Alle Artikel mit dem Schlagwort: Burgörner

Sturm über Burgörner-Altdorf (1994)

Viele Einwohner werden sich sicherlich noch daran erinnern. Ein Sturm, man kann auch sagen eine Windhose, bildete sich 1994 am Himmel und verwüstete u.a. den Friedhof. Zum Glück wurde niemand verletzt (soweit bekannt). Bilder vom Friedhof Burgörner-Altdorf:

14.09.-245. Geburtstag v. Alexander v. Humboldt

Alexander von Humboldt und Burgörner? Alexander von Humboldt (*14. September 1769 in Berlin, † 6. Mai 1859) nach einem Gemälde, angefertigt um 1800. So müsste er ausgesehen haben zur Hochzeit seines Bruders Wilhelm in Erfurt und als er das junge Paar in Burgörner besuchte. Im Dezembertag des Jahres 1790 erhielt der Geologe und Inspektor der Freiberger Bergakademie, Abraham Gottlob Werner, die Studienbewerbung des zwanzigjährigen Alexander von Humboldt. Am 14. Juni 1791 wird er als Student der Bergakademie immatrikuliert und unter Werners Schülern, wohl der Berühmteste. Der Professor der Markscheidekunst, Johann Friedrich Freiesleben, nimmt ihn in sein Haus (Weingasse 2) und in seine Familie auf. Sein Sohn, Johann Carl Freiesleben, wird Humboldts Studienkamerad und Freund. Wie angestrengt er arbeitet geht aus einem Brief hervor: > Ich bringe fast alle Morgen von 7-12 in den Gruben zu (wobei Auf-die-Grube-Gehn oft ein bis zwei Stunden dauert), den Nachmittag habe ich Unterricht und den Abend jage ich Moose. (naturwissenschaftliche Studien) Dennoch bin ich im ganzen sehr froh. Ich treibe ein Metier, das man — um es zu lieben — …

Ziegelei Remus

Würde man alle Ziegel-Mauersteine, die von der Firma Remus hergestellt wurden, aus den Gebäuden im weitem Umkreis rund um Hettstedt Burgörner entfernen, stürzten sicherlich viele Bauwerke zusammen. Ziegelwerk Ansicht vom Rangierbahnhof Hettstedt Das Ziegelwerk bestand unter der Firmenbezeichnung (laut Anzeige von 1949/50) bis März 1953. Auf Grund der wirtschaftlichen- und politischen Entwicklung blieb den Eigentümern jedoch keine andere Wahl als ihren Betrieb, ihr Eigentum aufzugeben. (siehe dazu auch unseren Beitrag zu Firma Berg & Co. Kronleuchter auf dem Brocken) Geblieben sind aus der einstigen Betriebstätigkeit lediglich einige Erinnerungsstücke, aufgehoben von ehemaligen zufriedenen Kunden. Das zurückgelassene Eigentum bestand aus dem: Ziegelei-Betrieb, Wohngrundstück mit Villa „Hinter der Bahn 6“ und einem Landwirtschaftsbetrieb mit dazugehörigen Wohnhaus. Das Ziegelwerk wurde 1953 in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt, in dessen Rechtsträgerschaft auch die Wohnhaus-Villa mit einbezogen wurde. Der Landwirtschaftsbetrieb mit allem Zubehör einschließlich eines Wohnhauses ging in das Eigentum der Landwirtschaftlichen Produktions-Genossenschaft „Glück Auf“ über. Der “VEB Ziegelwerk“ wurde noch bis 1980 fortgeführt. Viele Tausende Mauerziegel verließen das Werk bis die Tonvorkommen erschöpft waren. Es gab Überlegungen das wirtschaftliche Arbeitsvermögen und …

Die "Humboldt-Schützen"

