Hölz-Putsch im Mansfelder Land

Hölz-Putsch im Mansfelder Land

Durchwachte Nacht.

Erinnerung an den Hölz-Putsch im Mansfelder Land.

Von Wilhelm Braune (Rektor der Schule in Burgörner)

Gründonnerstag 1921. Prächtigste Frühlingssonne lacht über dem Mansfelder Lande. Durch die weit geöffneten Fenster riecht man förmlich den neuen Lenz. Es ist die Zeit, in der man sich wieder wie von neuem geboren fühlt.


Da hält es uns nicht in der engen Stube. Es drängt uns hinaus. Man geht in den Stall, greift zu den Werkzeugen mit denen man den Garten bestellt und macht sich im Hausgarten zu schaffen.

Überall sieht man die Bergleute, soweit sie nicht Schicht haben oder die Angehörigen in ihren oft mit viel Liebe und großem Fleiß gepflegten Gärten beschäftigt. Auch nach ihren Feldern gehen sie hinaus.

Aber es liegt was in der Luft. Seit einigen Tagen hört man von einem Putsch. Der Name Hölz geht von Mund zu Ohr, man raunt sich leise zu, dass irgendwo sich Scharen von Aufrührern zusammengefunden hätten.

Inzwischen ist in die kleine Bergstadt des Mansfelder Landes eine Abteilung Sicherheitspolizei eingerückt. Man hat ihr eine Schule zur Unterkunft frei gemacht. Als sie vom Bahnhof einzog, standen die Einwohner auf den Bürgersteigen der Straßen. Die einen mit einem mürrischen Gesicht – sie machten aus ihrer Unzufriedenheit über die Ankunft der Polizei kein großes Hehl – die anderen freuten sich. Sie fühlten sich sicher und waren beruhigt.

Aber eine gewisse Spannung, das lästige Gefühl der Ungewissheit lastete wie Blei damals auf allen Gemütern. So sah die lachende Frühlingssonne an jenem Gründonnerstag das Mansfelder Land.

Da geschah gegen Mittag etwas, was die schon vorhandene Spannung noch weiter steigerte. Mitten in die Frühlingsstimmung hinein wetterte plötzlich rasches Gewehrfeuer. Niemand in der Nachbarschaft wusste, woher das kam. Niemand, was das zu bedeuten haben könnte. Alle konnten nur vermuten. Und das führte zu den unmöglichsten Gerüchten.

Freilich die in der Nähe der Schule wohnten, in der die Polizei untergebracht war, die hätten wohl Auskunft geben können.

Am Morgen hatte eine Versammlung der Aufrührer stattgefunden, in dieser war Weisung gegeben worden, in einem bestimmten Lokal Waffen anzuholen. Das hatte die Polizei erfahren. Bei der Ausgabe der Waffen hatte sie dann die Aufrührer mit einem Gewehrfeuer überrascht.

Als wir davon erfuhren waren bereits Stunden ins Land gegangen. Wir hatten unser Mittagessen verzehrt, es hatte infolge der uns alle beherrschenden Unruhe nicht so geschmeckt wie sonst. Wir mussten zugeben, dass die Ungewissheit der Lage uns doch mehr bedrückte als uns lieb war.

So kam der Nachmittag heran. An allen Ecken, an den Gartenzäunen standen die Menschen und orakelten dies und das. Niemand wusste etwas bestimmtes und wieder schossen Gerüchte empor wie die Pilze nach einem warmen Regen. Leute die sich sonst kaum kannten, die sich nie ansprachen, befragten sich heute nach den neuesten Nachrichten.

Als sich die Sonn anschickte zur Neige zu gehen, da erschienen plötzlich verdächtige Gestalten in den Straßen. Zuerst schlichen sie vorsichtig wie Vorposten an den Mauern der Häuser entlang, dann wurden es ihrer mehrere und nun wurden sie auch mutiger, dreister und frecher. Es kamen auch solche mit Waffe, mit Militärgewehren. Nun war es vorbei mit den Vermutungen, mit den Gerüchten. Es war bitterer Ernst.

