Alle Artikel mit dem Schlagwort: Burgörner

Die "Berggrenze"

Ein Straßenname „Berggrenze“ Im Hettstedter Ortsteil Burgörner-Altdorf, trägt eine Straße den Namen „Berggrenze“. In der Vergangenheit hatte man diese Straße immer mit Namen der gegenwärtig aktuellen, politischen Größen bezeichnet. Nach der demokratischen Wende 1990, einigten sich die Stadträte von Hettstedt diese ehemalige Dorf-Hauptstraße mit dem historischen Namen „Berggrenze“ zu benennen. Diese „Berggrenze“ hat nun mit einer Abgrenzung zu den Bergen des auslaufenden Harzgebirges, wie teilweise fälschlich angenommen und kritisiert wurde, überhaupt nichts zu tun. Vielmehr ist „Berggrenze“ die uralte Bezeichnung für eine Grenze die ein Gebiet umfasst, in welchem mit kaiserlichem Privileg, den Grafen von Mansfeld gestattet war, Bergbau zu betreiben. Wegen Streitigkeiten zwischen den Nachfolgern, den Kursächsischen und preußischen Bergbaubetreibern über die Nutzung des Wipperlaufes als Aufschlagwasser für die Hütten, kam es zu Streitigkeiten und 1747 zu einem Vergleich. Daraufhin wurde ein Teil der Berggrenze mit 40 Grenzsteinen, neu markiert. Seit dieser Zeit verläuft nun die sogenannte „Kaiserliche Berggrenze“, welche laut Kaiserlichem Dekret von 1364 „die Wipper entlang bis an den Hof Burgörner führte“, nunmehr bis an die einstige Berghütte, (Kupferkammerhütte oder Bleihütte wie …

Gesangsverein "Bergmannsgruß"-Burgörner

Diese Sängervereinigung in Burgörner konnten wir einem Foto entnehmen, welches uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Einige Personen konnten wir ermitteln: Stehend v.l.n.r. : 1. ? 2. Carl Schmelzer, 1864-1933 3. Gustav Dietrich 4. Otto Weise 5. ? 6. ? Sitzend v.l.n.r.: 1. Hermann Wagner 2. Hermann Fretzert 3. Teichmann 4. ? Weitere Angaben, in welcher Zeit und in welchen nachfolgenden Verein die Sänger dann aufgegangen sind, konnten wir bisher nicht ermitteln. Ein aufgefundenes Liederbuch. Das Liederbuch, aus dem Besitz des ehemaligen Kupfer-Kammer-Rösthütten Obervogtes Hermann Schumann, weist einige Merkwürdigkeiten auf. Auf den Seiten des Liederbuches (s.Foto) sind Namen eingetragen, die zur Erinnerung an eine bestehende Vereinigung oder aber auch auf deren Beendigung hinweisen könnten. Aus diesem Bergmännischen Liederbuch sind nachstehende Namen überliefert: H. Schumann; Otto Hause (Halle); Otto Berghammer; Emil Franke; Carl Schulze; W. Peinert; K. Büchner; Artur Müller; Alfred Fausch; Hugo Vollrath; Otto Sonneson; G. Wernicke; Bartel; G. Baumann; Teupel; Emil Franke; Otto Schupp; Dettler; Bernhardt; Thiele; Albert Herold; Fluros und Zobel (entsprechend des Schriftbildes – ohne Gewähr für die Richtigkeit) Wir gehen davon …

Ereignisse aus vergangener Zeit

>1630, 06. 03. Ist in Burgörner, Nikolaus Burggraff, Kantor und Schulmeister ,,Der Kantor und Schulmeister schreibt an das Konsistorium nach Eisleben, er bittet um Hilfe, da 156 Ellen Leinnengarn, die er wegen drohenden Kriegseinmarsches (30 Jähriger Krieg) in der Kirche (auf dem Kirchberg) verborgen hatte, durch ein Weib, ihren Tochtermann und Soldaten, gestohlen wurden. Das Weib ist in Gerbstedt verhaftet worden; der Schwiegersohn und die Soldaten haben den Kantor Burggraff und seine Frau so bedrängt, daß die letztere, Mutter von 3 Kindern, sich vor Angst erhängt hat. (siehe auch Zeitzeuge: Taufstein in der Nikolai-Kirche) >1803, Burgörner Schule Genannt wird ein Lehrer Johann Carl Samuel Moritz >1852, 09.01 – Taufe von Marie Caroline Agnes Kirchberg es werden genannt als Taufzeugen: Caroline von Bülow (Tegel), Adelheid von Bülow ”, Ernst von Bülow ”, Marie von Flakenhausen Dessau, Adelheid von Loen Dessau, Agnes von Loen Dessau >1864, 11.30. – Selbstmord, am 30 November wurde im Mühlbach ertränkt aufgefunden – ,,Ida Thiele” 30 Jahre alt sowie das ungetaufte Töchterchen der Ida Thiele 5 Tage alt mit der Mutter im …

