Alle Artikel mit dem Schlagwort: Burgörner-Neudorf

Lutherkirche in Burgörner-Neudorf

Die Mansfelder Kupferschiefer bauende Gewerkschaft begann 1885, aufgrund des Bevölkerungszuwachses in dem Ortsteil Burgörner-Neudorf, mit dem Bau einer evangelischen Kapelle für ca. 500 Andächtige. Auf dem sogenannten Krause’sen Berg oben auf dem Plateau. Dicht an dem von der Kupferkammer nach dem Bahnhof führenden Weg wurde dafür am 18. April der erste Spatenstich getan. (laut „Hettstedter-Wochenblatt, 28.4.1885) Die in einer beeindruckenden Holzkonstruktion erbaute Andachtsstätte war nach 50 Jahren in einem desolaten Zustand. Zeitzeugen berichteten das oft die Schiefern-Außenverkleidung bei Wind so stark klapperte, dass man dem Wortlaut der Predigt nur mit Mühe folgen konnte. Aus diesem Grunde wurde von den Kirchengemeinden Burgörner und Molmeck der Bau einer neuen Kirche beschlossen. Nach längerer Planungszeit war es dann soweit. Am 8. September 1935 fand die Grundsteinlegungsfeier für den Neubau der Lutherkirche in der alten Zionskirche in Burgörner-Neudorf statt. Nach der Predigt, gehalten von Herrn Pfarrer Herdikerhof-Drakenstedt, folgte der Akt der Grundsteinlegung. Drei Monate später am 8. Dezember wurde mit einem Festgottesdienst das 50 -jährige Bestehen der Neudorfer Zionskirche unter Mitwirkung der Gesangvereine „Liederkranz“ aus Burgörner-Neudorf und „Zion“ aus Molmeck …

Märztage 1921

Auf Spuren der Ereignisse um Burgörner Die Erkennbar zunehmenden Aktivitäten linksgerichteter Aktionsausschüsse zu Streiks und Aufständen im Mitteldeutschen Industriezentrum, am Anfang des März 1921, forderte die Regierung zu Gegenmaßnahmen heraus. Die ehemals am Hettstedter Bergschlösschen angebrachte Gedenktafel enthält Angaben, dass bereits am 6. März 1921 Streik-Aktionen im Mansfelder Land geplant wurden und nicht erst nach Einmarsch der Sicherheitspolizei am 19. März. Der Oberpräsident der Provinz Sachsen (Hörsing-SPD) richtete daher am 16.3.1921 an die Bevölkerung des Industriereviers im Regierungsbezirk Merseburg einen Aufruf, in dem er den Einmarsch bewaffneter Kräfte ankündigte. Aufruf Frauen! Arbeiter! Bürger! Seit mehr denn zwei Jahren ist das Industrierevier mehr oder weniger ein dauernder Herd von Unruhen. Wilde Streiks, Raub und Plünderungen der ersten Zeit wurden von Banden-, Einzeldiebstählen, Terror, Sachbeschädigungen, Erpressungen und Körperverletzungen der letzten Zeit abgelöst. Im Gegenzug zu den übrigen Teilen der Provinz, in denen die Felddiebstähle fast ganz verschwunden sind, ist der Landwirtschaft des Industriereviers ein ungeheurer Schaden durch Banden- und Einzeldiebstähle zugefügt. Ist es ein Wunder, wenn die Landwirte wenig Lust haben, ihre Felder intensiv zu bewirtschaften? Dieselben …

Handel & Wandel in Burgörner

An Handel und Gewerbebetrieben gab es 1949/50, laut Seiten-Ausschnitten aus der Zeitung: Im Inhalt auch Neujahrs Wünsche von einer Firma, die nicht zu den Gewerbebetrieben in Burgörner gehörte, die aber für den Druck dieser Ausgabe verantwortlich war: Dieser Neujahrsgruß vom Bürgermeister der Gemeinde Burgörner Hermann Beyling, höchstpersönlich in jedes Haus überbracht, war der Letzte. Im Jahr 1950 wurden die beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Burgörner-Altdorf/Neudorf und Molmeck nach Hettstedt eingemeindet.

Brunnen für die Schule in Burgörner-Neudorf

Beim Durchstöbern alter Zeitungen, im „Hettstedter-Wochenblatt vom Februar 1897“, entdeckten wir einen Artikel über die Schule in Burgörner-Neudorf. „Einem großen Missstand wird jetzt endlich abgeholfen. Wenn die Schulkinder sich in der Pause einmal durch einen Trunk Wasser erfrischen wollten, dann mussten sie zur Nachbarschaft laufen. ….. „ Um einen erfrischenden Schluck Wasser zu bekommen, liefen sie an einen in der Nähe gelegenen Brunnen mit Pumpe „an die Schucke“ . Es gab zu dieser Zeit in Burgörner-Neudorf nur sehr wenige Brunnen. Die Pumpen wurden dauernd von den Erwachsenen in Anspruch genommen. Jeder Haushalt brauchte Wasser zur Essenzubereitung, zum Waschen, zum Trinken usw. Wenn nun auch noch die Schulkinder dazwischen kamen, fühlten sich die Erwachsenen belästigt und im geplanten Tagesablauf behindert. Weiter heißt es in dem Artikel: „ …. Jetzt wird nun in erfreulicher Weise der Schulhof seinen eigenen Brunnen erhalten. Mit der Abteufung desselben ist bereits begonnen. Seine Herstellung erfordert nicht geringe pekuniäre (d.h. finanzielle) Opfer, da voraussichtlich erst in einer Tiefe von 30-33 m auf eine ausgiebige Wasserader zu rechnen ist. Der Nutzen ist aber …

