Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hettstedt

300. Geburtstag Friedrich II

Ereignisse zur Zeit „Friedrich des Großen“ in und um Burgörner aus Anlass seines 300. Geburtstages am 24.1.1712 Dieses vor 227 Jahren entstandene Werk enthält auf Seite 445/456 die Angaben: Burg Oerner, ein Dorf mit einem Amte des Herrn von Dachröden enthält, mit Inbegriff von 13 Kolonistenwohnungen und des Amtes, überhaupt 41 Feuerstellen, worunter 5 große und 20 kleine Cossäten* sind……… Die Gemeine** ist dem Amte dienstpflichtig und steht mit der sächsischen Stadt Hettstedt in Koppelhütung. Neben dem Ackerbaue und der Viehzucht nähren sich verschiedene Einwohner von der Arbeit in den Königlich preußischen Rothenburgschen und den Churfürstlichen sächsischen Bergwerken. Es ist eine Wassermühle an der Wipper von zwei Mahlgängen hierselbst.  Mühle von Burgörner um 1890 Die Kirche von Burgörner, welche ein Filial von Thondorf ist, gehört zur ersten Mansfeldischen Inspektion und erkennt den König als ihren Patron. Im Jahre 1784 war 212 die Seelenzahl und in den vorhergehenden zehn Jahren sind 84 geboren und 56 gestorben. Anmerkung Bearbeiter: * Cossäten (Kossäten) – Landarbeiter ** Gemeine – alle Anwohner Unsere Gemälde-Kopie zeigt Friedrich II. (1763) ( Es …

800 Jahre Bergbau Mansfelder Land

Unser Heimatort Burgörner ist unzweifelhaft auch mit den frühesten Anfängen des Bergbaues in Verbindung zu bringen. Die Haldenlandschaft im Osten unseres Ortes, im Anschluss an die sagenhafte Fundstelle „Kupferberg“, kündet davon dass hier am Ausgehenden des Kupferschieferflözes schon von alters her Bergbau stattgefunden hat. Im Gedenken an diese Zeit, welche uns der Chronist Spangenberg mit 1199 angibt, sind mehrere große Feste an Jubiläumstagen durchgeführt worden. Über die Feierlichkeiten zu 700 Jahre Kupferschiefer-Bergbau berichtet uns ausführlich Prof. Größler. An die großartigen Feiern und Würdigungen zur 750-Jahrfeier 1950, wenige Jahre nach dem Krieg, gibt es sicherlich auch noch Erinnerungen. Das Jahre 1990 brachte dann das Ende des so traditionsreichen „Mansfelder Bergbaus“ – „dennoch“ entsprechend des Wahlspruches der Mansfelder Grafen welche die Bergbau-Privilegien vom Kaiser 1364 erhalten hatten, wurde 1999, wie hätte es anders sein können von Hettstedt aus die Feiern zu „800 Jahre Mansfelder-Kupferschieferbergbau“, welche dann im Jahre 2000 stattfanden, eingeleitet. Mit dem Aufzug des Traditionsvereins „Mansfelder Berg- und Hüttenleute“ begannen am 05.12.1999 mit einem Festakt in der Jakobi-Kirche die Festivitäten. Mit einem Aufmarsch zur Gangolf-Kirche in der …

Erdfälle in Burgörner

Von Erdfällen, plötzlichen Erdeinbrüchen und großflächige Senkungen aus dem Mansfelder Land oder in näherer Umgebung gibt es immer wieder Berichte. Spektakuläre Erdfälle der letzten Zeit wie: oder laut: machen uns deutlich, dass es überall passieren kann. Plötzlich aus welchen Gründen auch immer durch Unterspülungen, durch Wasser, vergessene Abbaugebiete von Baumaterialien oder vom Bergbau, die Erdoberfläche gewaltig einsinken kann. Das sich auch in unserem Heimatort „Burgörner-Altdorf“ die Erde bewegt erkennt man daran, dass an sehr alten Häusern die Neu-Verputzungen markante Risse aufweisen und neuere eingebaute Fenster und Türen plötzlich klemmen und daran Neueinstellungen vorgenommen werden müssen. Vor einem Erdfall ganz in unserer Nähe wird schon in einem alten Zeitungsaufruf gewarnt: Nun ist dieses Ereignis fast 150 Jahre her, jedoch erinnern sich ältere Einwohner, dass es auch um 1950 auf einem Ackerstück zu Einbrüchen kam. Ein Pferdegespann dass beim Pflügen eingesunken war musste gerettet werden. Wenige Jahre ist es her, dass sich erneut in unmittelbarer Nähe dieses Ereignisses ein Erdloch bildete, was trotz Verfüllung immer wieder einsinkt. So wundert es uns gar nicht, dass wiederum ganz in der …

