Burgörner-Geschichte, Chronik

Der Hof – Burgörner – Teil III Caroline und Wilhelm von Humboldt

Caroline von Dacheröden wurde am 23. Februar 1766 in Minden geboren. Sie hatte ihre Mutter, (eine) geb. Gräfin von Hopfgarten, verloren als sie acht Jahre alt war. Ihr Vater, (der) Erbherr Karl Friedrich von Dacheröden, (war früher) vormals preußischer Kammerpräsident. (Er) lebte im Sommer auf einem seiner beiden Güter: Burgörner in der Grafschaft Mansfeld oder Auleben in der Goldenen Aue unweit von Halle. Den Winter verbrachte er mit seiner Familie in Erfurt, wo sein Haus einen Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens bildete. In der „Chronik von Erfurt 1736 bis 1815“ rühmt man ihn als „Beschützer der Wissenschaft“. Erfurt besaß (damals) seinerzeit noch eine Universität.

K. F. von Dacheröden (Er) galt als „Gönnervieler Gelehrten und Künstler und großmütigen Wohltäter der Armen“. Aus späteren Briefen Carolines (von Dacheröden) ist zu entnehmen, dass sie schmerzlich die Mutter entbehrte. Der (Herr von Dacheröden) Vater bekümmerte sich nur wenig um seine Tochter und überließ die Erziehung einer Französin, in deren Art es nicht lag, dem heranwachsenden Kind mehr als eine Gouvernante zu sein. Ein talentierter Pädagoge war ihr Hauslehrer, Zacharias Becker. Dieser verließ das Haus in Erfurt als sie 16 Jahre alt war. „Becker danke ich das höchste Glück meinesDaseins, denn ich danke ihm dies Herz, welches ein so unendliches Vermögen zu lieben, in sich faßt und welches vielleicht ohne ihn vernachlässigt und verwahrlost, auf schreckliche Irrwege geraten wäre“ (2)

Das war die Seelenstimmung wie sie noch gefühlvoller als in Thüringen, in Berlin im Kreis um „Jette“ Herz gepflegt wurde.(3) Durch Ihren ehemaligen Hauslehrer Kunth waren beide Humboldts in das angesehene Haus des reichen jüdischen Arztes Markus Herz eingeführt worden. Den Anlass hatte die (neue) Erfindung des Blitzableiters gegeben.(4) Im Zimmer des gelehrten Hausherrn trafen sich an den Besuchstagen die Häupter der Aufklärung: wie Biester, Mendelsohn, Dohm, Engel und Zöllner zu philosophischem Gedankenaustausch. Nebenan aber, in den Gemächern der Hausfrau, versammelten sich um die schöne Henriette die Jüngere, der neuen deutschen Dichtkunst ergebene Generation, um sich mit gemeinsamer Lektüre, geselligen Spielen und Tanz zu vergnügen. So wundert es uns nicht, den 18-jährigen Wilhelm von Humboldt, der im weisen Rat der Alten ihrer nüchternen Philosophie begierig lauschte, sehr bald auch im Kreise ihrer jungen Frauen und Töchter gefühlvoll schwärmend anzutreffen. Denn alle diese jungen Leute, die sich damals im Salon Henriettes trafen, waren ergriffen von der Welle der damaligen Empfindsamkeit (der damaligen Zeit) und kramten ihre sentimentalen Gefühle und weltschmerzliche Stimmung voreinander aus. So verstand man sich (und) beweinte sich und gründete schließlich, um demSpiel die damals modische Form zu geben, einen Tugendbund (5). Ihm gehörte nur der engere Kreis an, nämlich Henriette Herz, Dorothea Veit, deren Schwester Henriette Mendelssohn, Wilhelm von Humboldt und als die eigentliche Seele des Bundes Carl von Laroche.

Geselligkeit bei Rahel Varnhagen (a. Preußischer Kulturbesitz)

Gemäß den Statuten verbanden sich die Bundesbrüder und Bundesschwestern durch das vertraute Du – auch war die Aufnahme auswärtiger Mitglieder vorgesehen. Erstes männliches Mitglied des Tugendbundes wurde Karl von Laroche 1784.(6) Im Tugendbund harmonierte er völlig mit Henriette Herz; gemeinsam verfassten sie die Statuten mit ihren gefühlsseligen und geheimbündlerischen Bräuchen.

Laroche hatte Berlin 1788 verlassen, war Beamter an der Saline Schönebeck(7). Er bemühte sich um die Aufnahme von Caroline von Dacheröden in den Bund. Er liebte sie und glaubte, in ihr seine künftige Frau zu sehen. Durch Laroches Vermittlung lernte Humboldt im August 1788 in Burgörner Caroline kennen.(8)

Frl. von Dacheröden um 1780

Im Januar 1789 kam es zu einem zweiten Besuch in Burgörner. Bei dieser Gelegenheit traten zwei weitere Frauen in Humboldts Leben, durch deren Bekanntschaft sich zwanglos die Begegnung mit der Klassik, die Freundschaft mit Schiller und die lebenslange Verbindung mit Goethe anbahnte. Caroline war eng befreundet mit den Töchtern des 1770 verstorbenen schwarzburg-rudolstädtischen Oberlandjägermeisters Christoph von Lengefeld. Die ältere Karoline, mit 17 Jahren verheiratet, lebte in unglücklicher Ehe mit dem Legationsrat von Beulwitz. Nach der Trennung von ihm heiratete sie 1794 Schillers Freund, ihren Vetter Wilhelm von Wolzogen, der 1797 Kammerrat in Weimar wurde. Ihre jüngere Schwester Charlotte verlobte sich im Sommer 1789 mit Schiller in Bad Lauchstädt, wo die Geschwister Lengefeld mit der erkrankten Karoline von Dacheröden damals weilten. Humboldt hat lange gezögert, bevor er sich entschloss, Caroline um ihr Jawort zu bitten. Inwieweit er dabei von seiner Freundschaft zu Karl von Laroche und dessen Beziehung zu Caroline beeinflußt wurde und ob er sich an Therese Forster stärker als nur durch ein freundschaftliches Verhältnis gebunden fühlte, mag dahingestellt bleiben.

Im Dezember 1789 traf er sich mit seinem Bruder in Gotha bei ihrem Lehrer Löffler und reisten am 16. Dezember nach Erfurt weiter. Noch am gleichen Abend verlobten sich W. v. H. und Caroline auf einem Ball, den sie gemeinsam besuchten. Herr von Dacheröden und Frau von Humboldt wurde zunächst nicht unterrichtet. Die Verlobten wollten vorher den zu erwartenden Einwand des Vaters der Braut, Humboldt sei noch ohne Amt und Würden, entkräften. Ebenso sollte auch die zu befürchtende kühle Zurückhaltung der Mutter des Bräutigams gegenüber der ihr unbekannten Schwiegertochter allmählich überwunden werden, wie es dann auch mit viel diplomatischem Geschick geschah.

Die Weihnachtsfeiertage 1789 verbrachten die Verlobten mit den Schwestern Lengefeld in Weimar. Humboldt und Schiller sahen sich dabei zum ersten Mal. Auch Goethe und Herder wurden begrüßt. Für die wichtigen Entscheidungen, die er alsbald in der preußischen Hauptstadt überden weiteren Gang seines Lebens und die Art seines Wirkens zu treffen hatte, ist das Verlöbnis mit Caroline von Dacheröden, aber auch die Begegnung mit Schiller von großem Gewicht gewesen.