Zur Erinnerung an die „Humboldt-Schützen“ in Burgörner-Altdorf Der „Schützenverein „Burgörner-Altdorf“ wurde am 21. August 1926 gegen 20:00 Uhr im Gasthaus „Zum Landhaus“ (Inh. Gastwirt Wagner) gegründet. Das erste Schützenfest fand Pfingsten 1927 statt. Der Schützenkönig war Paul Teichmann. Im Jahre 1930 wurde der Verein auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Gustav Bergholz, nach einer Anfrage bei den Nachfolgern der Familie Humboldt in Berlin Tegel, umbenannt in: “Humboldtschützen – Burgörner“ Im gleichen Jahr erfolgte eine Erweiterung des Schießgrabens und für das Festzelt wurde ein fester Küchenanbau errichtet. Das Gelände gehörte der „Mansfeld AG“ und wurde für 10,00 Mark jährlich gepachtet. Kaufversuche sind gescheitert. Das Bild von der Eröffnungsfeier der Schießanlage im Humboldthain wurde aus dem Schutt beim Abriss des Gasthauses “Zum Landhaus“ vom Chronisten sichergestellt. (Kopie) Der Text auf vorstehendem Dokument lautet: „Das Werk lobt den Meister“ kann man mit Recht von der Schützenstätte zu Burgörner-Altdorf sagen, denn was der junge Verein mit seinen rund 50 Mitgliedern in der kurzen Zeit seit vorigen Herbst geschaffen hat, ist geradezu erstaunlich. Wo noch vor einem Jahr die Reste eines …

Kupferkammer-Hütte

Von der Berg-Hütte zur Kupfer-Kammer-Röst- u. Bleihütte Am 10. April 1723 wurde die Gewerkschaft zur Kupferkammer durch den Leipziger Kaufmann, Johann Schwabe, gegründet. Wie alle Hütten die nach dem 30-jährigen Krieg und der Freierklärung des Mansfelder Bergbaues im Jahre 1671 neu erbaut wurden, so lag auch die Kupferkammerhütte auf einer mittelalterlichen Hüttenstätte (erstmalig als Berghütte 1439 erwähnt) deren exponierte Lage an der Wipper, womit die Wasserräder und Blasebälge zur Erzeugung des Gebläsewindes angetrieben wurden, bedingt war. Die Vorläuferin der Kupferkammerhütte ist die Berghütte gewesen, die urkundlich schon zum ersten Male 1439 erwähnt ist. 1) Übersetzung – siehe Anhang In den Urkunden der Jahre 1480 bis 1540 wird die Berghütte mehrmals erwähnt. Doch scheint sie bereits vor dem Jahre 1568, wie alle anderen Hettstedter Hütten, ihren Betrieb eingestellt zu haben. 2) 1566, 2. May – ist eine unzüchtige Dirne, so keiner Vermahnung zur Buße noch einiger Warnungen geachtet, zu Burgörner für der Hütten auf eine glühende Schlacken gefallen und sich greulich verbrannt. Es hatte sie etliche wenig Wochen hievor ein böser Hund übel in die hand …

Dankveranstaltung in St. Nikolai

27.11.2012: Mit einem fröhlichen Lied: „Wollt ihr fleißige Handwerker sehen, dann müsst ihr nach Burgörner in die Kirche gehen!“ begrüßten die Kinder von der „Kindertagesstätte Altdorf“ die zahlreichen Gäste die an einer Dankveranstaltung in der renovierten St. Nikolai-Kirche in Burgörner teilnahmen. Nach der erfolgreichen Renovierung der Kirche wurde am 27. November 2012 den vielen fleißigen Handwerkern und Helfern gedankt. Durch die zahlreichen Spenden waren diese Arbeiten erst möglich geworden. Pfarrer Paul und der Vertreter des Gemeinde-Kirchenrates sprachen im Namen der Kirchengemeinde Burgörner allen Helfern insbesondere den vielen Handwerkern den Dank für ihre hervorragende geleistete Arbeit aus. Ebenso der Stadtverwaltung Hettstedt und der Direktion des „Mansfelder Kupfer und Messingwerkes“ für die Unterstützung. Viele Einwohner nutzten die Gelegenheit, das nunmehr wieder hergestellte Bauwerk zu besuchen. Mit der Darbietung eines sehr anspruchsvollen Programmes schloss der „Chor der Walzwerker“ diese Veranstaltung ab. Für einen gemütlichen Abschluss sorgten die Frauen der evangelischen Frauenhilfe, die im Anschluss für alle Gäste selbst gebackenen Kuchen und Kaffee bereithielten. Für den Sammler bearb. E. Graf/Chronist im November 2012          

