Märztage 1921

Märztage 1921

Auf Spuren der Ereignisse um Burgörner

Die Erkennbar zunehmenden Aktivitäten linksgerichteter Aktionsausschüsse zu Streiks und Aufständen im Mitteldeutschen Industriezentrum, am Anfang des März 1921, forderte die Regierung zu Gegenmaßnahmen heraus.


Die ehemals am Hettstedter Bergschlösschen angebrachte Gedenktafel enthält Angaben, dass bereits am 6. März 1921 Streik-Aktionen im Mansfelder Land geplant wurden und nicht erst nach Einmarsch der Sicherheitspolizei am 19. März.

Der Oberpräsident der Provinz Sachsen (Hörsing-SPD) richtete daher am 16.3.1921 an die Bevölkerung des Industriereviers im Regierungsbezirk Merseburg einen Aufruf, in dem er den Einmarsch bewaffneter Kräfte ankündigte.

Aufruf

Frauen! Arbeiter! Bürger! Seit mehr denn zwei Jahren ist das Industrierevier mehr oder weniger ein dauernder Herd von Unruhen.

Wilde Streiks, Raub und Plünderungen der ersten Zeit wurden von Banden-, Einzeldiebstählen, Terror, Sachbeschädigungen, Erpressungen und Körperverletzungen der letzten Zeit abgelöst. Im Gegenzug zu den übrigen Teilen der Provinz, in denen die Felddiebstähle fast ganz verschwunden sind, ist der Landwirtschaft des Industriereviers ein ungeheurer Schaden durch Banden- und Einzeldiebstähle zugefügt. Ist es ein Wunder, wenn die Landwirte wenig Lust haben, ihre Felder intensiv zu bewirtschaften? Dieselben Verhältnisse wie in der Landwirtschaft treffen wir auch in der Industrie an. Ungeheure Diebstähle an Holz, Kohlen und wertvollen Materialien (Silber, Kupfer, Erze) die in die vielen Millionen gehen, finden Tag für Tag statt. Bei jedem wilden Streik, der immer nur von einigen wenigen Leuten angezettelt wird, werden die einsichtigen und vernünftigen Arbeiter mit Knüppeln und Waffen terrorisiert und von der Arbeit ferngehalten. Diese und zahlreiche andere an Wahnsinn grenzende Taten werden dadurch gekrönt, dass man die gesetzlichen von der Arbeiterschaft gewählten Betriebsräte die gegen dieses Treiben Stellung nehmen, verhöhnt, beschimpft, abgesetzt und durch die sogen. Aktionsausschüsse ersetzt.

Daher habe ich befohlen, daß in den nächsten Tagen starke Polizeikräfte nach vielen Orten des Industriereviers gelegt werden … Die Polizei wird sich weder in politische noch gewerkschaftliche Dinge mischen, sie wird der Bevölkerung gegenüber mit größter Nachsicht auftreten. Aber sie wird mit derselben Schärfe und Festigkeit, wie gegen die Verbrecher selbst, auch denen gegenübertreten, die sie in Ausübung ihrer Pflicht hindern oder ihr gar offen entgegentreten oder durch Aufhetzung der Bevölkerung, sei es in Wort oder Schrift, die Aufgabe ihr unmöglich machen.

Von den Ereignissen im Mansfelder Land während der Osterwoche im März 1921, sind Überlieferungen und Zeitzeugnisse, von einigen Begebenheiten um Burgörner, erhalten geblieben.

„Wir werden sie wohl nicht wiedersehen“, bemerkte Pfarrer Pforte zu umstehenden Passanten vor dem Pfarrhaus in Burgörner im März 1921, als ein Trupp Uniformierter die Einwohner Stockhaus und Kegel als Gefangene vorbeiführten. So ist es in einigen Familien überliefert, ob es sich nur um die beiden, hier in Burgörner bekannten Personen handelte oder ob es ein ganzer Trupp von Gefangenen war welcher nach Eisleben überführt wurde, wir wissen es nicht. Auch zu welcher Gruppe die Bewacher gehörten, war es nun Reichswehr oder Sicherheits-Schutzpolizei, ließ sich bisher nicht ermitteln.