Aus dieser Zeit sind uns die „Briefe aus der Brautzeit 1787-1791“ erhalten geblieben.(9)

In Caroline von Dacherödens Brautbriefen aus Burgörner finden sich Stellen, außer dem oft zitierten Brief mit dem Lockruf die Dampfmaschine zu besichtigen, (Stellen), welche die Schönheiten Burgörners in ihrer Ruhe und Abgeschiedenheit liebevoll erwähnen:

„Ich schicke Dir Blätter und Blumen aus der Pappelallee, es ist zwar nur eine Feldrose,“ – die Lindenblätter sind von dem Baum, unter dem wir auf der Rasenbank saßen, den Morgen mit Carolinen und Carl, (Caroline von Lengefeld – Carl von Laroche) – da war mir auf eimmal soweh – o es ist ein merkwürdiger Platz – da sagte ich Dir vor nun bald zwei Jahren das erste vertrauliche Wort, ich glaube, das erste Du, da hätte uns Papa bald überrascht. Weißt Du noch, wie er fast vor uns stand, ehe wir es merkten? – Da sitze ich jetzt oft – laß Deinen Geist mich aufsuchen, eingewiegt von dem Rauschen des Wassers, von der Einsamkeit und Stille des Ortes weht ein Gefühl der Ruhe über meine Seele … „

Und in einem anderen Briefe heißt es:

„Die Abende sind wieder so schön, daß ich sie noch lange genießen kann, wenn Papa in seiner Stube ist. Ich bin aus der Allee zurückgekommen, welche Stille, welches Schweigen da herrscht, in welche Erinnerungen war meine Seele aufgelöst…“

Am 18. September 1790 schreibt sie:

„Heut war ich auf der Mohnenburg – Du erinnerst Dich vielleicht des kahlen, kegelförmigen Berges, den Papa so nannte…. Die Sonne ging eben unter, wie ich auf den Gipfel kam und aus dem Tale stieg in wunderbaren Gestalten der Rauch der Hütten auf. Die Landschaft ist von dieser Anhöhe nicht übel, aber doch bei weitem nicht so schön wie von dem Lindenberg. Man sieht von der Mohnenburgwenig vom Küsterholz und gar nichts von den Ruinen der alten Kirche….“

„Wilhelm von Humboldt hatte sich nach Beendigung seiner Universitätsstudien in Frankfurt und Göttingen entschlossen, in den Staatsdienst zu treten und um eine Beschäftigung im Justizdepartement nachgesucht. Am 1. April 1790 wurde er als Auskultator (Anfänger im Justizdienst) beim Stadtgericht eingesetzt. Die mit großem Fleiß angeeigneten rechtlichen Kenntnisse ließen eine Anstellung beim Hof -und Kammergericht nach den erforderlichen Prüfungen schon nach dreimonatiger Tätigkeit als Referendar zu. (10)

Nachdem er in der zweiten juristischen Prüfung seine Eignung für den diplomatischen Dienst hatte nachweisen müssen, wurde er im Juli 1790 zum Legationsrat ernannt. (11) Aber die Aktenarbeit widersprach allem, was er vom Menschen und dem Geheimnis der Individualität dachte. Es war ihm zuwider, allein nach äußeren Kriterien zu urteilen. (So schied er) Nach nur einem halben Jahr schied er aus dem preußischen Staatsdienst aus. Ein unbegreiflicher Schritt für alle, die den Wert des Menschen nur nach der Hingabe an das Objekt bemaßen. Für Humboldt war das erste Gesetz der Moral:

„Bilde dich selbst“ und erst das zweite: „Wirke auf andere durch das was du bist“. Diese Maximen sind mir zu eigen, als daß ich mich je von ihnen trennen könnte < schrieb er an Georg Forster, am 16. August 1791 aus Burgörner.

In einem anderen Brief: An F. H., Jakobi, Burgörner, am 22. August

Meine Anstellung bei der Justiz war es allein, die mir Arbeit machte. Ich habe daher auch nur sie aufgegeben und bin bei dem Departement der Auswärtigen Angelegenheiten geblieben, um nicht allen Rückweg zu einer anderen Laufbahn zu verschließen…

Wilhelm von Humboldt und Caroline von Dacheröden hatten am 29. Juni 1791 in Erfurt geheiratet.(12) Herr von Dacheröden hätte zwar einen Gesandten oder Minister als Schwiegersohn lieber gesehen, doch war er mit dem umgänglichen Legationsrat jetzt auch deswegen einverstanden, weil er ihm zumindest vorerst nicht die Tochter entführte. Denn es war vereinbart, dass das junge Paar während des Sommers auf den Dacherödenschen Gütern Burgörner und Auleben, im Winter im Stadthaus des vormaligen preußischen Kammerpräsidenten in Erfurt leben sollte.

Einstige Schloß – Ansicht von Gut Auleben

Die Zeit vor und nach der Trauung lebten die Brautleute in Burgörner, dem sie sich lange verbunden fühlten. Noch 1809 schrieb Humboldt

„Burgörner bleibt doch immer der Ort, wo mir mein Glück zuerst erschienen. Es ist kein Schritt hier, der nicht eine süße Erinnerung bezeichnet.“

Schloß Burgörner – Aquarell von Georg Kutzke

Die Eheleute zogen sich zunächst nach Burgörner zurück, wo sich nun wieder Muße für einen intensiveren Briefwechsel mit den Freunden fanden, so mit Forster und Gentz, von dem Humboldt Anregungen zu seinen theoretisch-politischen Arbeiten erhielt. So sind in Burgörner die Schriften „Ideen über Staatsverfassung“ sowie „Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen“ entstanden. Die imponierende Leistung des Staatstheoretikers v. Humboldt ist, dass diese Gedanken auch für die nachfolgenden Staatsformen nicht an Bedeutung verloren.

In einem Ausschnitt heißt es: Befreiung des Menschen von jedem staatlichen Zwang, auf welche Weise er auch geübt werde, war Humboldts Streben. „Das Ziel zu erreichen, ist Freiheit die erste, unerläßliche Bedingung. Alle Zwecke, die sich in der Regel die Staatskunst vorsetzt: Macht, Blüte, Wohlstand fallen demjenigen Staate von selbst zu, der durch Gewährung der höchsten Freiheit die eigentlich schöpferische Kraft, den Menschen, sich veredeln läßt… (13)“

…. daß alles, was die Religion betrifft, außerhalb der Grenzen der Wirksamkeit des Staates liegt und dass die Prediger, wie der ganze Gottesdienst überhaupt, eine ohne alle besondere Aufsicht des Staates zu lassende Einrichtung der Gemeinen sein müßten… (14) ,,Der Staat ist der Menschen wegen, nicht der Mensch des Staates wegen. Die Staatseinrichtung ist an sich nicht Zweck, sondern Mittel zur Bildung des Menschen. Hinweg daher mit aller positiven Sorge für das Wohl der Nation…(15)

,,Das Positivste, was er (der Staat) leisten kann, ist Enthaltung von aller Einwirkung auf die selbständige Tätigkeit seiner Bürger. Er wäre in Wahrheit überflüssig, wenn es nicht eines sofort gäbe, was ihn unentbehrlich machte. Wie nämlich Freiheit die Bedingung der Menschenbildung, so ist Sicherheit die Bedingung der Freiheit. Sicherheit ist zugleich das, was der Mensch sich allein nicht verschaffen kann. Sicherheit zu gewähren, sowohl gegen auswärtige Feinde wie gegen innere Zwistigkeiten, ist daher die einzige Aufgabe des Staates; dies ist sein Begriff: – er ist eine Sicherheitsanstalt…

Im Juni 1794 siedelte Humboldt nach Jena über. Es sollte jetzt eine Reihe von Jahren kommen, welche durch den speziellen Umgang mit Schiller und Goethe und die daraus sich herleitenden Studien weitaus die bedeutendste Lebenszeit für ihn werden sollte. Besonders Schiller und Humboldt haben einen gegenseitigen Einfluß auf einander ausgeübt, wie wir denselben in der ganzen Geschichte unserer Literatur nicht noch einmal annähernd wiederfinden. Beide großen Geister haben auf die Schöpfungen des Anderen mehr oder minder bedeutenden Einfluß ausgeübt..