Leichenbegängnis vor 200 Jahren

Fundstück zu einem Ereignis welches über 270 Jahre zurückliegt aus: Ein herrschaftliches Leichenbegängnis vor 200 Jahren von Erich Freygang-Hettstedt Auf dem Boden des Schlosses zu Burgörner sind vor einiger Zeit ganz verstaubte Akten gefunden worden. Wenn sie auch heimatgeschichtlich nicht von besonderer Bedeutung sind, so bieten sie kulturgeschichtlich doch immerhin manches Interessante. Im wesentlichen betreffen sie Familienangelegenheiten der Dacherödens, die einstmals die Güter Burgörner und Siersleben besaßen, denn der Kgl. Preußische Regierungspräsident und Kammerherr Car Friedrich von Dacheröden hatte diese Güter durch die Heirat mit Freifrau Helene Ludmilla von Posadowski bekommen. Er starb 1741 (37) und wurde in Magdeburg beigesetzt. So handelt denn ein Aktenstück von den Begräbniskosten. Fein Säuberlich sind alle Rechnungen quittiert zusammengeheftet. Sie bieten so bis in die kleinsten Kleinigkeiten hinein einen Überblick über die Kosten der Bestattung, gleichzeitig geben sie uns einen Einblick in die damaligen Verhältnisse bei der Beisetzung einer vornehmen Leiche. Carl Friedrich von Dacheröden wurde natürlich als hoher Kgl. Beamter im Dom beigesetzt. Dafür mussten an das Domkapital 200 Taler gezahlt werden. Weitere 30 Taler bekam die Kirche …

300. Geburtstag Friedrich II

Ereignisse zur Zeit „Friedrich des Großen“ in und um Burgörner aus Anlass seines 300. Geburtstages am 24.1.1712 Dieses vor 227 Jahren entstandene Werk enthält auf Seite 445/456 die Angaben: Burg Oerner, ein Dorf mit einem Amte des Herrn von Dachröden enthält, mit Inbegriff von 13 Kolonistenwohnungen und des Amtes, überhaupt 41 Feuerstellen, worunter 5 große und 20 kleine Cossäten* sind……… Die Gemeine** ist dem Amte dienstpflichtig und steht mit der sächsischen Stadt Hettstedt in Koppelhütung. Neben dem Ackerbaue und der Viehzucht nähren sich verschiedene Einwohner von der Arbeit in den Königlich preußischen Rothenburgschen und den Churfürstlichen sächsischen Bergwerken. Es ist eine Wassermühle an der Wipper von zwei Mahlgängen hierselbst.  Mühle von Burgörner um 1890 Die Kirche von Burgörner, welche ein Filial von Thondorf ist, gehört zur ersten Mansfeldischen Inspektion und erkennt den König als ihren Patron. Im Jahre 1784 war 212 die Seelenzahl und in den vorhergehenden zehn Jahren sind 84 geboren und 56 gestorben. Anmerkung Bearbeiter: * Cossäten (Kossäten) – Landarbeiter ** Gemeine – alle Anwohner Unsere Gemälde-Kopie zeigt Friedrich II. (1763) ( Es …

St. Nikolai – Dachsanierung

Endlich, nach vielen Jahren des Bangens ist es nun doch gelungen die Mittel zusammen zubringen, die für eine dringende Reparatur der Kirche notwendig sind. Einer historisch bedeutsamen Kirche in der schon die Familie Humboldt und deren Nachkommen weilten. Die Kirche, hier noch im Weihnachtsschmuck, wird wohl nun für längere Zeit nur den Handwerkern zur Verfügung stehen. Diese werden bei näherer Betrachtung auch die Schäden sehen, welche das undichte Dach an der Decke hinterlassen hat. Die Decke lässt sich hoffentlich so bearbeiten, dass nicht die für Burgörner so wertvolle Orgel abgerissen werden muss. Dies wäre mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Nachdem der Ablauf der Arbeiten in den einzelnen Schritten festgelegt war, begannen die Arbeiten mit dem Aufstellen der Gerüste. Welche Schäden, auch am Dachstuhl, im Laufe der Zeit entstanden sind wird sich nun zeigen. Hoffen wir auf einen günstigen Verlauf der Arbeiten, in der Hoffnung, dass bald wieder eine Taufe in dem über 395 Jahre alten Taufstein stattfindet. Hans Werner Scharf, Grafiker und Gemeinde-Kirchen-Rat, stellte uns die Bilder zur Verfügung. Vielen Dank ! St. Nikolai in Burgörner-Altdorf bekommt …