 Gefangenentrupp (Zeitgeschichtliches Foto)

Überlieferter Bericht eines Zeitzeugen:

Fünf junge Männer aus Burgörner: Richard Schmelzer geb. 1901, Hermann Holz und Hugo Panse sowie zwei weitere Personen waren von den Ereignissen angelockt in die Stadt Hettstedt geeilt (ca. 3 km) und kehrten nun zurück. Wie üblich ging man „oben rum“ das heißt, der Weg führte Richtung Eisleben und nach der letzten Brücke der Werksbahn nach rechts am Friedhof Burgörner-Neudorf entlang, dann über die ,,Brache“ nach Bugörner-Altdorf. An der Halde, vom Lichtloch 23 des Schlüsselstollens, wurden sie plötzlich von einer Gruppe Männer angehalten und umringt. Ein Mann ausgerüstet mit großem Fernglas, braunen Lederkoppel woran eine Pistolentasche befestigt war, befragte sie nach dem woher und wohin. Nach der Erklärung der jungen Leute, dass sie auf dem Heimweg seien, gab er sich als Hoelz zu erkennen und forderte sie auf: „Sie sollten lieber eine Knarre in die Hand nehmen als hier herumzulaufen“. Diese Aufforderung war für die neugierigen jungen Männer Grund genug sich schnellstens auf den Heimweg zu begeben.


Max Hoelz hatte auf der Halde des Lichtloches 23 einen äußerst günstigen Beobachtungspunkt eingerichtet der einen guten Überblick über die Landstraße von Hettstedt nach Eisleben ermöglichte. Im Sichtbereich lagen der Bahnhof Hettstedt mit allen Bewegungen in Richtung Halle und Erfurt sowie die am Lichtloch 23 vorbeiführende Werksbahn der Mansfeld Gewerkschaft, mit der alle Schächte und Hütten zu erreichen waren.

Kartenausschnitt

Welchen Eindruck die Berichte von diesen Ereignissen um Burgörner bei den Angehörigen hinterlassen haben, ist nicht bekannt. Die Bemerkung von Pfarrer Pforte (s. oben) lassen jedoch erahnen, dass man durch das Ausmaß der Gewalt und den daraus entstehenden Folgen für die Verursacher, das Schlimmste befürchten musste.

 Gesamtansicht des Sprengstoff-Werkes nördlich von Stadt Mansfeld u. Leimbach

Hoelz hatte aus dem völlig ungesicherten Sprengstoffwerk in Leimbach Sprengstoff besorgt um damit Bomben anzufertigen. Mit einigen seiner Anhänger pendelte er auf Lastwagen zwischen Eisleben und Hettstedt um an verschiedenen Orten Sprengungen durchzuführen, in der Absicht damit eine größere Truppenstärke vorzutäuschen.

Druckhaus des „Hettstedter Tageblattes“

Nach eigenen Aussagen wollte Hoelz mit der Sprengung der Druckerei des „Hettstedter Tageblatt“ das Drucken von Flugblättern oder Mitteilungen für die Bevölkerung verhindern. Eine strategisch völlig sinnlose Aktion, da die Druckmaschinen sich im Kellergeschoss auf der anderen, der Süd-Seite des Gebäudes stationiert waren. Außerdem gab es damals in Hettstedt noch die Druckerei „Hettstedter Zeitung“.

Die zerstörte Hofseite des Druckhauses

Arbeitsräume der Druckerei des Hettstedter Tageblattes

In der Mansfelder Straße in Hettstedt (heute untere Bahnhofstraße) wurde ein Privathaus gesprengt.

Haus des Handelsvertreters Albin Ludwig, Bahnhofstraße 33

Unbewiesen aber vermutet wird, dass sich hier die Anführer in der Straßenseite geirrt haben.

Gegenüber wohnte der Messing-Werk-Direktor „Hermann Busse“ dem wohl eigentlich der Anschlag zugedacht war?

Abfertigungsseite des Bahnhof Hettstedt (in Burgörner-Neudorf)

Als eine ebenfalls sinnlose Aktion muss die Sprengung des Hettstedter-Bahnhofs (siehe Bild) angesehen werden. Hoelz hat später vor Gericht angegeben die Sprengungen, wegen der entstehenden Staubwolken, zum Schutz seiner Kämpfer durchgeführt zu haben. Ebenfalls zu den Gründen für den Anschlag auf das Haus des Handelsvertreters befragt:

Hoelz: „Wenn die strategische Notwendigkeit es verlangte, war es besser List vor Gewalt zu setzen oder die Villa eines fetten Spießers in einen Trümmerhaufen zu verwandeln als das Leben eines revolutionären Arbeiters zu opfern.“

Plakatierung Hoelz

Diese Ereignisse, dazu kamen Plünderungen bei Sparkassen und Geschäften, zwangen die Regierung gemäß der Verfassung zum Handeln.