Als kritischer Berater und Mitarbeiter Schillers, später auch Goethes – wirkte seine kreative Kritik, begleitete und förderte die Entstehung ästhetischer Schriften und der Gedankenlyrik u. a. zu Goethes -“ Hermann und Dorothea“.(16) Briefe aus dieser Zeit, auch aus oder nach der Zeit inBurgörner, erbringen den Nachweis der Mitwirkung Humboldts an Schillers Werken wie an dem Gedicht: „Die Macht des Gesanges“.

Friedrich Schiller – 1794

In einem Brief, An W. v. Humboldt… Jena, 8. 1. 1795, schreibt Schiller:

,,Wenn Sie diesen Brief erhalten, liebster Freund, so entfernen Sie alles was profan ist, und lesen in geweihter Stille dieses Gedicht. Haben Sie es gelesen, so schließen Sie sich mit der Li ein, und lesen es ihr vor. Es tut mir leid, daß ich es nicht selbst kann und ich schenke es Ihnen nicht, wenn Sie einmal wieder hier sein werden. Ich gestehe, daß ich nicht wenig mit mir zufrieden bin und habe ich je die gute Meinung ?

Preußen brach am Tage der Schlacht von Jena und Auerstedt zusammen. Lange schwieg jede Verbindung mit der heimischen Regierung – neue Instruktionen kamen dann aus dem fernen Osten der Monarchie, die Humboldt zum Leiter des preußischen Schulwesens ausersehen hatte.

An Humboldt wurde im Dezember 1808 die Aufforderung erlassen, im Ministerium des Inneren die Abteilung für Kultus und öffentlichen Unterricht zu übernehmen. Zum geheimen Staatsrat ernannt, nahm er seine Tätigkeit im Februar 1809 auf.

Die bedeutendste Leistung Humboldts, während dieser Tätigkeit in den 16 Monaten seiner Amtsführung von 1809 -1810 ist die Gründung der Berliner Universität und die damit verbundene Reform des preußischen Schulwesens. Es gab damals wohl kaum eine andere Persönlichkeit gleichen Formats, die man mit der Leitung dieser Geschäfte hätte betrauen können und es ist das Verdienst des Freiherrn vom Stein, Humboldt dafür vorgeschlagen zu haben. Er leitete in dieser Stellung die grundlegenden Reformen ein, durch die ein allgemeines und durchgehendes Erziehungssystem von der Elementarstufe bis zur Universität erreicht wurde.(17)

Humboldt führte dazu aus:

„der Zweck des Schulunterrichts ist die Übung der Fähigkeiten und die Erwerbung der Kenntnisse, ohne welche wissenschaftliche Einsicht und Kunstfertigkeit unmöglich ist – sowohl für Schüler als auch für Lehrer. „Eine Reform des Volksunterrichts mit einer Erneuerung und Verbesserung der Erziehungsweise, wurde erreicht durch:

1). Organisierung und Neueinrichtung der Sektionen

2) Entwurf und Einführung eines allgemeinen Schulplanes für die ganze Monarchie.

3) Regulierung des Etats aller Schulen und Besoldung der Geistlichen.

Es war sein Plan, die Schulen bloß von der Nation besolden zu lassen. Die Erhöhung der Ansprüche an den Lehrer wurde durch eine Verfügung von 1810, welche die Prüfung der Lehrer wesentlich verschärfte, erreicht.(18) Das System von einheitlichen Lehr-und Stundenplänen an allen Schulen hat sich bis in die heutigeZeit erhalten.(19)

Es ist zu vermuten, daß W. v. Humboldt seinen umwälzenden Reformen im Volksschulwesen Erfahrungen und bewährte Methoden zu Grunde legte, die er schon während seiner Aufenthalte in Burgörner kennenlernte. Bedeutendes auf pädagogischem Gebiet hat hier der Pfarrer Heinrich Friedrich Giebelhausen (20) geleistet. Schon 1801 richtete er eine Sonntagsschule für die konfirmierte Jugend ein, die am Sonnabend oder Sonntag drei Stunden in Rechtschreiben, rechnen und christlicher Moral Unterricht erteilte.

Mit der Sonntagsschule wurde eine Bibliothek volkstümlicher Bücher verbunden. 1804 führte Giebelhausen die Einrichtung einer Industrieschule ein, von Behörden und Freunden unterstützt. Mit Ausnahme von August, September und Oktober wurden die Mädchen außer in den Schulstunden noch in Nähen, Stricken und Spinnen, die Knaben in Korbflechten, in der Herstellung von Pantoffeln, Rechen und anderen Geräten, in der Düngung der Felder und Früchte-Anbau unterrichtet.

Das Schulwesen unseres damals so kleinen Ortes war also besonders entwickelt. Weiter entwarf Giebelhausen den Plan eines Lehrinstitutes für Prediger und Schullehrer -allein zu große Kostspieligkeit versagt ihm die Erfüllung dieses Wunsches. Große Unterstützung in seinen Bemühungen den allgemeinen Volksbildungsstand zu heben fand Giebelhausen in dem Lehrer Keck, der von 1808 an 30 Jahre in Burgörner wirkte. In der weiteren Entwicklung wurden in Burgörner, in den folgenden Jahren, fünf Schulhäuser gebaut in denen ständig ein hervorragendes Lehrerkollektiv unterrichtete. Das Schulwesen in Burgörner diente damals als Beispiel für die weitere Entwicklung im Mansfelder Land.

Schulhäuser 5 u. 3 , 19 Jahrh. – Schulhäuser 1, 2 & 4 – 20. Jahrh.

Daß die Gründung der neuen Universität gerade zu jener Zeit, bei jenen inneren und äußeren Verhältnissen des preußischen Staates, doppelt schwierig sein mußte, ist leicht begreiflich. Die materiellen Mittel, welche zur Disposition standen, waren bei der schlechten Finanzlage nur sehr beschränkt, und es ist gewiß eines der Hauptverdienste Humboldts, daß trotz solcher Hindernisse die Universität bereits bei ihrer Eröffnung mit allem Glanz der Wissenschaft, mit den berühmtesten Namen unter ihren Lehrern geschmückt war. Unter diesen Lehrern befanden sich unter andern Fichte, Wolf, Schleiermacher, Reil, Niebur um nur einige zu nennen. Humboldt hat die seltene Kunst besessen, mit anderen gemeinsam zu arbeiten, ohne sie zubenutzen (21).

Ein früherer Biograph (Bruno Gebhardt) fasste einmal zusammen, was Humboldt als Sektionschef geleistet hat.

„Kurz war die Zeit seiner Wirksamkeit, aber von weittragender geschichtlicher Bedeutung.“(22)

Oder: „Alles, was die Universität Berlin seit ihrer Eröffnung für die Wissenschaft in Deutschland und in der Welt geleistet hat, steht in ursächlichen Zusammenhang mit dem Werk des Gründers und den Anstößen, die er seiner Schöpfung mitgegeben hat. Unbequem auch, weil er seine Berufung im Staatsrat dazu benutzte, um unter anderen darauf hinzuweisen… wie wenig gerade auf dem Gebiete der Geistlichen und Schulverwaltung Ersparnisse angebracht seien.” Humboldt wurde als Gesandter nach London geschickt, jedoch als wirkliches Mitglied des Staatsministeriums für die inneren Angelegenheiten 1819 dann zurückberufen um die von Friedrich Wilhelm III. versprochene Repräsentativverfassung zu verwirklichen.