Klubhaus der Walzwerker

Die Eröffnung des „Klubhauses der Walzwerker“ am 13. Oktober 1950 fand schon in Hettstedt/Burgörner-Neudorf statt. Wenige Wochen vorher, zur 750 Jahrfeier „Mansfelder Kupferschiefer Bergbau“ am 2. September 1950, war Burgörner administrativ nach Hettstedt eingemeindet worden. Seit 1948 ging der Bau des Klubhauses trotz vieler Schwierigkeiten zügig voran. Die Einweihung des Hauses am 13. Oktober 1950 wurde mit großer Anteilnahme der Werktätigen vollzogen. Das Haus verfügte über einen Saal mit Balkon, insgesamt ca. 860 Sitzplätze für Theater und Filmvorführungen, einem großzügigen Gastwirtschaftsbereich mit einer für damalige Verhältnisse hervorragenden Bedienung, Sonntagsnachmittags-Kaffee mit Musik und Kellner in weißer Jacke und am Abend dann in schwarz. Alles gelernte Leute alter Schule. Außer den Gesellschaftsräumen für Hochzeiten und Jugendweihen gab es Barbetrieb, Billardzimmer und eine Kegelbahn im Keller, das war schon etwas. Nicht zu vergessen das Hallenbad und ein kleinerer Saal, verschiedene Zimmer wo die Zirkel, wie Foto- und Briefmarkenzirkel, Mandolinengruppe und andere ihre Heimstadt hatten. Sowie eine vielgenutzte Lesestube mit vielen Büchern und Spielen ist ebenso vielen in Erinnerung geblieben. Es gab zeitweilig drei Theaterringe mit zum Teil festen …

König "Friedrich Wilhelm IV"

Besucher in Burgörner – 1846 – König „Friedrich Wilhelm IV.“ von Preußen Die vierziger Jahre waren die glücklichste Zeit Friedrich Wilhelms IV., bis sie jäh durch die Revolution im März 1848 unterbrochen wurden. Er war spät auf den Thron gelangt, fühlte sich aber im Vollbesitz seiner Kräfte, und Aristokratie, Intellektuelle und Volk setzten gleichermaßen ihre Hoffnungen auf ihn, denn das letzte Jahrzehnt seines Vaters war eine Epoche der Erstarrung gewesen. Die Illustration zeigt den König von Preußen im Jahre 1843. Hettstädt, den 1. Juni 1846 Heute hatten wir das seltene Glück,, Se. Majestät unseren allergnädigsten König in unseren Mauern zu bewillkommnen. Wie dies geschehen ist, davon haben sich Tausende überzeugt. Für die, welche nicht zugegen sein konnten, sei diese Relation. Schon früh mit Tagesanbruch regten sich hunderte von Händen, um mit den schon früher gewundenen Kränzen die Häuser zu schmücken, Ehrenpforten zu bauen u.s.w. Unsere Stadt glich buchstäblich einem geschmückten Festsaal. Flaggen mit dem preußischen und bairischen Farben weheten auf Türmen und Häusern und alle erwartete sehnsuchtsvoll den geliebten Landesvater. Endlich verkündete das laute Hurrah …