Artikel 48

„Der Reichspräsident kann, wenn im deutschen Reiche die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich gestört oder gefährdet wird die zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nötigen Maßnahmen treffen, erforderlichenfalls mit Hilfe der bewaffneten Macht einschreiten.“

Die Sicherheitspolizei die sich bis dahin ohne einzugreifen in ihren Quartieren aufhielt, wurde nun durch hinzugezogenen Einheiten der Reichswehr Verstärkt und erhielt den Auftrag zum Handeln. Mit dem Ausruf „Straße frei Fenster zu!“ durchkämmten sie die Stadt Hettstedt nach den vermeintlichen Attentätern. Dabei ist es zum Schusswechsel gekommen bei dem leider auch Unbeteiligte, die den Aufruf nicht rechtzeitig hörten, zu Schaden und auch zu Tode gekommen sind.

Die Stadt Hettstedt, welche dann für die Hinterbliebenen sorgte, bewahrt im Archiv Aktenmaterial zu Verhandlungen über Entschädigung bzw. Rente, zwischen der Stadt und März-Unruhe Opfern .

1.) Witwe Josefa Jacbczak, geb. Kneier, verwitwete gewesene Konkalewsky

Auf Grund der Märzunruhen wurde ihr Ehemann der Röster Jakob Jacbczak am 25. März 1921 in der Bahnhofstraße erschossen. Ort der Erschießung ist zwischen den Kilometerstein 13,6 und der Wohnung des Kreistierarztes Dr. Mette erfolgt. Als Zeugen des Vorganges werden hier genannt, der Messingwerkarbeiter Otto Korkowsky wohnhaft Wipperstraße 28.

2.) Otto Reiße

Tag und Ort: Unruhen vom 24. März 1921 in Hettstedt

Tatbestand: Der Kraftwagenführer Otto Reiße aus Alsleben wurde ohne das ihn ein Verschulden trifft, durch einen Beinschuß verletzt.

3.) Antragsteller Karl Biskabo

Tag und Ort : Unruhen vom 24, März 1921 in Hettstedt

Tatbestand: In Folge der Unruhen wurde der Bahnarbeiter Karl Biskabo, als unbeteiligter, durch einen Schuß in den Rücken verletzt.

4.) Antragstellerin: Auguste Götze in Hettstedt Böttcherstraße 1

Tag und Ort: Unruhen vom 24. März 1921 in Hettstedt

Tatbestand: Der Ehemann der Antragstellerin, Schuhmacher und Berginvalide Friedrich Götze wurde in der Giebelwohnung seines Hauses durch einen von außen kommenden Gewehrschuß getötet.

Anmerkung:

Laut Darstellung der Beschuldigten, ist Herr Götze dem Ruf der Schutzpolizei „Straße frei, Fenster zu“ nicht gefolgt, “und hat durch die wild um sich schießende Sipo sein Leben verloren“. Dem steht die Vermutung gegenüber, gestützt auf eine Aussage von Hoelz vor Gericht. >„Seine Kämpfer wären wiederholt aus Fenstern beschossen wurden. Zum Schutz dagegen hätte er „Schreck- und Warnschüsse abgeben lassen“.

Da nun das Wohnhaus von H. Götze sich gegenüber dem Stützpunkt des Hettstedter Aktionsausschusses, dem sogenannten Bergschlösschen, befand, ist es möglich, das von dort der tödliche Schuss kam, weil die Verteidiger sich bedroht fühlten ??

5.) Antrag auf Unterstützung: Witwe Hedwig Hilmer geb. Sommerlatte geb. 16 März 1872 zu Hettstedt, Wohnung Meisberger Str. 66 – 3 Kinder

Begründung:

Mein Bruder, Schlosser Hermann Sommerlatte, in Halle hat Frau und 4 Kinder, Meine Schwester Helene Markus, in Gerbstedt hat Mann und 4 Kinder, Mann ist Arbeiter von Welfesholz beide in schlechten Verhältnissen, Da ich die Kinder von 6 Jahre, 3 Jahre und 5 Monate habe, bin ich jetzt nicht im Stande nach Arbeit zu gehen mein Mann ist Tot.