Die Enttäuschung über politische Verhältnisse und andere Mißhelligkeiten veranlaßten ihn und andere freisinnige Männer, aus dem Staatsdienst zu scheiden. Seitdem lebte er fast ausschließlich mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten in dem durch ihn vielfach verschönten Schloß Tegel, wo sich um ihn und seine Gattin die bedeutendsten Männer und Frauen seiner Zeit sammelten.

Hier starb er am 8. April 1835. Seine Gattin war ihm am 26.3.1829 vorausgegangen.(2)

Eine enge Verbindung zu Kirche und Schule in Burgörner, bestand durch alle nachfolgenden Familienmitglieder bis zur Aufgabe von Hof, Amt und Landsitz Burgörner. Dokumentiert in den Eintragungen der Kirchenbücher, werden z.B. Taufzeugen genannt zur Taufe von Karl Friedrich Wilhelm Giebelhausen am 18.6.1826: „die Frau Staatsminister von Humboldt“ sowie die „Frau Generalin von Hedemann“ und deren Besitznachfolgerin Gabriele von Bülow, welche die traditionelle Verbindung zur Kirche aufrecht hielten.Auch nachfolgende Familienmitglieder wie Caroline, Adelheid und Ernst von Bülow sowie Adelheid und Agnes von Loen, werden zur Taufe von Marie, Caroline, Agnes Kirchberg am 1. Sept.1852 Taufzeugen.

Selbst seine Majestät Friedrich Wilhelm IV. – König von Preußen wird neben der Frau Staatsminister von Bülow und der Generalin von Hedemann im Kirchenbuch als Taufzeuge benannt.

Aus einigen Briefausschnitten
Burgörner betreffend -in loser Reihenfolge
H. an C. Burgörner, 28. April 1822 (Räuber)

Ich habe deinen lieben Brief vom 23. meine süße liebe Li, erst gestern erhalten, weil sich ein großes Evenement Ereignis mit den Posten zugetragen hat. H. kam gestern früh aus Hettstädt ohne Briefe und Zeitungen und mit der Nachricht, daß die Post sei von Räuber geplündert worden. Das kam mir so ungeheuer vor, daß ich gleich den Jäger absandte, Die Sache war aber wirklich so. Vier Räuber hatten die Post zwischenErfurt und Simmersrode (Sömmerda), doch nah bei der Stadt, am Abend angefallen, einige tausend Taler weggenommen und die Schirrmeister und Postillone stark verwundet. Dies hatte nun auch die Post in Eisleben aufgehalten, und so bekam ich Deinen Brief erst am Abend…

H. an C. Burgörner 4. November 1822..

Nach Tisch ging ich den Weg, den Du so liebst, von der Gottesbelohnung zur Kupferkammer. Selten habe ich Burgörner so schön gesehen. Die Sonne ging ohne ein einziges Wölkchen unter. Du glaubst überhaupt nicht, wie hübsch es hier ist.

Bild auf einer Tasse – 1820

H. an C. Burgörner 11. November 1822.

Mit Hardenberg habe ich heute ziemlich den ganzen Tag allein zugebracht, und neulich war er fast den ganzen Abend bei mir.. (24)

Ausschnitte aus weniger bekannten Briefen Burgörner und Ereignisse aus der Umgebung betreffend:

An Alexander v. Rennenkampff (25)

Berlin, 27.März 1824

………………………Dann hatte ich noch einen Kummer. Ein Mädchen, das einige Jahre bei mir als Hausmädchen diente, von meinem Gute Burgörner gebürtig, ein gar braves, tüchtiges Geschöpf, das ich sehr liebte, heiratete hier im vorigen Jahre einen gar hübschen, rechtlichen und braven Mann. Beide liebten sich, hofften so kindlich und auf Gott vertrauend, daß ihr Fleiß und Tätigkeit sie in eine anständige, gute Lage bringen würde. Nun fällt mir das arme Weib vor zehn Tagen achtzehn Stufen einer furchtbar steilen Treppe herunter und obgleich sie nichts gebrochen hat, so ist sie doch so zusammen geschmettert, daß, wenn sie auch am Leben bleibt, sie vielleicht in Jahr und Tag nicht wird arbeiten können. Sie haben ein kleines Söhnchen. Trotz dem furchtbaren Zustand der armen Mutter findet der Chirurg es dennoch unerläßlich, daß sie das Kindchen zu tränken fortfahre. So legen sie es ihr von einer Brust zur andern, denn das Würmchen nimmt schon keine andere, sondern sieht sich erst die todblasse Mutter an, ob sie`s auch ist, dann saugt es. Ach es ist ein Jammer. Ich war bei ihr, und es hat mich lang nichts so erschüttert. Lieber Alexander, wieviel Schmerz, wieviel Weh es im Leben gibt!

An Alexander v. Rennenkampff) – Tegel, 10 Oktober 1825

… Ich war zwei Monate in Burgörner, wo alle meine Kinder und Schwiegerkinder mit uns hingingen oder doch hinkamen.

Entsprechend der festgeschriebenen Erbfolge für Gut Burgörner, die vorsah, dass nur die weiblichen Nachkommen von Wilhelm und Caroline von Humboldt jeweils erbberechtigt sind,

ging der Besitz 1825 zunächst an Karoline von Humboldt (1792 -1837) nach deren Tod an Adelheid von Hedemann (1800-1856) dann bis zum Verkauf an die Mansfelder-Gewerkschaft, Gabriele von Bülow (1802 -1887).

Mit dem kinderlosen Ehepaar Hedemann, welches von 1829 bis 1859 im Sommer meistens in Burgörner wohnte, setzte sich die Dorfverbundenheit fort, die schon durch Karolines Vater, Carl Friedrich v. Dacheröden bei der Förderung begabter Schüler nachweislich ist.

In der Überlieferung, in Briefen oder in anderen Schriftstücken findet man immer wieder Nachweise der Verbundenheit mit den Einwohnern von Burgörner wie:

Hilfen bei erkrankten Kindern, Schenkung von Büchern für die Dorfbibliothek, Stiftungen von Altargerät: Kreuz, Taufbesteckund Altarbibel. Ein anderer Beweis der dankbaren Erinnerung hängt hier in unserer Kirche in Form eines Heiligenbildes an der Nordwand des Turmes, welches einst als Altarbild diente, (laut H. W. Scharf, Kirchenältester) auf der Rückseite trägt es folgende Widmung:

Es war in Burgörner Sitte, daß zum Schulweihnachtsfeste die Kinder mit Geschenken bedacht wurden. Um diese Tradition zu erhalten, hatte Adelheid v. Hedemann in ihrem Testament die Humboldt-Hedemann-Stiftung gegründet. Diese sah vor, daß jährlich 300 Taler für hilfsbedürftige Einwohner, Kranke, Konfirmanden, zur Schulgeldbefreiung oder für Fortbildung ausgezahlt wurden.

Das Ehepaar Hedemann hatte testamentarisch bestimmt, daß nach ihren Ableben jährlich eine unablösliche Rente von 100 Talern, aus den Einkünften ihrer Güter Burgörner und Siersleben zur Unterstützung hilfsbedürftiger Einwohner aus Burgörner zur Verfügung steht.