Schützenverein Neudorf

Der Mansfelder Bergmanns-Schützenverein Burgörner-Neudorf Aus „Der Wipperländische Heimatsfreund“ Juli 1925 Von der Hettstedter Bergmanns-Schützen-Kompagnie zweigten sich 1864/65 Mitglieder ab, die sich in Burgörner-Neudorf im „Bade“ (Schlackenbad-Friedrich-Wilhelmsbad) als „Mansfelder Bergmanns-Schützenverein Burgörner“ einen neuen Zusammenschluss bildeten. Da 1864 Kriegsjahr war, wurde 1865 das erste Fest gefeiert. Aus diesem Jahre (1868) stammt die alte Fahne. Von der Inschrift ist nichts mehr zu erkennen, jedoch steht an einer Stelle (auf der unter die Seide gelegten Leinwand) mit Tinte und Feder geschrieben: Marie Hessert, Ernestine Simon, Hedwig Hessert, 13.6.1868. Diese Drei sind offenbar an der Herstellung der Fahne beteiligt gewesen. Foto von einen Schützenfest im Friedrich-Wilhelms-Bad um 1890 Foto – unbekannte Herkunft Im „Bade“ fand das Schützenfest mit einigen kurzen Unterbrechungen all die Jahre statt, lediglich als verschiedene Wirte aus dem Bade auf das Schützenhaus gingen, zogen sie den Verein mit sich. Dann gab es aber jedes Mal Schwierigkeiten wegen des Aufzugs: die Hettstedter Polizei ließ den Burgörnerschen Verein nicht durch Hettstedt aufziehen. Einmal zog man auf, nachdem es durch das Summstor (Sumpftor) über die Breite „stumm“ gegangen war, mit …

Klubhaus der Walzwerker

Die Eröffnung des „Klubhauses der Walzwerker“ am 13. Oktober 1950 fand schon in Hettstedt/Burgörner-Neudorf statt. Wenige Wochen vorher, zur 750 Jahrfeier „Mansfelder Kupferschiefer Bergbau“ am 2. September 1950, war Burgörner administrativ nach Hettstedt eingemeindet worden. Seit 1948 ging der Bau des Klubhauses trotz vieler Schwierigkeiten zügig voran. Die Einweihung des Hauses am 13. Oktober 1950 wurde mit großer Anteilnahme der Werktätigen vollzogen. Das Haus verfügte über einen Saal mit Balkon, insgesamt ca. 860 Sitzplätze für Theater und Filmvorführungen, einem großzügigen Gastwirtschaftsbereich mit einer für damalige Verhältnisse hervorragenden Bedienung, Sonntagsnachmittags-Kaffee mit Musik und Kellner in weißer Jacke und am Abend dann in schwarz. Alles gelernte Leute alter Schule. Außer den Gesellschaftsräumen für Hochzeiten und Jugendweihen gab es Barbetrieb, Billardzimmer und eine Kegelbahn im Keller, das war schon etwas. Nicht zu vergessen das Hallenbad und ein kleinerer Saal, verschiedene Zimmer wo die Zirkel, wie Foto- und Briefmarkenzirkel, Mandolinengruppe und andere ihre Heimstadt hatten. Sowie eine vielgenutzte Lesestube mit vielen Büchern und Spielen ist ebenso vielen in Erinnerung geblieben. Es gab zeitweilig drei Theaterringe mit zum Teil festen …

Kriegsopferdenkmal

Das 1945 gesprengte Kriegsopfer-Denkmal im Kirchgarten der Lutherkirche im Ortsteil „Burgörner-Neudorf“. Im Hintergund die später abgerissene „Zionskirche“ davor das Kriegsopferdenkmal im Kirchgarten. Die Reste der gesprengten Gedenkstätte für die 258 Kriegsopfer im Ortsteil Burgörner-Neudorf. 132 Personen aus dem I. Weltkrieg (1914-1918) sind aus Burgörner-Neudorf gefallen, gestorben oder vermisst. 126 Personen aus dem II. Weltkrieg. (1939-1945) In beiden Kirchen, in der Nikolai-Kirche (Burgörner-Altdorf) und in der Lutherkirche (Burgörner-Neudorf), befinden sich Bücher in denen die Opfer des II. Weltkrieges aus den beiden Ortsteilen erfasst sind.            

Burgörner

Burgörner ist eine nähere Bezeichnung in der Ansiedlung Örner, hergeleitet aus Ari, Iri, Arneri eine der ältesten Ansiedlung unserer Heimat. Die umliegenden Höhenlagen waren geeignet Zufluchtstätten mit Befestigungen zu tragen, Burgen entsprechend den jeweiligen Anforderungen, Erdwälle, Holzbefestigungen bis zur Steinburg des Mittelalters so das um die Burg Örner, die Ortsbezeichnung Burgörner entstand. Was wiederum keinesfalls eine Altersbestimmung sein kann, denn es ist durchaus möglich das eine Besiedelung durch die Schnitter von den Höhenlagen, den Burgen aus erfolgte und somit der älteste Ursprung dieser beiden Örner nämlich Burg- und Großörner auf den Höhenlagen im Nordosten dieser Orte zu suchen ist. Burgörner entwickelte sich auf Grund des ständigen Zuwachses an Einwohner, die im umliegenden Bergbau und später in der umliegenden Industrie Arbeit fanden. Das Territorium von Burgörner erstreckte sich, im Süden begrenzt durch den Kriegsgraben und den Lauf des Regenbeek bis an die Wipper, die Wipper entlang, bis Eingangs der Wipperstraße, überquerte hier die Straße, an der einstigen Bauernbank bis zur Höhenkante des „Hohen Berges“ weiter in südlicher Richtung bis an die Gerbstedter Straße von hier dann …