden polizeilichen Bestimmungen und Vorschriften zu unterwerfen.

Nichtbeachtung oder Übertretung derselben zieht Bestrafung nach sich, und wird insbesondere eine Abweichung von den in dieser Genehmigung festgesetzten Bedingungen mit Geldbuße bis zu 100 Thalern und im Unvermögensfalle mit Gefängniß bis zu sechs Wochen bestraft werden (§ 147 a.a.O.)

Mansfeld,den 3. Januar 1870

Der Königliche Landrath des Mansfelder Gebirgs-Kreises v Koenen.

Umgeschrieben auf den Besitznachfolger:

Heinrich Grotefendt in Burgörner

Mansfeld den 5. Mai 1873

Der Königliche Landrath des Mansfelder Gebirgs-Kreises v. Koenen.

Gebühr: 15 Silbergroschen

Umgeschrieben auf den Besitznachfolger:

Die Koncession wird auf den Gastwirt Ernst Roloff zu Hettstedt

Mansfeld den 30 März 1889

der Kreis Ausschuß des Mansfelder Gebirgskreises Recke

Gebühr l ½ Mark

Vorstehende Kocession wird hiermit an den Gastwirt:

Hermann Becht -Burgörner- unter folgenden Bedingungen umgeschrieben, dass die 1,o6 m breite Saaltür nach außen schlagend angelegt und die zum Saal führende unterseitig nicht verputzte Treppe berohrt und verputzt wird. Aborte und Pissoirs sind in einen den Anforderungen der Jetztzeit entsprechenden Zustand zu bringen. Auf dem Hofe ist, falls noch nicht vorhanden, eine nach den Vorschriften der Baupolizei Anordnung für das glatte Land einzurichtende Grube zur Aufnahme der Spül und Tageswässer anzulegen.

Mansfeld, den 18.Novexnber 1910

der Kreisausschuß des Mansfelder Gebirgskreises Hasell

Gebühr 15 Mark

Vorstehende Konzessionsurkunde zum Betriebe der Gast- und Schankwirtschaft wird hiermit auf den Straßenbahnschaffner:

Karl Lieder aus Klostermansfeld umgeschrieben.

Mansfeld den 26.Juni 1919

Der Kreisausschuß des Mansfelder Gebirgskreises

Hecke

Kreis-Deputierter

Mit 15.00M entgültig versteuert

Mansfeld ‚ den 26 ‚ Juni l 919

der Kreisausschuß

Wachs

Vorstehende Konzessionsurkunde zum Betriebe der Gast und Schankwirtschaft wird hiermit auf den

Gastwirt Georg Engelhardt Burgörner umgeschrieben.

Mansfeld,den 28.September 1920

Der Kreisausschuß des

Mansfelder Gebirgskreises

W Beiller

Mit 15,ooM entgültig versteuert.

Mansfeld, den 28.S«ptember 1920

Der Kreisausschuß.

Beglaubigt:

Wachs Kreisausschußobersekretär.

Vorstehende Konzessionsurkunde

zum Betriebe der Gast und Schankwirtschaft wird hiermit auf den Bergmann Otto Wagner in Burgörner umgeschrieben.

Mansfeld, den 15.Juni 1921

Der Kreisausschuß des Mansfelder Gebirgskreises

W Beiller

Komm • Landrat

Mit 60 Mark endgültig versteuert

Mansfeld, den 15.Juni 1921

Anmerkung:

Die Gastwirtschaft „Zum Landhause“ oder später „Zum Landhaus“ wurde bis etwa 1960 von dem Schwiegersohn des oben genannten Karl Müller weitergeführt. Von einer staatlichen Organisation, der HO übernommen und nach und nach niedergeführt, wurde das Gebäude 1975 abgerissen. Der Saal‚ welcher von dem Gastwirt Otto Wagner erbaut wurde, diente dem Walzwerk als Sporthalle.

Die vorstehenden Angaben wurden den Original Urkunden entnommen in welche die verst. Witwe Änne Müller (geb. Wagner) dem Chronisten 1976 Einsicht gewährte.

Graf/Chronist im Febr. 2010

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