An dieser Unterstützung sollen aber nur solche Einwohner teilnehmen, welche sich einen unbescholtenen Ruf erhalten haben, außerdem sollen auch hilfsbedürftige Kinder der Schule zu Burgörner, die von sich durch Fleiß und sittliche Führung aufmerksam machen, aus dieser Rente freien Unterricht oder anderweitige Unterstützung erhalten. Die Verwaltung dieser Stiftung sollte aus einem Kuratorium, bestehend aus dem Gutsbesitzer von Burgörner, dem Superintendanten und dem Pfarrer der Kirche von Burgörner bestehen.

Aus dem Statut, der von Hedemann -Humboldt -Stiftung

Im Paragraph 1

wurde festgelegt, daß die Hälfte der Rente (50 Taler) alljährlich zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Einwohnern von Burgörner, gem. des Wortlautes des Testamentes (s.o.) insbesondere armer Kranker, für Medizin und ärztliche Hilfe und zur Linderung ihrer Leiden zugeteilt werden. (mündlich mir von meiner Frau auf ihrem Krankenlager ausgesprochenen Willen – Hedemann)

Vorzugsweise sollen bei diesen Unterstützungen die Personen aus den alten Familien von Burgörner berücksichtigt werden. Sind nach gewissenhafter Verwendung der Geldmittel Summen übrig geblieben, so sollten sie dazu dienen, arme und wohl gesittete Kinder bei deren Konfirmation mit Bibeln, Gesangbüchern oder auch mit Kleidungsstücken zu unterstützen. Endlich kann von solchen eventuellen Überschuß auch einem armen Berglehrling als eine Unterstützung zum Eintritt in die Bergschule gewährt werden ….

Im Paragraph 2 heißt es dann:

Die andere Hälfte der Jahresrente also 50 Taler werden zum Besten der Schule und der Schulkinder verwendet in folgender Art:

1.) 26 Taler sind bestimmt für die Freischule bzw. Kindern gem. (s.o.) einen freien Schulunterricht zu ermöglichen.

2.) Seit einer langen Reihe von Jahren hat meine verstorbene Frau die Einrichtung getroffen, daß sämtliche Schulkinder am Heiligen Abend eine Weihnachtsbescherung in unserem Wohnhause in Burgörner erhalten. Es war der bestimmende Wille meiner geliebten Frau, daß durch die jährliche Wiederkehr dieser den Kindern bereiteten Freude unser Andenken für alle Zeiten erhalten werden solle und daß für diesen Zweck alljährlich 24 Taler bestimmt bleiben. (Prämien von Gesang u. Schulbüchern sowie auch nützliche Kleidungsstücke für die fleißigsten und sittlichsten der armen Schulkinder verbunden werden. -ganz unfleißige oder unsittliche Kinder sind von dieser Weihnachtsbescherung ausgeschlossen.)
Burgörner den 30 September 1857
August Georg Friedrich Magnus von Hedemann

Zusatz:

Es ist dem Willen meiner verstorbenen Ehegattin gemäß, daß sowohl die Dorfbewohner als auch die Gut-Einwohner an der Wohltat dieser von ihr eingesetzten Stiftung teilnehmen sollen.
Schloß Tegel 5. Januar 1858
August Georg Friedrich Magnus von Hedemann

Nachdem der Besitz durch Verkauf an die Mansfeldsche Kupferschieferbauende Gewerkschaft übergegangen war – übernahm diese die Zuwendungen.

1886 betrug die Summe der Jahresrente 300.00 Mark. entsprechend Journal, Nr. 15450

In einem Nachtrag des Statutes unter Nr. 4

Ist dem Pfarrer von Burgörner das Recht zugestanden, in dringenden Notfällen 6 Mark an Kranke selbständig zu verteilen.

(§ 1 des Statuts und weil bei Kranken augenblicklich Hilfe notwendig ist.)

Eisleben Mansfeld und Burgörner den 26. Februar 1886
Das Curatorium der Hedemann-Humboldt-Stiftung
Für das Gut: Mansfeldische Kupferschiefer Bauende Gewerkschaft
Ober. Berg u.Hüttendirektion, Geh. Bergrat Leuschner
Der Superintendant der Ev.Kirche von Mansfeld
Der Pfarrer der Kirche Burgörner, Oehler (zu Thondorf)

Wenn auch der materielle Wert dieser Stiftung aus heutiger Sicht von nicht allzu großer Bedeutung war, so ist doch der moralische Wert dieser Einrichtung anzuerkennen. Es war schon etwas, zu diesem Kreis der Auserwählten zu gehören und mit großem Stolz wurden die Gesangbücher und Bibeln, mit Widmung z.B. „Dieses Buch erhielt, R.Gr…. aus der Humboldt-Hedemannstiftung”, aufgehoben und in Ehren gehalten

(Wer in seinen alten ererbten, oft in die äußerste Ecke verbannten Kirchengesangbüchern oder der nicht mehr in die Edelholz-Schrankwand passenden Bibel diese Inschrift entdeckt, kann durchaus Stolz auf seine Vorfahren sein.)

Diese Stiftung mit ihrer festgelegten Bestimmung ist als Abschluß einer Reihe von Bemühungen zu sehen, welche die Nachkommen der Familie Humboldt aufbrachte, um auch der ländlichen Bevölkerung von Burgörner, die Möglichkeit zur Bildung, durch Unterstützung der Bildungseinrichtungen zu geben und durch Wettbewerb die Lernbereitschaft zu fördern. Vielfach ist durch diese Einrichtung jungen Leuten aus Burgörner der Weg ins Leben geebnet worden als Bergschüler oder mit einer Haushaltslehre in einer Großstadt wie Magdeburg, Potsdam oder Berlin, an welche sich unsere Groß-oder Urgroßmütter voller Stolz erinnerten. Leider ist die Stiftung (nach der Aufwertung standen 1935 noch 75,00 Mark zur Verfügung) durch zwei Weltkriege zugrunde gerichtet worden und besteht heute nur noch in der Erinnerung.

Vom Amt Burgörner bzw. von der Tätigkeit des Adlig von Hedemannschen Patrimonalgerichtes in Burgörner wird im „Hettstedter Wochenblatt von 1838“ berichtet unter:

Bekanntmachungen:

Subhastations-Patent: Das den Erben des Bäckermeister Jakob Christoph Tischmeyer gehörige, zu Burgörner sub. No. 10. gelegene Wohnhaus nebst Gärten, Stallungen, Scheune und Hof, sowie 3 Baumflecken, abgeschätzt nach Abzug der Lasten auf 346 Thlr. 38 Sgr. 9 Pf. soll am 14. August 1838, Vormittags 11 Uhr, zu Burgörner an Gerichtsstelle erbtheilungshalber öffentlich meistbietend subhastiert werden.

Alle unbekannten Realprätenten werden aufgeboten, sich bei Vermeidung der Präclusion spätestens in diesem Termine zu melden. Die Taxe ist in unserer Registratur zu Erdeborn nebst dem Hypothekenschein einzusehen.
Erdeborn am 18. April 1838.Adlig von Hedemannsches Patrimonalgericht des Amts Burgörner Roloff, O.L.G. Referendarius. v.c.

Proclama.

Die zum Nachlaß des Bergmann Friedrich Kirchberg zu Burgörner gehörigen Mobilien an Haus-, Wirthschafts-und Acker-Geräth, Kleidungsstücke, zwei Kühe, acht Schaafe, zwei Schweine, Hühner, Kupfer, Metall, Messing, ingleichen die Halmfrüchte sollen erbteilungshalber öffentlich meistbietend in dem dazu in der Wohnung des Erblassers zu Burgörner auf den 7. August, Vormittags um 10 Uhr, anberaumten Termine verkauft und die Bedingungen vorher in demselben bekannt gemacht werden.