Das Schlackenbad

bei Hettstedt in der königlich-preußischen Grafschaft Mansfeld von M. Büttner Versetzen wir uns etwa 150 Jahre zurück in die damals königlich-preußische Grafschaft Mansfeld und besuchen auch das zur Zeit 5000 Einwohner zählende Bergstädtchen Hettstedt, so finden wir südlich in unmittelbarer Nähe an der Magdeburg-Erfurter Chaussee das Schlackenbad. Dieses war die Schöpfung und das Eigentum des damaligen Bürgermeisters Heddrich. Die Schlackenbäder, benannt nach der weltbekannten Mansfelder Schlacke, sind eine merkwürdige Zeiterscheinung des Mittelalters. Jedoch sind sie noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts anzutreffen. Heute sind diese Schlackenbäder schon fast alle der Vergessenheit anheimgefallen, so daß es also wohl lohnt, sich etwas mit diesen alten Mansfelder Kulturerscheinungen zu befassen. Das bisher nachweislich älteste Schlackenbad finden wir schon im Jahre 1484 in Röblingen a.S. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wird in Eisleben ein  solches Bad eingerichtet, und zwar auf der Mittelhütte. Das Hettstedter Schlackenbad wurde im Jahre 1854 unter dem Namen „Friedrich-Wilhelmsbad“ gegründet. In einem Sonderdruck aus der Illustrierten Zeitung vom 19. Mai 1855 (Druck : F.A. Brockhaus in Leipzig; Verfasser: Dr. Rupprecht, prakt. Arzt und Bergarzt), …

Kuss-Hut-Sanner

Eine Anekdote aus Burgörner Hier in Burgörner wohnte ein Altwarenhändler Friedrich Sander, eben „ein Lumpenmann“ Wenn nun von ihm die Rede war, dann sprach man von – „Kuss Hut Sanner“ – warum ? Nun war das zu seiner Zeit vor 80 – 90 Jahren nicht so, dass mit der Kleidung so umgegangen wurde wie heute. Erst nach mehrmaligen wenden und vererben an die Familienmitglieder, wenn es wirklich nicht mehr zu gebrauchen war, dann – erhielt es der Lumpenmann. Das traf auch für Haushaltgeräte zu welche schon mehreren Generationen gedient hatten und nun total verbeult und hin waren. All das brachte beim Lumpenmann immer noch ein paar Pfennige ein. Zu seinem Warenlager gehörten auch gut erhaltene Kleidungsstücke aus Haushaltsauflösungen. Diese wurden nun wiederum noch zu den damalig sehr beliebten Kostüm und Maskenbällen, oder auch zu Hochzeiten und ähnlichen Anlässen als Festbekleidung verliehen. Kurzum er war also viel mit seinem Fahrrad unterwegs um die Ware einzusammeln womit er seinen kargen Lebensunterhalt verdiente. Auf einer dieser Touren kam er in Hettstedt an dem noblen „Reichskaffee“ vorbei. Er stellte …

Burgörner

Burgörner ist eine nähere Bezeichnung in der Ansiedlung Örner, hergeleitet aus Ari, Iri, Arneri eine der ältesten Ansiedlung unserer Heimat. Die umliegenden Höhenlagen waren geeignet Zufluchtstätten mit Befestigungen zu tragen, Burgen entsprechend den jeweiligen Anforderungen, Erdwälle, Holzbefestigungen bis zur Steinburg des Mittelalters so das um die Burg Örner, die Ortsbezeichnung Burgörner entstand. Was wiederum keinesfalls eine Altersbestimmung sein kann, denn es ist durchaus möglich das eine Besiedelung durch die Schnitter von den Höhenlagen, den Burgen aus erfolgte und somit der älteste Ursprung dieser beiden Örner nämlich Burg- und Großörner auf den Höhenlagen im Nordosten dieser Orte zu suchen ist. Burgörner entwickelte sich auf Grund des ständigen Zuwachses an Einwohner, die im umliegenden Bergbau und später in der umliegenden Industrie Arbeit fanden. Das Territorium von Burgörner erstreckte sich, im Süden begrenzt durch den Kriegsgraben und den Lauf des Regenbeek bis an die Wipper, die Wipper entlang, bis Eingangs der Wipperstraße, überquerte hier die Straße, an der einstigen Bauernbank bis zur Höhenkante des „Hohen Berges“ weiter in südlicher Richtung bis an die Gerbstedter Straße von hier dann …