Jahr: 2020

Der Hof – Burgörner – Teil III Caroline und Wilhelm von Humboldt

Caroline von Dacheröden wurde am 23. Februar 1766 in Minden geboren. Sie hatte ihre Mutter, (eine) geb. Gräfin von Hopfgarten, verloren als sie acht Jahre alt war. Ihr Vater, (der) Erbherr Karl Friedrich von Dacheröden, (war früher) vormals preußischer Kammerpräsident. (Er) lebte im Sommer auf einem seiner beiden Güter: Burgörner in der Grafschaft Mansfeld oder Auleben in der Goldenen Aue unweit von Halle. Den Winter verbrachte er mit seiner Familie in Erfurt, wo sein Haus einen Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens bildete. In der „Chronik von Erfurt 1736 bis 1815“ rühmt man ihn als „Beschützer der Wissenschaft“. Erfurt besitzt auch heute noch eine Universität. K. F. von Dacheröden (Er) galt als „Gönnervieler Gelehrten und Künstler und großmütigen Wohltäter der Armen“. Aus späteren Briefen Carolines (von Dacheröden) ist zu entnehmen, dass sie schmerzlich die Mutter entbehrte. Der Vater bekümmerte sich nur wenig um seine Tochter und überließ die Erziehung einer Französin, in deren Art es nicht lag, dem heranwachsenden Kind mehr als eine Gouvernante zu sein. Ein talentierter Pädagoge war ihr Hauslehrer, Zacharias Becker. Dieser verließ das …

Schöffengericht zu Hettstedt

Sitzung vom 5. März 1891: Als Schöffen fungierten die Herren Lohgerbermeister Friedrich Zilling Molmeck und Herr Kaufmann Albert Heyroth hier. Der Berginvalid und Turmwächter Friedrich Bernutz hier selbst ist beschuldigt, am 23. September vor Js. die Entweichung der unverehelichten Hedwig Vasold, mit derenTransport und Rücktransport nach Eislebener betraut war, durch Fahrlässigkeit befördert zu haben. Der Angeklagte, welcher wegen einer Unzulässigkeit, die er sich auf diesem Transport hat zu Schulden kommenlassen, bereits disziplinarisch mit einer Geldstrafe von 9 Mark belegt ist, hat nach seinem eigenen Geständnis mit der Transportatin in Eisleben mehrere Lokale und den Wiesenmarkt und nach seiner Rückkehr hier selbst noch 3 Lokale besucht. Auf dem Rücktransport haben sich dem Angeklagten und der Transportantin noch 2 Begleiter zugesellt. Das letzte Lokal, welches von den vier Personen hier aufgesucht wurde, war Ahrens Garten. Hier saß der Angeklagte in einer Laube, während die Transportantin frei nach ihrem Belieben im Garten umher promenierte. Tatsächlich entwichen ist dieselbe allerdings nicht, es ist aber wohl anzunehmen, daß es dahin gekommen sein würde, wenn nicht Herr Stadtsekretär Kern, der demTransport …

Reminiszenz

nach 250 Jahre Alexander von Humboldt. Unsere frühere Bearbeitung in „Hettstedt-Burgörner“ beinhaltet die Tätigkeit des jungen Alexander von Humboldt als Bergmann. Seine späteren naturwissenschaftlichen Forschungsergebnisse bereicherten das Wissen weltweit. Das kleine Burgörner hatte daran verständlicherweise wenig Anteil. Jedoch gibt es Zusammenhänge, welche auf Ereignisse hinweisen, die in Burgörner mit ihren Ursprung hatten und auf Besuche Humboldts hinweisen. Insbesondere während seiner Reise nach Paris wo sich ein Aufenthalt bei seiner Nichte Adelheid von Hedemann als Reise Ausspann geradezu anbot. (1) Auf dem Gut-Burgörner, was nun in der weiblichen Erbfolge nach Karoline von Humboldt ihrer jüngeren Schwester Adelheid von Hedemann, geb. von Humboldt, gehörte, wirkte als Amtmann der Bruder des namhaften Apothekers Hermann Blumenau. (2) Es ist daher anzunehmen, dass es während dieser Zeit um 1840 zu verabredeten Treffen zwischen Hermann Blumenau und Alexander von Humboldt in Burgörner gekommen ist. Denn auch Alexander von Humboldt schätzte Blumenaus Kenntnisse und hohes Engagement. Er nahm ihn in den Kreis förderungswürdiger junger Männer auf, schrieb Empfehlungsbriefe als ‚Entree für große Häuser’ in Brasilien und vermittelte eine Anstellung bei einer Hamburger …