Wir laden die zahlungsfähigen Kauflustigen hierzu ein und bemerken, daß wir die Vormünder, Bergleute Kuhlmann und Kirchberg hier, angewiesen haben, die Grundstücke, sowie die übrigen Mobilien, auf Verlangen, nachzuweisen.
Burgörner, den 24. Juli 1837. Adlig von Hedemansches Patrimonialgericht.Roloff, O.L.G. Referendarius v.c.

Nach dem Ableben der Hedemanns 1854-1856 ging der Besitz an die jüngere Schwester (rechts Bild-Mitte)

Mathilde Gabriele Eleonore Constanze von Bülow,

geb. in Berlin am 28. Mai 1802 – gest. ebd. 16 April 1887 seit 1856 auf Tegel und Burgörner verh.:am 10.1.1821 mit Ulrich Heinrich Wilhelm Freiherr von Bülow, geb in Schwerin am 16. September1791 – gest. in Berlin am 6. Februar 1846.

Attache seines Schwiegervaters W. v. H. in London, Gesandter ebd. und in Rom, preuß. Kammerherr und Wirklicher Geheimer Rat, Staatsminister der auswärtigen Angelegenheiten. Deren Kindern, insbesondere den Enkelinnen Wilhelm von Humboldts.

Gabriele, 7. Januar,1822 -16. Februar 1854 verh mit Freiherr Leopold von Loen Adelheid,16. Oktober 1823 -21. Dezember 1889 unverh.
Constanze, 10. April 1832 -15. Dezember1867 verh. mit Carl von Heinz (27)
Verdanken wir die Skizzen und Ansichten, Erinnerungen an glückliche Ferientage unter weiteren Zeugnissen der Verbundenheit mit Burgörner.

An Mathilde von Humboldt -auf Ottmachau Burgörner, den 30. August 1852

„Tante Adelheid hat wohl neulich schon von dem großen Fest geschrieben, daß in der letzten Woche die ganze Gegend beschäftigte und begeisterte. Es war seit 15 Jahren nicht gefeiert worden und es freute uns sehr, es zu erleben und die allgemeine Freude und Lust zu sehen. Einen Tag fuhren wir um 12 nach Hettstedt und sahen bei Eisenhuth (Justizmensch, aus Hettstedt) den Zug der 1500 Bergleute und Tausenden von Zuschauern vorbeikommen, dann der feierliche Gottesdienst im Freien auf einer großen schönen Wiese, den Gesang, Art Cantate des Bergwerksgrußes zu hören, in einem Zelt vortrefflich aufgeführt, dann tanzten wir mit den Bergmännern zwei Tänze, was sehr amüsant und hübsch war, so anders, als wir es gewohnt sind, und doch so ähnlich. Auch einen Arrangeur gab es, der auf Ordnung hielt. Ich tanzte beide Tänze mit dem selben Jüngling, Alla und Line wechselten. Noch hübscher war das zu sehen in der Bude, wo die Kinder, die reizenden kleinen Bergknappen, Seelen vergnügt herum sprangen, -Steif und unameniert in dem Saal, wo sich die Honoratioren belustigten, alles natürlich in eigens zu diesen Volksfeste aufgerichteten Gebäuden.Die ganze Wiese war mit Buden des verschiedensten Inhalts umgeben, 8000 Menschen sollten da zusammen gekommen sein. Bei prächtigen Wetter nahm es sich reizend aus. Alle Nächte haben sie bis 2 getanzt. Am dritten Tag (28. August) brachten sie hier einen Morgengruß mit Musik, der wunderhübsch war. „Ottmachau, Schloß und Gut wurde W. v. Humboldt als Dotation für seine Verdienste vom König verliehen, nunmehr vererbt an seinen Sohn, Theodor von Humboldt-Dacheröden (19.1.1797 -26.6.1871) verh. mit Mathilde von Heinecken (1800 -1881)

Abbildung aus der Duncker Sammlung

Aus einem anderen Brief an Pastor Schünemann 1862, in welchen Frau Gabriele von Bülow schreibt, geht hervor, daß sie sich sehr über die Feier, zur Weihe der von ihr gestifteten Glocke zum Todestag ihrer Schwester, gefreut habe. Leider ist diese Glocke, trotz aller Bemühungen von Pfarrer Lic. Hartmann dem zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen.

Das Wohnhaus vom Gut Burgörner (Humboldtschloß) diente der Mansfelder Kupferschieferbauenden Gewerkschaft nach dem Erwerb zunächst als Tagungsstätte, später wurden Wohnungen für Hüttenbeamten eingerichtet. Nach Kriegsende 1945 diente es als Notunterkunft für viele Flüchtlinge. Einige Familien wurden seßhaft sind aber dann doch ausgezogen aus dem unpraktischen Haus, Hohe Zimmer, zum Teil noch Öfen vom Flur aus zu bedienen,Wasser auf dem Flur ohne Abfluß, Außen-Trocken-Toilette sowie kein Nebengelaß. Um 1974/75 war das Gebäude (die ehemalige Behausung der Junker von Dacheröden) (s. Teil I ) soweit niedergeführt, daß es abgerissen werden sollte. Um das traditionelle Haus zu retten, wanden sich Heimatfreunde an die Nachkommen der Familie Humboldt nach Schloß Tegel an die Familie von Heinz.

Der Frau Agnes von Heinz ist es zu danken, daß der Abriss verhindert werden konnte. Sie benannte in ihren Brief Persönlichkeiten, welche auch den DDR-Oberen bekannt waren und zu deren schon krankhaften Bemühungen um internationale Anerkennung passte es nun nicht, Erinnerungsstätten einfach abzureißen. So verdankt auch Schloß Oberwiederstedt, der Geburtstätte vom Dichter Novalis, einem japanischen Literaturprofessor seine Erhaltung. Von ganz besonderen Wert für uns Heimatfreunde sind die überlassenen Kopien von Zeichnungen und Aquarellen, die während der Aufenthalte von Humboldts Enkelkindern in Burgörner entstandenen, Ansichten um die Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Buchausgabe:

Gabriele von Bülow -Tochter Wilhelm von Humboldts

„Ein Lebensbild“

Enthält unter anderen eine Darstellung der Beziehung zu unserer Heimat und den Aufenthalten in Burgörner: (Ausschnitte Seite 548/549)

>Fast ein Jahr um das andere wurde auch Burgörner besucht. 1879 reiste sie mit den Bülowschen Enkeln und den ganzen Hausstand – 14 Personen – von Tegel aus hin. Von Burgörner aus wurden Ausflüge unternommen, um den Enkeln den Harz zu zeigen. Eine Nacht auf dem Brocken brachte sie angekleidet, im Stuhl sitzend zu, um nur den Sonnenaufgang nicht zu versäumen, der dann wie gewöhnlich von Nebel verhüllt war.