Wir sahen inmitten seiner Getreuen auch Max Hölz. In der Rechten trug er eine mehrläufige Pistole* (vermutlich „Mehrschüssig“- evt. Parapellum08). Links und Rechts begleiteten ihn zwei besonders herausfordernd aussehende, verwegene Männer.

Die Straße waren schnell menschenleer. Der ruhige Bürger hatte den Platz, die Straße der Revolution frei gemacht.

Bevor auch wir uns zurückzogen – es blieb niemand etwas anderes übrig – hörten wir noch von einer Annordnung, dass alle Fensterläden ab 6 Uhr abends geschlossen gehalten werden müssten. Das nach der Straßenseite in den Häusern am Abend kein Licht brennen dürfe usw. Wer nun diese Anordnung erlassen hat, ob Freund oder Feind, ob sie überhaupt bestimmt ergangen war, das wusste kein Mensch mit Sicherheit zu sagen.

Aber alles fügte sich, obgleich manch einer nur mit zusammen gebissenen Zähnen. Besondere Furcht herrschte nicht, man wusste, dass die Schutzpolizei am Platze war und hatte zu ihr das Vertrauen bekommen, wenn man die strammen Gestalten in den letzten Tagen durch die Straßen der Stadt hatte gehen sehen.

So wurde es Abend, dunkler Abend. Da saßen die Einwohner in ihren Häusern. Jede Fühlungsnahme untereinander war ausgeschlossen.

So saßen auch wir mutterseelenallein in unserem Hause. Wir litten sehr darunter unter der lastenden Ungewissheit, wir wussten nicht wie das Ganze eigentlich weitergehen sollte. Fest stand nur eins, dass die Aufrührer mit starker Bewaffnung in die Stadt eingezogen waren und das umgekehrt die natürlich nicht minder bewaffnete Polizei im Zentrum der Stadt stationiert war. Aufrührer und staatliche Macht mussten sich also nahe gegenüber stehen. Mindest lag die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstosses nahe. Diese Tatsache konnte auch kein noch so großer Optimismus wegbringen.

Wann wird dieser Zusammenstoß erfolgen? Wird er überhaupt erfolgen? Wie wird er sich im einzelnen gestalten? Wer wird Sieger bleiben? Werden sich die Kämpfe bis zu uns, die wir nicht im Zentrum, sondern draußen am Rande des Ortes in der Nähe des Bahnhofes wohnen hinaus ziehen? Was wird der morgige Tag, der Karfreitag bringen ?

Aber bei der Zukunft bleiben die Gedanken nicht gar zu lange haften. Das ist jetzt unmöglich. Jetzt gilt alles Denken und Überlegungen nur dem nächsten Augenblick. Was wird dieser bringen?

So sitzen wir und lesen dabei ohne rechtes Bewusstsein die kleine lokale Tageszeitung schon zum soundsovielten Male. Dabei rauchen wir eine Unmenge Tabak.

Da gibt es einen durchdringenden Krach. Unsere Fenster erzittern sekundenlang, das Hoftor rattert, und der Lärm um uns macht uns einen Augenblick verstummen.

Was war denn das ? ….. Es muss der Heftigkeit nach ganz in unserer Nähe gewesen sein. Aber wo?…..Wir raten weiter….. Gegen Abend ging noch ein Gerücht um, Artillerie sei im Anzug, Vielleicht war e ein Kanonenschuss! Sicher war es so. Was sollte es auch sonst gewesen sein! Jeder von uns horchte von nun ob noch mehr als bisher auf jedes Geräusch, das von der Straße her zu uns dringt.

Aber wir vernehmen nur selten etwas und dann auch nur sehr gedämpft; denn wir sitzen ja nach hinten heraus. Wir gehen auf den ebenfalls nach hinten liegenden Hof, um mehr zu hören, um endlich die auf uns liegende Ungewissheit wenigstens etwas beseitigen zu können. Aber auch hier hören wir wenig, was uns Aufklärung geben könnte

Wir gehen wieder hinein und theoretisieren und orakeln weiter, dabei blasen wir mächtige Rauchwolken aus Pfeife und Zigarre. Die immer gleiche Ungewissheit macht uns nachgerade nervös

So vergeht etwa eine Viertelstunde. Da gibt es einen Krach. Schwächer zwar als der erste, aber doch von derselben Art. Wie waren auf irgend etwas gefasst, darum regt uns die neue Detonation nicht mehr auf. Aber wir raten über den Ursprung der Explosion von neuem los, ohne dass wir auf den wahren Grund kommen.