Beschluß des Magistrats vom 18. Juli 1921: Es wird eine Unterstützung gewährt, der Gesamtbetrag 42,00 M. die Woche !

Anmerkung: Von dem Staatswesen das man zutiefst verachtete und mit der Waffe in der Hand bekämpfte, werden nun Unterstützungsbeträge gefordert.

6.) Über ein weiteres Opfer der Märzereignisse in Hettstedt, bisher kaum bekannt und beachtet, gibt dieser Polizeibericht vom 15. April 1921 Auskunft.

Nach handschriftlichem Text (gekürzt):

Es erscheint an Polizeistelle, der Bergmann Karl Pröger hier, Schützenstraße 15 wohnhaft und trägt folgendes vor:

Am Donnerstag den 24. März, nachmittags gegen 6 Uhr stand mein Schwager der Hüttenmann Heinrich Moldenhauer geb. 6.8.1864, welcher bei mir wohnhaft ist, vor meiner Haustüre. Hinter ihm standen die Eheleute Louis Reißner, welche ebenfalls in meinem Hause wohnen, während ich im Hausflur dicht an der Haustür stand.

Plötzlich erschienen am Eingang der Schützenstraße ca. 6 – 8 Mann der Sicherheitspolizei mit Gewehr. Dieselben riefen: „ Straße frei“ und geben auch sofort mehrere Schüsse ab. Während die Reißner’schen Eheleute in aller Eile noch in den Hausflur gelangten, wurde mein Schwager von einem der abgegebenen Schüsse am Haustüreingang in den Unterleib getroffen und fiel tot zu Boden nieder.

Unterzeichnet: Kurt Pröger – Bartholome, Pol. Oberwachtmeister

Zu Kegel und Stockhaus sollte sich die ahnungsvolle Bemerkung von Pfarrer Pforte in Burgörner „wir werden sie wohl nicht wiedersehen“ bewahrheiten. Aus den Überlieferungen/Befragungen von Einwohnern ist zu entnehmen das der Einwohner Ernst Doil aus Burgörner am Eduardschacht in einem Schieferhaufen, aus dem ein Stiefel herausragte, am 24.4.1921, die Leiche von Karl Kegel fand. Zu Stockhaus gibt es unterschiedliche Angaben. Es wird berichtet, dass seine Leiche ebenfalls mit Kegel am Eduardschacht gefunden wurde, aber auch, dass er bei Kampfhandlungen um Wolferode am 27.03.1921, das Leben verlor. Möglich ist, das Kegel und Stockhaus am Eduard-Schacht, die Örtlichkeit war den beiden gut bekannt, einen Fluchtversuch unternahmen, dem Kegel zum Opfer fiel?

Grabstätte von Karl Kegel u. Paul Stockhaus auf dem Friedhof Hettstedt/Burgörner-Neudorf

In Darstellungen der März-Ereignisse von 1921, wird von Schriftstellern der damaligen Zeit, z.B. Erich Mühsam, Egon Erwin Kisch und beteiligten wie Joseph Schneider, dem Herausgeber der Mansfelder Volkszeitung“, von Begebenheiten berichtet, die in späteren Abhandlungen z.T. im Wortlaut übernommen wurden. Es konnten für die angeblichen Gräultaten wie sie dort geschildert werden, außer annähernd der Fall Götze, keine authentische Unterlagen gefunden werden.

Dazu zwei Beispiele:

Laut vorstehend genanter Literatur hat der Bürgermeister der Stadt Hettstedt, „A. Gehricke“ (am 1.11.1918, vom Arbeiter und Soldatenrat eingesetzt ) mit dem gesamten Stadtrat, aus Protest gegen die Besetzung, auf dem Markt unter Anteilnahme der Bevölkerung die Ratssitzung fortgeführt. Darauf soll die Sicherheitspolizei wahllos hineingeschossen haben wobei es viele Tode und Verwundete gegeben haben soll?