800 Jahre Bergbau Mansfelder Land

Unser Heimatort Burgörner ist unzweifelhaft auch mit den frühesten Anfängen des Bergbaues in Verbindung zu bringen. Die Haldenlandschaft im Osten unseres Ortes, im Anschluss an die sagenhafte Fundstelle „Kupferberg“, kündet davon dass hier am Ausgehenden des Kupferschieferflözes schon von alters her Bergbau stattgefunden hat. Im Gedenken an diese Zeit, welche uns der Chronist Spangenberg mit 1199 angibt, sind mehrere große Feste an Jubiläumstagen durchgeführt worden. Über die Feierlichkeiten zu 700 Jahre Kupferschiefer-Bergbau berichtet uns ausführlich Prof. Größler. An die großartigen Feiern und Würdigungen zur 750-Jahrfeier 1950, wenige Jahre nach dem Krieg, gibt es sicherlich auch noch Erinnerungen. Das Jahre 1990 brachte dann das Ende des so traditionsreichen „Mansfelder Bergbaus“ – „dennoch“ entsprechend des Wahlspruches der Mansfelder Grafen welche die Bergbau-Privilegien vom Kaiser 1364 erhalten hatten, wurde 1999, wie hätte es anders sein können von Hettstedt aus die Feiern zu „800 Jahre Mansfelder-Kupferschieferbergbau“, welche dann im Jahre 2000 stattfanden, eingeleitet. Mit dem Aufzug des Traditionsvereins „Mansfelder Berg- und Hüttenleute“ begannen am 05.12.1999 mit einem Festakt in der Jakobi-Kirche die Festivitäten. Mit einem Aufmarsch zur Gangolf-Kirche in der …

Namensgebung

Am 28. Mai 2011 erhielt das Haus in Hettstedt/Burgörner, in welchem Wilhelm von Humboldt seine Ehefrau kennenlernte, offiziell den Namen „Humboldt-Schloss“. Wilhelm von Humboldt verbrachte die ersten Jahre seiner Ehe dort und kehrte auch später immer wieder zurück, um sich in der Ruhe und Abgeschiedenheit zu erholen oder mit Freunden zu treffen. (siehe Besucher in Burgörner) Das Mansfeld-Museum, welches in i.d. Haus untergebracht ist, hatte an diesem Tage viele Gäste. Die Vertreter der „Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung e.V. aus Mannheim“ welche die Namenstafel stiftete, mit ihrem Präsidenten Prof. Dr. med. Dr. h.c. Erwin Kuntz. Aber auch zahlreiche Nachkommen der Familie Humboldt-Dacheröden unter der Leitung von Herrn Georg von Humboldt, nahmen einschließlich der Vertreter vom Landratsamt, des Bürgermeisters der Stadt Hettstedt, den Mitgliedern des Fördervereines und des Kirchenvorstandes der evangelischen Kirche Burgörner, an dem Festakt teil.  

FFW Burgörner-Altdorf

Nach einer im Original vorliegenden Satzung wurde die Wehr am 23.02.1902 gegründet. Im Punkt 1 heißt es dazu wörtlich: „Zur Übernahme des persönlichen Feuerlöschdienstes für die Gemeinde Burgörner tritt ein Verein von Freiwilligen zusammen, welcher unter der Bezeichnung: – Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Burgörner – einen Teil des Feuerlöschwesens der Gemeinde Burgörner bildet“: Einen Auszug aus der Chronik: 23.02.1902 – durch August Vogt, Otto Simon, Karl Tetzel, August Kirchberg, Wilhelm Kellner, Friedrich Küstermann, Karl Kupfer und Ernst Honigmann gegründet. 1911 – liegen die ersten schriftlichen Protokolle vor 1914 – wird Kamerad Voigt als Brandmeister auf Lebenszeit gewählt 1916 – Kamerad Karl Dittmann fällt im 1. Weltkrieg, er ist nicht das einzige Opfer welches die Wehr zu beklagen hat 1927 – 25. Stiftungsfest- eine Fotoaufnahme wird durchgeführt 1927 – Kamerad August Voigt gibt nach 27 Jahren das Amt des Brandmeisters aus gesundheitlichen Gründen ab 1929 – Kamerad Göbel wird zum neuen Brandmeister gewählt 29.08.1929 – Kamerad Fiedler übergibt bei einer großen Feier das neue Spritzhaus im Ortsteil Altdorf (nur die TSF-W Garage) 1929 – gründet man …

Burgörner zw. 1933-1945

In den Maitagen dieses Jahres 2010 jährt sich zum 65. Mal das Ende des zweiten Weltkrieges.  Zur Geschichte von Burgörner gehört auch das finstere Kapitel von 1933 bis 1945. Leider sind dazu Akteneinsichten in Burgörner nicht mehr möglich, weil die Bestände während der Auflösung der Gemeinde-Burgörner verbrannt wurden und sachkundige Zeitzeugen kaum noch aufzufinden sind. Mit einigen Fundstücken, Bilder aus dieser Zeit, möchten wir dennoch zur > Erinnerung und Mahnung < an diese Zeit beitragen. Ein solches Fundstück ist eine Postkarte von einem Denkmal. Die Erklärung dazu, original Anmerkung des Sammlers, entnehmen wir der Rückseite dieser Karte – ohne weiteren Kommentar. Bemerkenswert und darum der ehem. Standort schwer zu erkennen, ist die Bildmontage mit Buschwerk im Hintergrund, wo eigentlich die Sankt Nikolai Kirche von Burgörner zu sehen sein müsste. Fotokopie der Rückseite: Wer heute einen Familienausflug mit der ehemaligen Werksbahn der „Mansfelder Bergwerks Bahn“ unternimmt und an dem Haltepunkt aussteigt, der sollte auch wissen, dass sich in der Nähe das sogenannte „Lager Lindenholz“ befand und an dieser Stelle zwischen Weg und Bahngleis einst Ersatzhäuser standen, …