Wider vergeht eine Viertelstunde! Da erfolgt eine dritte Explosion. Dies mal aber schwächer. Wir stellten fest, dass die erste ganz in unserer Nähe, die letzte aber am weitesten von uns entfernt erfolgt sein muss. – Wieder sitzen wir, raten herum, blasen Dampf in die Luft, laufen auch wohl einmal unruhig herum und …..warten.

So rückt allmählich die mitternächtliche Stunde heran. Im Bestreben, irgend etwas bestimmtes zu erfahren, treten wir an ein nach der Straße führendes Fenster und schauen vorsichtig hinaus. Da stehen in der Nähe unseres Hauses eine Menge Leute; die scheinbar miteinander beratschlagen. Es ist ziemlich dunkel, es ist uns darum trotz der geringen Entfernung nicht möglich jemanden zu erkennen. Aber unsere aufgeregte Phantasie und das in uns lebendige Verlangen, irgend etwas Aufklärendes zu erfahren, möchte in einigen dort stehenden Personen unsere Nachbarn erkennen. Und schon beschließen wir, zu ihnen hinaus zu gehen. – Irgend ein guter Geist aber gibt uns im letzten Augenblick ein, es doch lieber nicht zu tun. Und das war gut so; denn wie wir am nächsten Tage feststellen mussten, handelte es sich um Aufrührer, die gerade den Laden unseres Nachbarn von seinen Vorräten an Rauchwaren und Fischkonserven etwas erleichtert hatten. Wären wir zu ihnen getreten, so hätten wir bestimmt nicht die Beute teilen dürfen, wohl aber hätten wir das Vergnügen gehabt, die Ortsfremden in unserem eigenen Hause bewirten zu dürfen.

Also ziehen wir uns wieder in unsere hinteren Räume zurück und tun das, was wir nun schon stundenlang getan haben, wir warten….. Endlich muss doch etwas geschehen, was diese unerträgliche Spannung löst. – Aber es geschieht rein nichts. Wohl oder übel müssen wir uns damit abfinden, dass wir die Nacht vom Gründonnerstag zum Karfreitag weiter in Ungewissheit und Unruhe verbringen müssen. Und so schicken wir uns an, die Nachtruhe zu denken, zumal wir uns nach und nach sehr zerschlagen fühlen.

Da unser Schlafzimmer nach der Straße zu liegt, können wir es nicht benutzen. Wir schlagen also in einem Hinterzimmer ein Notlager auf. Einige Bettstücke werden auf die Erde gelegt. Wir entledigen uns nur der Oberbekleidung, um jederzeit schnellstens bereit zu sein, Zimmer und Haus zu verlassen. Wir löschen das Licht und bilden uns ein, wir gäben uns Mühe zu schlafen. In Wahrheit aber horchen wir immer noch gespannt nach den Geräuschen der Straße. Wir hören ab und zu einen Gewehrschuss, schlafen ein, wachen wieder auf, horchen wieder, hören Menschen auf der Straße mehr oder weniger rasch vorbei gehen , hören wieder einen Schuss fallen, schlafen wieder ein und so geht das bis gegen Morgen, da übermannt uns die Müdigkeit so, dass wir fest einschlafen und erst aufwachen, als die Sonne schon wieder am Himmel steht.

Ganz vorsichtig stecken wir den Kopf durch die nur mit einem Spalt geöffneten Fensterladen und fahren fast erschrocken zurück. Die Straße ist sehr belebt, aber nicht, wie wir vermuteten, von den Aufrührern, sondern von den uns bekannten Miteinwohnern. Wir vollenden schnell unseren Anzug, stürzen auf die Straße, um endlich zu erfahren, was es eigentlich in der Nacht gegeben hat.