Nachzulesen ist, dass Herr Gericke wegen Veruntreuung, von Lebensmittelrationen für die Armen, rechtskräftig verurteil im Zuchthaus saß. (siehe auch MZ-Kalenderblatt)

19. April 1920

Die Strafkammer Eisleben verurteilt den früheren Hett­stedter Bürgermeister Albert G. wegen Unterschlagung zu einem Jahr und vier Monaten Zucht­haus. Sein Bruder Wilhelm, der frühere Ortsschulze von Klostermansfeld, wird zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. Das Gericht unter dem vorsitzenden Richter Gerichtsrat Parey sah es als er­wiesen an, dass der frühere Chef der Hettstedter Stadtverwaltung aus dem Lebensmittelamt Butter und Wurstwaren für den eigenen Gebrauch entnommen hatte.

Einsicht in die Protokollbücher der Ratssitzungen ergab, dass lediglich der linke Abgeordnete „Halle“ beim Magistrat in dieser Angelegenheit nachfragte.

Ausschnitt aus dem Ratssitzungs-Protokoll vom 22. März 1921.

Nachfolgende Sitzungsprotokolle in dem Buch enthalten ausschließlich Angaben zur bevorstehenden Bürgermeister-Wahl.

Joseph Schneider, Redakteur der „Mansfelder Volkszeitung“ schreibt in seinem Buch (S.63):
„Die Blutige Osterwoche im Mansfelder Land“ Ausgabe 16. September 1921 in Moskau,

 „ermordet in den Schacht geworfen, Erde und Schutt hinterher! –

Der Eduard-Schacht war jedoch seit 1910 geschlossen und 1918 eine noch vorhandene Schachtröhre wegen Einsturzgefahr gründlich verfüllt – da konnte man 1921 niemanden mehr hineinstürzen. (siehe auch dazu unsere Ausführungen „Der Eduard-Schacht“)

Auffällig ist, dass beim Studium der entsprechenden Literaturen, immer nur von Kumpel, Bergleuten und Schacht die Rede ist, Hüttenleute u. Messingwerker sind nicht erwähnt.

Es könnten Anzeichen dafür sein, dass die Propaganda möglicherweise in oder von Funktionären aus Kohle-Bergbaugebieten, wo man keine Hüttenstätten benötigt, ausgearbeitet wurden – eine Art Drehbuch bzw. eine Anleitung, so das es also doch ein von langer Hand geplanter Aufstand war und kein spontaner, der die damalige Regierung zum Handeln zwang?

Im guterhaltenen Zeitungsbestand vom „Hettstedter Tageblatt“- (Stadt-Archiv-Hettstedt) fehlt der Band vom I. Quartal 1921. Offensichtlich hatten die damals in der DDR dafür verantwortlichen bemerkt, dass die bis dahin gültige Propaganda an der Wahrheit der Ereignisse vorbei ging. Warum sonst hätte man auch die Seiten des Protokollbuches, der Stadtrat-Sitzungen vom März 1921, mit Büroleim zusammenkleben sollen ?

Es wird gegenwärtig immer noch zu Gedenkveranstaltungen von Kampf, Tradition und Faust hochhalten geredet, wäre es nicht besser – statt Faust nun endlich den Kopf zu benutzen ?

Die Ausführungen im vorstehenden Bericht stützen sich auf die Veröffentlichungen von:

1.) Max Hoelz „VOM „WEISSEN KREUZ“ ZUR ROTEN FAHNE

2.) Joseph Schneider „DIE BLUTIGE OSTERWOCHE IM MANSFELDER LAND“

3.) Erich Mühsam „GERECHTIGKEIT FÜR MAX HOELZ

4.) Stadt Hettstedt „Stadt-Archivalien“

Brief Kopie

5.) Sachverhalte – die in Familien überliefert und erhalten blieben.

6.) Bild- und Buchmaterial > aus privaten Archiven zur Verfügung gestellt !

Darum weisen wir nochmals darauf hin, das „Impressum“ zu beachten !

7.) Aus dem Buch von Ulla Plener – Max Hoelz:„Ich grüße und küsse Dich – Rot Front !“

8.) Tagebücher und Briefe, Moskau 1929 bis 1933 /!“/Karl Dietz Verlag Berlin 2005

Zum Abschluss

ein Zitat von Christa Wolf: Lesen und Schreiben, in: Fortgesetzter Versuch. Aufsätze, Gespräche, Essay, Leipzig 1982, S.14

Wer also die > Wahrheit < lesen will, das heißt,
wie es wirklich gewesen ist, der greift
zu Tatsachenberichten, Biographien,
Dokumentensammlungen, Tagebüchern, Memoiren.

 Zusammengestellt: E.G./Chronist, Mai 2013

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