Freiherr vom und zum Stein

Karoline von Humboldt in einem Brief an Alexander von Rennenkampff: Berlin, den 18/19. November 1822 ………. Wir blieben bis zum 15. August in Burgörner, von wo ich Ihnen, teurer Alexander, im Juni zum letzten Male schrieb. Dann gingen wir nach Tegel………….. ……. Stein war mit seinen Töchtern vier Tage bei uns in Burgörner. Therese ist sehr schön geworden, ein sanftes, frommes und doch lebendig liebes Wesen. Henriette ist gesünder und liebenswürdig. Stein fand ich wohl etwas gealtert, besonders wegen der zunehmenden Unbequemlichkeit des Auges, aber im Geist und Gemüt ganz denselben. Wir haben unbeschreiblich viel zusammen gesprochen………………….. Karl, Freiherr vom und zum Stein preußischer Staatsmann * 1757 – †1831 ; 1796 Oberpräsident, der westfälischen Kammer, 1804 Wirtschaftsminister, leitet 1807/08 die Reorganisation des preußischen Staates, ging, von Napoleon geächtet, 1808 nach Österreich, 1812 nach Russland, kehrte 1813 zurück und nahm 1814 –15 am Wiener Kongreß teil. Bekenntnis des Freiherrn vom und zum Stein in einem Brief aus Petersburg, 01. Dezember 1812. Übersetzung der original Handschrift: ….. Es ist mir leid, dass E. E. in mir den …

Freiherr v. Hardenberg

Frhr. Georg Anton v. Hardenberg auf Wiederstedt, Landrat, Nachbar von Burgörner Wilhelm von Humboldt, schreibt während eines Aufenthaltes in Burgörner an seine Frau Caroline: Burgörner, 11. November 1822 …..Mit Hardenberg* habe ich heute ziemlich den ganzen Tag allein zugebracht, und neulich war er fast den ganzen Abend bei mir. Wir haben also sehr viel gesprochen, und es hat mich doch nicht ohne Interesse gelassen. Ich habe erst jetzt eine rechte Idee von seinem Wesen und Empfinden. Er ist doch eigentlich sehr konsequent und hat auch eine viel mehr innerliche Natur, als man sonst denkt, so dass es einem begreiflich wird, dass er und Novalis** haben Brüder sein können. Die Grundlage seines ganzen Wesens ist unstreitig, wenigstens jetzt, da die katholische Religion und die bestimmte Idee, die überall durchleuchtet, dass er am Rande des Grabes steht. Die veredelt nun schon an sich den Menschen und setzt ihn über das bloß Irdische hinweg, und das ist auch in ihm sichtbar. Dabei fühlt er sehr tief das Unglück, alle seine Brüder verloren zu haben, und kommt sich ganz …

Überlieferungen aus Burgörner

Merkwürdige Bezeichnungen wie Sockendorf und Regenbeeck, Hollerberg und Mordkaulen. Burgörner erweiterte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Ansiedelungen bedingt durch den Arbeitskräftebedarf der wachsenden umliegenden Industriebetriebe um den Ortsteil Neudorf. Die Gemeinde Burgörner mit den Ortsteilen Burgörner-Altdorf und Burgörner-Neudorf wurde 1950 nach Hettstedt eingemeindet. Der Ur–Ort Burgörner trug den Spitznamen „Sockendorf“ und die Einwohner nannte man daher aus Spaß die Sockendörfer. Nicht ganz Unrecht hatte der Conferencier „Manfred Uhlig“ als er in der Fernsehaufzeichnung „Alte Liebe rostet nicht“ erklärte, die Sockendörfer heißen so weil sie sich nach Hettstedt auf die Socken machen müssen wenn sie einkaufen wollen. Früher soll es auch bei Volksfesten und dergleichen zu Auseinandersetzungen gekommen sein wenn Auswärtige die Bezeichnung als Schimpfwort benutzten, weil sie über dessen Herkunft nicht informiert waren. Was bedeutet den nun: Sockendorf? In Burgörner wurde auf Grund des dort anstehenden Kalksteines Gips gebrannt und als Baumaterial nach dem Harz verkauft, laut eines Schriftstückes von 1781. (nachzulesen im Staatsarchiv Magdeburg) Anfang des 19. Jahrhunderts betrieb ein Herr „Castedello“ diese Kalkhütte, ein zugezogener oder durch die Kriegswirren …