Der erste, den wir befragten, lächelte uns fast mitleidig an, dass wir das nicht wüssten….., es sei doch ganz in unserer Nähe geschehen…… Nein, wir wussten rein nichts.

Der 2 Minuten von unserer Wohnung entfernte Bahnhof sei gesprengt worden ……. Das war der erste starke Krach gewesen….. Dann sei noch ein Privathaus gesprengt worden……. Das war die zweite Detonation gewesen. Und endlich habe man das Verlagsgebäude einer Zeitung gesprengt ,,,, Das war die letzte Explosion.

Das waren also die Hauptereignisse der Nacht! ….Sie genügten ja schließlich auch. Wir legten uns unwillkürlich die Frage vor: wozu das alles ? Die Antwort können wir uns auch heute noch nicht geben, obgleich über ein Jahrzehnt seitdem verstrichen ist. Wir lernten später diesen und jenen von denen kennen, die mindest mit den Aufrühren sympathisiert hatten, bescheidene, höfliche Menschen, und wir haben sie aufrichtig bedauert, diese armen Verhetzten, denen man Versprechen gemacht hatte, die sich nie erfüllen ließen, und die so zu Verrätern am eigenen Volk geworden waren.

Mit diesen Gedanken kamen wir an dem zerstörten Bahnhof an. Der erste Eindruck war niederschmetternd, weniger wegen des angerichteten Schadens, als wegen der völlig erfolgten Anlage des Zerstörungswerkes. Was hier geschehen war, das war nicht der Ausbruch einer Revolution, die letzten Endes das Wohl des Volkes oder doch wenigstens eines großen Teiles desselben zum Ziele hatte, sondern das war blöde Zerstörungslust einer verführten, aufgehetzten Menge. – Das wurde noch mehr klar, wenn man die übrigen Sprengungen betrachtete. Ein Umwälzung so ohne jede große Idee, das fühlte jeder anständige Mensch, konnte Wesentliches nicht hervorbringen.

Schlimme Gerüchte drangen aber bald von diesem bald von jenem bekannten an unser Ohr. Die Schutzpolizei sollte sich in den Nachbarorten ergeben haben oder sogar zu den Aufrühren übergegangen sein, die Aufrührer sollten an verschiedenen Stellen große „strategische“ Erfolge gehabt haben. Von hier wusste man zu berichten, dass die Polizei in Verhandlung stehe und erwartet werden könnte, dass sie sich alsbald auf die Seite der Aufrührer stellen würde. Wenig gute Aussichten! Führwahr! Wenn wir auch weit davon entfernt waren, alle diese Geschichten zu glauben, so blickten wir doch einigermaßen besorgt in den Tag hinein.

Zu Hause überlegten wir in aller Ruhe, was wir wohl tun könnten. Ehe wir noch zu bestimmten Schlüssen gekommen waren, bemerkten wir auf der Straße ein erregtes Hin und Her, und als wir uns am Fenster selbst über die Ursache unterrichten wollten, da trauten wir unseren Augen nicht. Die Schutzpolizei, von der noch eben behauptet worden war, sie stehe im Begriff, zu den Aufrühren überzugehen, erschien in Gestalt eines Zuges am Anfang der Straße. Wir standen vor neuen Rätseln, aber die Ungewissheit wich in denselben Augenblick doch etwas von uns, Das alte Vertrauen zu dieser staatlichen Einrichtung kehrte wieder.

Inzwischen war das Kommando ein gut Stück die Straße hinauf gekommen, wir konnten nun die Einzelheiten erkennen. Voran ging ein Polizeioffizier, eine Maschinenpistole schussbereit im Arm. Dann folgte auf jeder Straßenseite ein Beamter der Polizei, ein schießfertiges Gewehr auf die Häuser der entgegengesetzten Straßenseite gerichtet, dann das Gros. Dem gespannten Gesicht merkte man an, dass jeder einzelne auf das Kommando seines Führers wartete und bereit war, es sofort in die Tat umzusetzen. Dauernd ertönte der energische Ruf: Straße frei! Und die Straße war im Nu frei.