Für groß und klein hatte Burgörner von jeher einen ganz eigenen Zauber. Alles war interessant, alles merkwürdig. Schon die Ankunft des großen gelben Postwagens, das helle Blasen des Postillons, diese grüßen und nicken nach allen Seiten, dieses Wiedererkennen und sich Erinnern! Und dann der Eintritt in das liebe Haus! Gleich der Hausflur hatte seine besondere Atmosphäre, Geheimnisvoll erschienen die Steinplatten des Fußbodens als die zuverlässigsten Wetterpropheten, weil sie bevorstehenden Regen dadurch anzeigten, daß sie eine dunklere Färbung annahmen. Die mächtige weiße Doppeltreppe führte in die großen, gemütlichen Räume, wo jedes Möbel sein Einzeldasein führte, seine Geschichte hatte. In den alten Schränken das ehrwürdige Spielzeug früherer Generationen. Welcher Schatz war da im Bücherschrank zu finden! Da gab es Bücher, denen man sonst nie begegnete, die man auch nicht mitnehmen durfte, und die sich daher mit der Erinnerung an Burgörner unauflöslich verwebten.
Wie heimlich war auch die Gartenstube mit ihren großen Ecksofa, das so hart war. Aber so viel Platz bot, mit der offenen Türe nach den drei breiten Stufen, die zum rosenumblühten Springbrunnenführte. Wenige Schritte vom Haus ragte trotzig und einsam ein wenig schief der alte Turm empor. Über der Tür trug er das verwitterte Wappen der Pasadowsky. Ferner der große Gutshof, das stattliche Vieh, die üppigen Felder. Die zutrauliche Landbevölkerung, der die Zugehörigkeit zur Herrschaft Stolz und Freude war, die Besuche in der Schule zum Examen der Kinder, der Gottesdienst in der nahen stets gefüllten Dorfkirche, wo die Gemeinde für die Gutsherrschaft allsonntäglich ihren Stuhl mit Blumenkränzen estlich schmückte, endlich die hohe Mauer, die Park und Garten umzog und ein behagliches Gefühl des Abgeschlossenseins gab, das Alles waren Vorzüge, die erst die wahren Reize echten Landlebens lehrten. Burgörner war der Kinderphantasie ein Märchenland -dennoch mußte es geopfert werden. Der „Segen des Mansfelder Bergbaues“ hatte auch seine trüben Schattenseiten, und das Hüttenwerk mit dem schönen Namen „Gottesbelohnung“ drückte der ganzen Gegendnach und nach einen anderen nicht besseren Stempel auf. Der böse Einfluß der giftigen Dämpfe ward von Jahr zu Jahr bemerkbarer und drohte das Gut völlig zu entwerten. Wiederholte Klagen gegen dieGewerkschaft um Abstellung des Übels oder Schadenersatzhatten schließlich ein Kaufgebot von jener Seite zur Folge.

No. 45 „Hettstädt, den 22. Februar 1885.“

teilte seinen Leser mit: Aus dem Kreise -Hettstädt, den 20. Februar

Vor kurzem ist nun auch das Rittergut Burgörner, der langjährige Besitz der Familie Wilhelm von Humboldt, durch Kauf Eigentum der Mansf. Gewerkschaft geworden. Wie hoch sich die Kaufsumme belaufen mag, darüber ist nicht bestimmtes in die Öffentlichkeit gedrungen. Man erzählt sich, daß der Morgen mit 1000 Mk bezahlt worden sei. Dies mag auch wohl annähernd richtig sein. Das Rittergut Burgörner, welches übrigens nur allein (also Siersleben nicht mit inbegriffen), das Kaufobjekt bildet, umfaßt ca. 800 Morgen und Ackerzahl entspricht auch die uns mitgeteilte Kaufsumme. Es wurde und uns ferner mitgeteilt, daß Frau Staatsminister von Bülow der Entschluß, auf den Besitz des Rittergutes zu verzichten, ganz besonders schwer geworden sei, was wir gerne glauben wollen, denn knüpfte sich doch so mannigfache Erinnerung und Familientraditionen derer von Humboldt an diesen einst so traulichen, stillen Landsitz. Die hochbetagte, jetzt 83-jährige Frau Staatsminister von Bülow, eine geborene von Humboldt, genoß noch vor gar nicht langer Zeit im Kreise ihrer Kinder und Enkel hier Sommerfrische. Und in der Ausgabe vom 15. Mai. 1885, unter Lokales die Mitteilung: „Vergangenen Mittwoch hat die Mansfeld’sche Gewerkschaft den Besitz von Rittergut Burgörner definitiv angetreten. Am genannten Tage hat die Übergabe und die Auflassung beim hiesigen Amtsgericht stattgefunden. Herr Castellan Plümecke verbleibt bis zu seiner Übersiedlung nach Schloß Tegel, welche am 1. Oktober erfolgen wird, in seiner bisherigen Stellung als Gutsvorsteher. Bestimmungen über die zukünftige Verwendung des herrschaftlichen Wohnhauses scheint die Gewerkschaft noch nicht getroffen zu haben, wenigstens ist darüber bis jetzt noch nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Die Kaufsumme für Rittergut Burgörner ohne Siersleben beträgt 750 000 Mark. “ Damit endete die Zeit in welcher der Hof und seine Besitzer eng mit dem Dörfchen und seinen Bewohnern verbunden war.

An Stelle der Mühle (rechts vom LL24) wurde 1905 das Pfarrhaus gebaut und unmittelbar daneben 1921 ein Gebäude für Leichenwagen und Feuerspritze. Daraus ist dann das Gerätehaus der „Freiwilligen Feuerwehr Burgörner“ geworden. Es ist heute leicht, von dieser Zeit als Frohn-und Ausbeutungszeit zu sprechen und zu schreiben, aber man sollte auch bedenken, daß die Landwirtschaft, betrieben durch kleine Bauernhöfe oder durch große Güter, letztendlich zur Ernährung des Volkes diente und vielen Menschen Arbeit gab. Zum Abschluß einen Briefausschnitt, Burgörner betreffend, welcher die Persönlichkeit Wilhelm von Humboldt, den Staatsmann, Minister und Reformer, den Mitgestalter einer neuen Epoche – gegenüber dem mehrfachen Gutsbesitzer, dem „Herrn Baron” einem Mitglied des Feudaladels, im Laufe der Jahre mehrfach in Frage gestellt, erkennen läßt.

148. Humboldt an Caroline Berlin, 23. Mai 1817

Bothe hat einen einfältigen Streich gemacht. Der Bau an dem Burgörnerschen Hause verursacht sehr viel Schutt, nun hat er zum Wegtragen desselben und zum Wassertragen beim Kalk löschen die Leute auf Frondienst bestellt. Solche ungemessene Dienste sind unter der westfälischen Zeit, wie er recht gut weiß,aufgehoben und billigerweise nicht wieder eingeführt seitdem. Nur der Haß gegen das Westfälische, auch wenn es gut war, macht, daß er sich solchen Dingen nicht fügen will. Ich habeihm gleich geschrieben, es möchte mit dem Recht stehen, wie es wollte, so wäre es ganz gegen Deine Gesinnung, die armen Leute wegen Deines Hausbaues in einem Jahr, wo sie schon Not gelitten, so anzustrengen, er solle von Stund an alles für Geld machen lassen undden Leuten auch für das schon geleistete eine Entschädigung geben. Ich hoffe, Du billigst es. Es ist doch auch wirklich ungeheuer hart, den Leuten darum Arbeit zu machen, weil wir eine Änderung an unserem Hause machen wollen. So lange ich in DeinerAbwesenheit handele, soll man Dein Andenken in Burgörner nur immer segnen.Wenn Du da bist, sorgst Du selbst dafür, Du engelgutes Wesen. Ich begreife freilich, daß es viel erspart hätte, allein das ist nicht die Art zu sparen und schickt sich am wenigsten für uns. Wir könen doch nicht die Leute in Burgörner Ziegel streichen lassen wie das Volk Israel in Ägypten.