Maler Gustav Ballin

Dem Maler Gustav Ballin verdanken wir einige Darstellungen aus unserer Heimat. Wilhelm Brockpähler widmete ihm im „Mansfelder Heimatkalender“ von 1937 einige Seiten, denen wir die nachstehenden Bilder und Texte entnommen haben. Den Inhalt dieser Bildchen, aus denen Heimatverbundenheit und die liebevolle Versenkung in die kleine, schlichte Welt des Mansfelder Bergmannes spricht, wollen wir hiermit unseren Lesern zugänglich machen. Man kann den tiefen Eindruck erkennen, welche die Arbeitswelt des Bergmannes, einmal bei der Darstellung der Grubenfahrt und angesichts der Arbeit vor Ort, auf den Maler ausübte. 650 m unter der Erde im „Glück-Hilf-Schacht“ – von 1872 bis 1909 in Betrieb (ehem. Schachtanlage an der Straße von Welfesholz nach Siersleben) Noch 1860 fuhren die Mansfelder Berg- und Hüttenleute glühende Schlacken nach Hause um darauf zu kochen und zu heizen. Das Schlackenstück ruht in der Schwebe auf starken Ketten, die an dem Schlitten befestigt sind. In einem Bergmannshause: „Die Leibspeise, das Kochen auf Schlacke bis 1860 in Hettstedt“. Im Hintergrund die Großmutter am Spinnrocken. Der größte Junge muss schon als „Huntejunge“ mit in den Schacht . Nach einem fast gleichen …

Der "Eduard-Schacht"

Im Süden von Hettstedt an der Straße nach Eisleben, erhebt sich die gewaltige Halde des ehemaligen Eduard-Schachtes. Bei 51°37’22.28″N – 11°31’20.26″E mit einer Ausdehnung von etwa 18 Hektar und einem ebenfalls geschätzten Inhalt der Bergehalde: ca. 1,960 Mio. m³ und Inhalt der Ausschlägehalde: 210.000 m³. Quelle: Die geografischen Koordinanten sowie die Flächenermittlung erfolgte unter der zu Hilfenahme von Google-Earth. Von dieser Halde hat man einen guten Überblick auf das ehemalige Burgörner Bergbau-Revier im Osten. Wo die vielen kleineren Halden Zeugnis ablegen, vom Fleiß unserer Vorfahren und uns direkt aufzufordern scheinen deren Geschichte zu erforschen. Aber wenden wir uns zunächst dem Eduard-Schacht zu. Postkarte um die Jahrhundertwende Eigentlich handelt es sich um die Eduardschächte I. und II. Dem Verwaltungsbericht der Mansfelder Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft (im folgenden nur „Gewerkschaft genannt) lässt sich entnehmen: „Zur Lösung der immer schwieriger werdenden Förderung, der anfallenden Erze in diesem Revier welche bisher über den Zimmermann-Schacht erfolgte, entschloss sich die Gewerkschaft 1864 zum abteufen eines neuen Schachtes „Eduard I“. Dieses Vorhaben stieß von Anfang an, auf Grund großer Wasserzuflüsse, auf große Schwierigkeiten. …

Die "Berggrenze"

Ein Straßenname „Berggrenze“ Im Hettstedter Ortsteil Burgörner-Altdorf, trägt eine Straße den Namen „Berggrenze“. In der Vergangenheit hatte man diese Straße immer mit Namen der gegenwärtig aktuellen, politischen Größen bezeichnet. Nach der demokratischen Wende 1990, einigten sich die Stadträte von Hettstedt diese ehemalige Dorf-Hauptstraße mit dem historischen Namen „Berggrenze“ zu benennen. Diese „Berggrenze“ hat nun mit einer Abgrenzung zu den Bergen des auslaufenden Harzgebirges, wie teilweise fälschlich angenommen und kritisiert wurde, überhaupt nichts zu tun. Vielmehr ist „Berggrenze“ die uralte Bezeichnung für eine Grenze die ein Gebiet umfasst, in welchem mit kaiserlichem Privileg, den Grafen von Mansfeld gestattet war, Bergbau zu betreiben. Wegen Streitigkeiten zwischen den Nachfolgern, den Kursächsischen und preußischen Bergbaubetreibern über die Nutzung des Wipperlaufes als Aufschlagwasser für die Hütten, kam es zu Streitigkeiten und 1747 zu einem Vergleich. Daraufhin wurde ein Teil der Berggrenze mit 40 Grenzsteinen, neu markiert. Seit dieser Zeit verläuft nun die sogenannte „Kaiserliche Berggrenze“, welche laut Kaiserlichem Dekret von 1364 „die Wipper entlang bis an den Hof Burgörner führte“, nunmehr bis an die einstige Berghütte, (Kupferkammerhütte oder Bleihütte wie …