Es war ein ganz eigentümliches Gefühl, das uns in diesem Augenblick beherrschte. Wunderschönen Frühlingssonnenschein, die ersten Vögel ließen ihre Stimme erschallen, wir wären alle am liebsten in die schöne Welt hinaus gewandert, wären die bösen Menschen nicht gewesen. Da bekämpften sie sich nun, standen im Begriff, sich Schaden und Herzeleid zuzufügen. Warum ? Wozu ? —-

Nun war die Polizei an uns vorbei, wir hatten uns so ganz im Stillen wieder über die kräftigen Gestalten gefreut und glaubten gern, dass diese tatendurstigen, jungen Männer in der

In der letzten Nacht nur ungern in ihrer Unterkunft müßig gelegen hatten, als die Sprengungen eine nach der andern – in aller Ruhe vorgenommen wurden. Aber Befehl ist Befehl. Und es ist richtig, dass ihn jeder erst einmal befolgten muss, gleichgültig, ob er ihn für recht hält oder für falsch. Mit unserem Laienverstande aber sagten wir uns, dass soviel Schaden nicht angerichtet worden wäre, wenn diese prächtigen und unerschrockenen jungen Leute rechtzeitig eingesetzt worden wären.

Wir warteten eine Viertelstunde. Wieder wollte uns nun die entsetzliche Ungewissheit überfallen, was wohl nun werden würde. Da sahen wir einige der Polizeibeamten zurück kommen. Vor sich her führten sie einige der Aufrührer, die Hände erhoben, den Blick gesenkt.


So schritten sie die Straße dahin, der für derartige Gefangene schnell geschaffenen Unterkunft zu. Als wir diesen noch nachdenklich nachblickten, da kamen nacheinander weitere Trupps, bis es anfing, auf der Straße wieder lebhafter zu werden.

Und nun hörten wir auch die weitere Wahrheit: Die Aufrührer hatten sich bereits erheblich zurückgezogen. Zwar war noch längst nicht alle Gefahr behoben. Aber sicher war, dass eine ernste Gefahr für das Mansfelder Land nicht mehr bestand.

Am Nachmittage des Karfreitages konnten wir schon wieder spazieren gehen, und wir taten es diesmal mit besonderer Freude. In der Nacht benutzten wir schon wieder das geliebte richtige Bett. Zwar hörten wir auch in dieser Nacht und auch in den folgenden Nächten Schüsse, aber sie erregten uns nicht mehr besonders.

In den folgenden Tagen lastete noch immer etwas von der Erregung der letzten Ereignisse auf der Bewohnerschaft, zumal noch an diesem und jenem Ort allerlei Schreckliches an einzelnen Leuten verübt wurde, aber es war wie bei einem abziehenden Gewitter, bei dem es wohl noch ab und an donnerte, aber immer in der Ferne, und alle haben das Bewusstsein, dass die Hauptkraft gebrochen ist.

Nach und nach wich der Alp, der auf der Bevölkerung lastete. Jeder ging wieder mit neuem Mute an die Arbeit. Jeder in dem Bewusstsein, dass von einer solchen Tat dem Vaterlande und seinem Volke kein Heil kommen könnte, jeder aber auch in dem Bewusstsein, dass es nur vorwärts gehen könnte, wenn er an seinem Platze das Bestmöglichste leiste. Freilich trotzdem viele so dachten, musste das Volk als ganzes noch manchen Irrweg gehen, ehe es den rechten Weg zur Freiheit, zu Ehre und Arbeit fand.

Anmerkung:

Dieser Bericht eines Zeitzeugen, ist der Monatsbeilage des „Hettstedter Tageblattes“ dem „Wipperländischen Heimatsfreund“ Nr. 11 entnommen. Der Artikel entspricht dem Original, lediglich Schreibweise und Schriftbild sind heutigen Erfordernissen angepasst.

Bilder: Postkarte mit Lehrerwohnhaus, Schule Burgörner-Neudorf, Wilhelm Braune, Rektor, Bahnhofstraße 8.

Allgemein veröffentlichtes Situationsfoto von verhafteten Märzkämpfern in Eisleben aus privaten Archiv.

Bearb. E.Graf/Chronist, August 2013