In Berlin fanden im Winter 1827/28 die berühmten „Kosmos-Vorlesungen“statt. Professoren, Lehrer und Studenten, der König, der Kronprinz, Gneisenau, Schinkel, Rauch zählten zu den Hörern; Fürsten und Handwerker Offiziere und Bürger, Männer und Frauen drängten sich zu den Kosmos-Vorlesungen. Und eine Gräfin Goltz, so berichtet uns Varnhagen von Ense, ereiferte sich „in Schimpfreden gegen die Humboldtsche Familie, dieses hergelaufene Volk, das vornehmen den Platz nehme, diese Bürgerlichen Bastarte.“Nun stellt sich die Frage: In Anbetracht der vollbrachten Leistungen der Brüder Humboldt „: Wer war denn nun Gräfin Goltz ?Auf die nun noch nahe liegende Frage, welcher der bedeutendere von beiden, Wilhelm oder Alexander von Humboldt sei, lehnen wir uns an eine Äußerung Goethes. In“Eckermann Gespräche mit Goethe“ vom 12. Mai 1825 da bezeichnete er neben der Begegnung mit Schiller und den beiden Schlegels auch die mit den Gebrüdern Humboldt als > von der größten Wichtigkeit < und sagte abschließend: „Nun streitet sich das Publikum seit zwanzig Jahren wer größer sei: Schiller oder ich, und sie sollten sich freuen, daß überall ein paar Kerle da sind, worüber sie streiten können.

„Die Geschichte des „Hof Burgörner“ endet im Jahre 1945. Dabei verwechselte man Besitzer und Pächter. Die Pächter-Familie „Reinicke“ hat man hier in Burgörner mit Schimpf und Schande aus dem Dorfe gejagt. Der Bestand des Gutes, einschließlich der Gebäude wurde aufgeteilt, umgebaut und sogenannten Neubauern zugewiesen. Nach deren späteren zwangsweiser Zusammenlegung zu LPG’s „Landwirschaftlichen Produktiomgenossenschaften“ abermals umgebaut zur Massentierhaltung zwecks Milchproduktion. Die noch vorhandenen Wohngebäude waren schon der Spitzhacke wegen angeblicher Einsturzgefahr zum Opfer gefallen und nun auch der solide gebaute Schafstall mußte entsprechend des Willens der sogenannten „Treuhand“ abgerissen werden. (Die MZ berichtete darüber)

Das als Wohnhaus genutzte Schloß, seit 1719 im Besitz der Vorfahren der Familie Dacheröden und in der weiteren Erbfolge den Töchtern Caroline von Humboldt vorbehalten, beherbergt nach mehreren Besitzwechsel und der einst darin untergebrachten Ausstellung „8oo Jahre Mansfelder Bergbau“, nun eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte von Hettstedt.

Anmerkungen

1) Tafel, angebracht 1935 bei Fackelschein zu Texten von Körner ,,Wach auf mein Volk die Flammenzeichen rauchen” (Mauer, errichtet zur Schutt-aufnahme beim Abteufen des Schlüsselstollen-Lichtloches Nr.24 SSEin Kompromiß, v.Hedemann hatte den Bergbau in der Ortslage mit Errichtung einer Halde in Burgörner untersagt.

2.) Herbert Scurla -Wilhelm von Humboldt Werden und Wirken -VdN 1975 (S.66; S.67; u.v.)

3.) siehe 2.4.) Friedrich Schaffstein „Wilhelm von Humboldt“ Ein Lebensbild, V. Klostermann Frankfurt a. M 1952 S 185.) Nicht zu verwechseln mit einer späteren Vereinigung dem“Tugendbund zur Rettung Deutschlands“

6.) 18 Jahre alt, Eleve im Bergdepàrtement Berlin, hatte in Erfurt Caroline von Dacheröden kennengelernt.https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Georg_von_La_Roche7.) -Karl-v-Laroche war damals Beamter an der Saline Schönebeck,die A.v. Humboldt von Magdeburg aus besuchte. „In Magdeburg brachte ich 5 vergnügte Tage zu. La Roche, ein Freund von mir, ein Mensch bei dem es die Natur einmal gefallen hat, eineschöne Seele mit einer schönen, reizenden Gestalt zu verbinden, war auch da“.-Aus „Jugendbriefe Alexander von Humboldts 1787 -1799“ des AKV-Berlin 1973 -(Nr.21) an W. G. Wegener / Göttingen, zwischen 28. 4. u. 3. 5. 17898.) Nicht zuletzt auch durch den oft zitierten Brief mit der Feuer-maschine etc. mit dem sie den Bundesbruder, Mut zum Besuch in Burgörner machte.“Frl,von Dacheröden 1780″ist der Schrift „Mansfeld-Museum Schriftenreihe Neue Folge Nr.8 20ß5 Nachdruck 2017 entnommen

9.) Eine der Bänke, die jeweils am Ende der Lindenallee standen, nach 1945 abgerissen (die wahrscheinlich älteste Linde im Hintergrund wurde durch Blitzschlag in den 50 er Jahren zerstört.

10.) Illustr.Konservations-Lexikon/Otto Spamer Leipzig 1876: ..in Preußen für junge, zu ihrer Einübung bei Justiz oder Verwaltungs-behörden ohne Gehalt eingestellte Juristen…

11.) Brockhaus:Gesandtschaft, Amtsbezeichnung für Räte im Auswärtigen Dienst )

12.) Das sogenannte Dacherödensche Haus (Anger 37/38 einRenaissancebau aus dem 16. Jahrhundert (1930)

13.) Frau Bergrat Vogelsang in herzlicher Dankbarkeit Dargebracht vom „Frauenverein Eisleben“

14.) Reclam 1124/1985: W. v. H. Individuum und Staatsgewalt (S.134)

15.) Herbert Scurla -Wilhelm von Humboldt Werden und Wirken -VdN 1975 (S.115)

16.) „Moderne Klassiker“ Ernst Balde/ Cassel 1853

17.) W. v. H. Sein Lebenund Wirken in Briefen Rudolf Fresse VdN 1953 Seite 442

18.) Spranger, Eduard ,,Wilhelm von Humboldt und die Reform desBildungswesens” Seite 138

19.) Schulwesen in Burgörner! ( Wipperländischer Heimatfreund -Hartmannn 1937 )

20.) Der jüngere Giebelhausen! 1776-186321.) Ernst Balde „Moderne Klassiker“ Neunter Band, Cassel 1853 Seite 13622.)Scurla Seite 38823.)Figur der „Hoffnung“von Thorvaldsen 1817 in Rom gesch. Deutscher Kunstverlag München/Berlin 1072,Grosse Baudenkmäler Heft 15024.) Freiherr Georg Anton von Hardenberg auf Wiederstedt, Landrat, 1781 -1825 -Bruder des Dichters: Georg Philipp Friedrich von Hardenberg (Novalis)geb.1772 -1801 (siehe der Hof Teil II.)

25.) Zu dem engeren Kreise der Humboldtschen Bekanntschaften inRom gehörten seit 1808 auch die beiden Brüder vonRennenkampff, von denen Alexander, geb 9. 2. 1783 auf dem Gute Helmet in Livland, obwohl 17 Jahre jünger, die Freundschaft Karolines gewann.

26) Die Großmutter von Caroline von Dacheröden war in erster Ehe mit einem Knigge, einem Vetter von Adolf Freiherr Knigge dem Schriftsteller, der Güter im Mansfeldischen besaß, verheiratet.. Nach dessen Tod heiratete sie den Mansfelder Oberaufseher Hopffgarten in zweiter Ehe

27) Die Kinder von Gabriele von Bülow -außer den fünf Mädchen noch die Söhne:Wilhelm 12. Mai 1836 -6. September 1836 Bernhard, 8. Juni 1838 -17.Oktober 1889 verh. mit Anna von Bayern

(bearb. E.Graf/Chronist, Hettstedt-Burgörner 30. März 2020